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Hameln trotzt dem Trend

Kurz vor Saisonstart: In vielen Orten fehlen Bademeister

Hameln. Das Südbad öffnet am Sonntag um 10 Uhr wieder seine Tore. Auch in anderen Städten und Gemeinden wird in den kommenden Wochen die Freibadsaison eingeläutet. Doch es gibt Probleme: Vielerorts fehlen Bademeister, fast niemand möchte mehr den Beruf ergreifen.

veröffentlicht am 29.04.2016 um 15:07 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:40 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus und Teresa Tropf
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In der Weserstadt scheint die Situation in Ordnung zu sein. „Personal fehlt zur Zeit nicht“, heißt es aus dem Rathaus auf Anfrage. Momentan verfügen die Hamelner Bäder über elf Fachangestellte. Diese verteilten sich je nach Saison auf das Waldbad Sünteltal, das Hallenbad am Einsiedlerbach sowie das Südbad. Eine feste Einteilung gebe es nicht, erklärt eine Stadtsprecherin. „Die einzige Festlegung bezieht sich auf die drei Badbetriebsleitungen.“ In diesem Jahr plant die Verwaltung zudem die Einstellung zweier Auszubildender. Ob dies gelingt, scheint jedoch fraglich.

Rund 2500 Stellen in Frei- und Hallenbädern sind deutschlandweit nach Schätzungen des Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister (BDS), Peter Harzheim, zurzeit unbesetzt. In den rund 6500 Bädern in Deutschland arbeiten nach Angaben des BDS etwa 26 000 Fachkräfte, doch immer mehr Stellen bleiben unbesetzt. Bei der Agentur für Arbeit suchen aktuell an die 170 Kommunen Lehrlinge. Etwa 400 Städte und Betriebe brauchen ausgebildete Fachkräfte und Schwimmmeister für sofort.

Die Anforderungen an die Fachangestellten für Bäderbetriebe – so der korrekte Ausbildungstitel – sind in den vergangenen Jahren immens gestiegen. Vom Babyschwimmen über das Seepferdchen, vom Sauna-Aufguss bis zur Wassergymnastik-Animation, dem Auswerten von Wasserproben sowie der In- und Außerbetriebnahme der Freibäder – alles müssen sie beherrschen. Hinzu kommt die teilweise sehr komplizierte Bedienung der technischen Wasseraufbereitungsanlagen im Untergrund der Bäder. Die Zeit für Möchtegern-Baywatchs ist vorbei. Bademeister sind eine Mischung aus Animateur, Sanitäter, Techniker und Chemiker in einem.

Ein Grund für die fehlenden Bewerber sehen Experten in der Bezahlung, die sich dem gestiegenen Aufgabenpensum nicht genügend angepasst habe. Als Einsteiger verdient man rund 2000 Euro brutto pro Monat, als Meister bis zu 3200 Euro. Doch Hallen- und Freizeitbäder sind meist ein Zuschussbetrieb für die Kommunen, stets muss gespart werden. Auch im Rathaus hält man die mangelhafte Entlohnung für den Grund, warum sich immer weniger Menschen für diesen Job entscheiden. „Diese Annahme klingt plausibel“, sagt die Sprecherin.



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