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Zahl der Fälle steigt weiter / Landesweit noch „keine Entspannung in Sicht“

Landkreis bestätigt Influenza-Todesfall

HAMELN-PYRMONT. Die Anzahl der nachgewiesenen Grippe-Fälle im Landkreis Hameln-Pyrmont hat einen neuen Höchststand erreicht. Außerdem erklärte der Landkreis am Montag auf Anfrage, dass ein Grippe-Patient gestorben sei. Nähere Angaben zu Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen machen weder der Landkreis noch das Sana-Klinikum, das den Fall bestätigt. Beide Seiten verweisen auf die Schweigepflicht.

veröffentlicht am 05.03.2018 um 16:55 Uhr
aktualisiert am 05.03.2018 um 20:14 Uhr

Die Zahl der Grippefälle ist in den vergangenen zwei Wochen deutlich gestiegen. Foto: dpa
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Vor zwei Wochen hatte der Landkreis von 101 Grippe-Fälle gesprochen. Diese Anzahl ist auf 274 Erkrankte angestiegen, wie Sandra Lummitsch vom Landkreis am Montag auf Anfrage mitteilte. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2017 waren es insgesamt 55. Nur jene Fälle, die labordiagnostisch bestätigt sind, werden dem Gesundheitsamt gemeldet – wie hoch die Dunkelziffer der an Influenza Erkrankten ist, lässt sich daher nicht sagen.

Die aktuellen Zahlen aus der vergangenen Kalenderwoche für Niedersachsen werden erst morgen veröffentlicht, doch die Sprecherin des Landesgesundheitsamtes Dagmar Ziehm erklärte bereits am Montag: „Wir haben immer noch keinen Höhepunkt erreicht, Entspannung ist noch nicht in Sicht.“ In den vergangenen drei Jahren sei jeweils die Rede von einer „starken Grippewelle“ gewesen, sagt Dagmar Ziehm – jetzt sei es das vierte Jahr in Folge mit Meldezahlen, die noch über denen der letzten Jahre lägen. Einfluss auf die Zahlen hat jedoch auch die Testfreudigkeit in den Arztpraxen, die laut Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut schwankt.

Information

So wird Grippe übertragen

Influenzaviren werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Die Infektion kann dabei über eine Distanz von einigen Metern erfolgen. Die Viren können aber auch leicht durch direkten Kontakt über die Hände und durch Schmierinfektion weitergegeben werden. Menschen mit einer Infektion können bereits 24 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen ansteckend sein. Die Ansteckungsfähigkeit hält etwa drei bis fünf, manchmal zehn Tage an. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage. In Einzelfällen können auch bis zu sieben Tage vergehen, bis es nach einer Infektion zum Auftreten von Krankheitssymptomen kommt.

Influenzaviren können mehrere Stunden und länger an Oberflächen wie Türgriffen, Treppengeländern, Tischen oder Geschirr infektiös bleiben.

Landesgesundheitsamt Niedersachsen

Auf Bundesebene scheint sich die Lage etwas zu entspannen. Bundesweit seien die Meldedaten in der neunten Kalenderwoche geringfügiger niedriger gewesen als in der Vorwoche, so Glasmacher. Ein paar würden sicher noch nachgemeldet, doch „den Anstieg von den Vorwochen werden wir so nicht mehr sehen“. Während in der achten Kalenderwoche noch etwa 40 000 Fälle gemeldet worden waren, seien es in der vergangenen Woche nur noch etwa 37 000 gewesen.

216 Menschen sind laut Glasmacher in dieser Grippesaison gestorben, die mit Influenza-Viren infiziert waren: Laut Robert-Koch-Institut habe es sich hauptsächlich um Senioren gehandelt. Niedersachsenweit wurden laut Landesgesundheitsamt bis Freitag 14 Grippe-Tote gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es nach Dagmar Ziehms Aussage über den gesamten Zeitraum 35 Todesfälle in Niedersachsen. Der in Hameln-Pyrmont verstorbene Patient war laut Sandra Lummitsch am Influenza-B-Virus, dem derzeit am häufigsten auftretenden Virus, erkrankt. Je einen Grippe-Todesfall habe es im Landkreis in den Jahren 2005 und 2013 gegeben.

Ob Patienten ursächlich an Grippe sterben, lasse sich jedoch nur schwer ermitteln, führt Susanne Glasmacher aus. Fast immer liege eine Grunderkrankung vor, sehr selten sterbe ein gesunder Mensch an Influenza. Wenngleich: Auch bei einem vermeintlich gesunden Menschen lässt sich nicht immer mit Gewissheit sagen, ob nicht doch eine andere Erkrankung das Immunsystem geschwächt hat. Und bei jenen Patienten, die beispielsweise an einer Lungenentzündung in Folge der Grippe erkranken, lasse sich das Influenza-Virus nicht mehr feststellen.

Ob eine Grippeschutzimpfung zu diesem Zeitpunkt noch sinnvoll ist, sei schwierig zu beantworten, sagt Ziehm. Zwei Wochen dauere es, bis die Impfung wirke – für Risikogruppen sei sie aber noch empfehlenswert, so Ziehm.

Information

Zum Schutz

Um sich vor einer Übertragung mit Influenzaviren zu schützen, gelten folgende Hygieneregeln:

  • Regelmäßiges Händewaschen mit warmem Wasser und Seife für 15 bis 20 Sekunden.
  • Auge, Nase oder Mund nicht mit den Händen berühren.
  • Vermeiden von Kontakt zu kranken Personen.
  • Landesgesundheitsamt Niedersachsen

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