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Hameln ist von der Idee aus Kanada nicht begeistert

Kuscheltier statt Bußgeld?

Hameln. Die Aktion klingt so schön: Spielzeug statt Bargeld, Nächstenliebe statt Ärger über korrekte Beamte, die einem ein Knöllchen für Falschparken verpasst haben. In der kanadischen Stadt Cambridge läuft (lief) zum sechsten Mal die Aktion „Toys for Tickets“ – Spielzeug für Strafzettel. Was dort richtig gut ankommt, würde bei der Hamelner Stadtverwaltung offenbar keine Freunde finden.

veröffentlicht am 16.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Die Idee: Statt bar zu zahlen, spenden die erwischten Falschparker ein Spielzeug im Wert des Bußgeldes. Mit Bußgeldbescheid und Kassenbon für das Spielzeug als Nachweis geben sie das Spielzeug bei der Stadtverwaltung ab. Das Ergebnis laut Bürgermeister Doug Craig: „Die Leute mögen Strafzettel nicht. Aber wenn sie zu uns kommen, auf ihr Ticket den Stempel ,bezahlt‘ bekommen, weil sie ein Spielzeug mitbringen, dann haben viele von ihnen ein Lächeln im Gesicht.“

Und Hameln? Hält das für „absurd“. „Wer soll denn das ganze Spielzeug bekommen?“, lautet die Gegenfrage aus dem Rathaus auf die Frage, ob hier nicht Ähnliches denkbar wäre. Dass das politisch durchsetzbar wäre, auf die dann entgehenden Einnahmen zu verzichten, wird bezweifelt. Und letztlich müsse das ja auch machbar sein.

Im 125 000 Einwohner starken Cambridge ist es das. Zumindest für zwei Wochen, bis zum dritten Advent. Von Anfang an sei das in der Bevölkerung gut angekommen, sagt Bürgermeister Craig. In Hameln wird gegengerechnet: Etwa 400 000 Euro nimmt die Stadt pro Jahr per Knöllchen ein – „ein Batzen, auf den man nicht so gern verzichtet“, zumal er zur Deckung des Haushalts beitrage. Nun läuft die Aktion in Kanada ja nur zwei Wochen, 120 Spielsachen seien im vergangenen Jahr zusammengekommen. Machen wir mal die Rechnung auf: 120 Knöllchen à, sagen wir, 15 Euro machen insgesamt: 1800 Euro. Und vermutlich 120 (oder bei Geschwistern mehr) glückliche Kinder bedürftiger Familien, die in Cambridge von der Feuerwehr mit den milden Gaben versehen werden. Hameln, die 400 000 Euro vor Augen, tickt da weniger altruistisch: „Wer will, kann ja gerne spenden.“ Aber vielleicht kann man ja noch mal über eine zweiwöchige Aktion nachdenken …



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