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14 junge Musiker lassen seit zehn Jahren alten Brauch aufleben

Kurrende-Bläser wecken Tündern mit Weihnachtsliedern

Hameln (hx). Sonntag früh, Nieselwetter und eigentlich gibt es keinen Grund aufzustehen. Doch plötzlich klingen weihnachtliche Lieder durch das morgendliche Tündern. Verstohlen wackeln Gardinen und die Menschen schauen und hören den Kurrende-Bläsern des Jugendmusikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Tündern zu. Bei frühlingshaften zehn Grad und leicht diesigem Wetter haben sich 14 junge Musiker zwischen neun und 14 Jahren mit Trompeten, Querflöten, Klarinetten, Rasseln und Saxofonen eingefunden, um den Bewohnern mit Weihnachtsliedern Freude zu bereiten. Unter der Leitung von Christine Hennecke, die den Brauch des Kurrende-Blasens aus ihrer Heimat Oldenburg kennt und in Tündern vor zehn Jahren hat aufleben lassen, wird mit „Alle Jahre wieder“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ die richtige Stimmung erzeugt.

veröffentlicht am 06.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 00:21 Uhr

Die Kurrende-Bläser des Jugendmusikzug der Freiwilligen Feuerweh
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Doch vor´s Haus kommen zunächst nur wenige Einwohner. Und pünktlich zu „Schneeflöckchen-Weißröckchen“ fängt es auch noch an zu regnen, aber die jungen Musiker halten tapfer durch. Der elfjährige Tim Engelking ist über die Schule zum Musikzug gekommen, sein zehnjähriger Freund Jan Branske durch seinen Vater, dessen Saxofon er nun übernommen hat. Beiden macht es riesigen Spaß. Und das Saxofon sei schließlich ein ausgezeichnetes Weihnachtsinstrument, scherzt der Ehemann der Leiterin, Friedrich Hennecke, der an der Tuba aushilft. Schließlich wäre es ja wie ein gebogenes Ofenrohr geformt. Langsam zieht die Truppe von Standort zu Standort, kommt doch das Wort Kurrende vom Lateinischen „currere“ d. h. laufen, und meint „Laufchor“.

Jedes Mal steigt nun die Zahl der Zuhörer. Auch Müller Karl Lampe hört begeistert zu und kennt wie die Seniorin Ingrid Hennecke das Kurrende-Singen noch aus Hameln, wo in den 50er Jahren regelmäßig sonntags von Sängern der Marktkirchengemeinde in den Straßen für wohltätige Zwecke gesungen wurde. Die Menschen warfen dann in Papier eingewickelte Groschen oder 50-Pfennig-Stücke aus dem Fenster. „Heute sind es eher Kinder, die mitmachen, und Umschläge, die wir zugesteckt bekommen,“ sagt Christine Hennecke. „Vom Erlös werden wir neue Noten für den Jugendmusikzug anschaffen.“

Wie beliebt das Kurrende-Blasen inzwischen ist, zeigt sich daran, dass die meist älteren Bewohner schon auf die Musiker warten. Elke Sannemann ist extra aus ihrem Wohngebiet zum Kurrende-Blasen gekommen, weil sie diese Art der Musik sehr mag.

Zwischenzeitlich scheint sogar die Sonne aber die Finger der Musiker werden doch langsam kälter. Als letzten Standort hat sich die Truppe den Garten der Seniorenwohnungen neben der Feuerwache ausgesucht. Schon bald sind viele Senioren vor der Tür. Und wer das nicht mehr kann, schaut aus dem Fenster.



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