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Kurzarbeit bei Reintjes

veröffentlicht am 03.12.2009 um 17:56 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (HW/TT). Die insgesamt 459 Mitarbeiter des Hamelner Schiffsgetriebeherstellers Reintjes befinden sich in Kurzarbeit. Eine entsprechende Vereinbarung, die bis zum 30. November 2011 befristet ist, jedoch jederzeit unterbrochen werden kann, bestätigte gestern Herbert Scheibe von der IG Metall auf Anfrage der Dewezet. Für kommenden Mittwoch kündigte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Alfeld/Hameln/Hildesheim zudem weitere Verhandlungen mit der Reintjes-Geschäftsleitung an. „Dabei wird es auch um einen sozialverträglichen Stellenabbau gehen“, erklärte Scheibe.
 Wie sich die Gewerkschaft bei den anstehenden Verhandlungen positionieren wird, ließ der Bevollmächtigte offen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er sich im Vorfeld nicht in die Karten gucken lassen wollte. „Wie wir uns verhalten, bleibt abzuwarten. Wir hören uns erst einmal an, was die Geschäftsführung mitzuteilen hat. Bislang ist es uns gelungen, mit Kurzarbeit Arbeitsplätze zu erhalten. In unserem Bereich arbeiten derzeit mehr als 8000 Menschen kurz“, sagte Scheibe.
 Laut Aussagen des Gewerkschaftsfunktionärs habe die weltweite Krise das Hamelner Unternehmen schneller getroffen als ursprünglich erwartet. Denn noch im Juli dieses Jahres hatte Reintjes-Geschäftsführer Christian Schliephack, der wegen einer Dienstreise gestern nicht zu erreichen war, bei der Jahresbilanz des VDMA Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie in Hamburg davon gesprochen, im Jahr 2010 noch gut über die Runden kommen zu können, weil der bestehende Auftragsbestand erst Anfang 2011 abgearbeitet sein werde. Erst wenn bis dahin keine Folgeaufträge eingegangen sein sollten, bestünde Anlass zur Sorge. Zu diesem Zeitpunkt rechnete Schliephack mit einem Umsatzrückgang von fünf Prozent im Jahr 2009. Auch sagte der Reintjes-Geschäftsführer noch im Juli: „Wir laufen beim Auftragseingang nicht gegen Null. Und wir haben acht gute Jahre hinter uns: Wir können auch eine Krise überstehen“.
 „Der dramatische Einbruch im Schiffbau hat nun früher als erwartet zur Kurzarbeit geführt. Das ist nachvollziehbar“, zeigte Gewerkschafter Herbert Scheibe Verständnis für die jetzt getroffenen Maßnahmen bei Reintjes. Global seien weniger Güter zu transportieren, die Reeder hätten deutlich weniger zu tun und ließen geplante neue Schiffe nicht bauen. Für den Zulieferer Reintjes bedeute dies: Keine neuen Getriebe.
 Von Kurzarbeit betroffen sind in den Hamelner Unternehmen laut Scheibe nicht nur die Mitarbeiter in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung. „Sie bekommen seit 1. Dezember für ihre normale Arbeit normalen Lohn und Gehalt, für die Ausfallzeiten werden – je nach Familienstand – 60 bis 67 Prozent Kurzarbeitergeld gezahlt“, berichtet der Bevollmächtigte der IG Metall.



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