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Quasselstrippe in Hochform

Lachfestival mit Werner Momsens „Abenteuer Urlaub“

HAMELN. „Warum ich reise“, fragt sich Werner Momsen, der übrigens gerne Puppe ist, wie er sagt und prompt die Antwort liefert: „Ich weiß wohl, wovor ich fliehe, aber nicht, wonach ich suche.“ Perfekt formuliert für die Reiseweltmeister aus deutschen Landen. Da muss es schon Neuseeland sein, auch wenn es dort vermutlich nicht viel anders ist als in Poel vor Wismar im Frühjahr. „Ich weiß nicht, wo ich hin will“, wie Helmut Qualtinger als „Der Wilde“ einst sang, „aber dafür bin ich schneller dort“. Und schneller ist sie allemal, die so liebenswerte norddeutsche Quasselstrippe, die ihr Publikum am Donnerstagabend im Theater mit dem Lachfestival „Abenteuer Urlaub“ unterhielt. Und die angeblich „schönsten Wochen“ durch den Sprechwolf gedreht und genau daraus die schmackhaftesten Fernweh-Buletten gedichtet. Perfekt als „Kurzurlaub für die Seele“.

veröffentlicht am 05.11.2021 um 15:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2021 um 18:50 Uhr

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Reporter

Nach vier Stunden im Reisebüro mit Lisbeth, die ihm auch dort am nächsten ist, stapeln sich Kataloge, die Sommer, Sonne, Land und Meer in Hochglanz versprechen, während man für die klein gedruckten Bedingungen „katalogisch“ lernen sollte. Urlaub ist nun mal ein Abenteuer. Auch um den Horizont zu erweitern. Das alles begann spätestens mit den ersten Reisen mit dem Käfer nach „bella Italia“ in den 1960er Jahren, bevor die anderen Mittelmeer-Anrainer als unsere Urlaubs-Kolonien dazukamen.

Eigentlich begann alles noch viel früher mit dem Auszug der Ureltern aus dem Paradies und die Welt erobert, die immer kleiner wurde. Das alte Indianer-Wissen von der „eingelegten Rast“, um die „Seele nachkommen“ zu lassen, längst vergessen. Zelten mit einer Lisbeth, die in die Jahre und aus der Form gekommen, gut zwei Drittel der Fläche besetzt und Wechsel zum Camping-Wagen. Ansonsten „Last-Minute-Blues“ und die erste Begegnung mit dem gebuchten Hotel. Authentisches Essen – und Sodbrennen als das kleinste Brennen.

„Wenn einer eine Reise“...viel Stoff auch für Erklärungen, dass wir für Klimaanlagen nun mal nicht gemacht sind und den Deutschen, was ihre Reiselust betrifft, eine Art „genetischer Defekt“ bescheinigt. Ein gefährliches Unterfangen, weil man auch nie weiß, was einen in der Ferne erwartet. Beispielsweise: Thailand nie ohne Schlüpfer. Wer auch immer das kontrolliert. Als einer der Höhepunkte: Die Reisepreis-Minderungs-Klagen als Urlaubsverlängerung.

Nachgereicht als Applaus-Bonus: das „Nichts“ der Frauen in Bezug auf ihre Weihnachtswünsche. Weil wir alles haben – selbst die Geschenkgutscheine, kaum verschenkt, landen wieder bei uns. Das „Abenteuer Urlaub“ von Detlef Wutschik, eng verbunden mit seinem Werner: ein herrlicher Spaß um ein Milliarden-Spiel.



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