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„Kann denn Butter Sünde sein?“, fragt Fernsehkoch Horst Lichter – und tischt in Hameln kabarettistisch auf

Kulinarisches mit Sahnelikör und Kodderschnauze

Hameln. Schwere, rote Samtvorhänge säumen die Bühne. Ein Kronleuchter baumelt von der Decke. Zwei Muppets fläzen sich auf einem Plüschsofa. Und der Herd wartet schon auf ihn – Horst Lichter, den Fernsehkoch und Entertainer. „Guten Abend“, begrüßt er seine Gäste in der fast ausverkauften Rattenfänger-Halle: „Vermutlich erwarten Sie von mir, unterhalten zu werden. Wir machen das aber diesmal anders: Die Security wird sie gleich in Gruppen aufteilen, in denen wir gemeinsam ein Kochthema erarbeiten.“ Eine Schrecksekunde lang will man ihm das glauben, zuzutrauen wär’s ihm ja. Aber, nein, Lichter hat nur Spaß gemacht. Und startet durch. In atemberaubender Geschwindigkeit beantwortet er gut zwei Stunden lang die Frage „Kann denn Butter Sünde sein?“ mit einem kabarettistischen Nein.

veröffentlicht am 30.04.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 12:21 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Lichter tischt auf, holt das Publikum an den Herd, lässt es kosten vom Diät-Wahn und Food-Watcher-Wahnsinn, gibt dem Affen Zucker, wenn TV-Kollegen, Ernährungswissenschaftler und Promis ihr Fett abkriegen. Auch sich selbst zieht er immer wieder durch den Kakao. Echte Heißgetränke bereitet er sogar auf dem Bühnen-Herd zu und beglückt damit sein Publikum. Mike muss dran glauben. Sabinchen auch. Und noch der eine oder andere (trinkfeste) Gast. Denn erst die „Tröpfchen“ Baileys machen Lichters Trunk süffig, genau wie die „Spitzer“ Sahne. Nicht nur bei seinen Mixturen geht der Entertainer in die Vollen. Er schenkt ein. Und teilt aus. Niemand ist vor der kölschen Kodderschnauze sicher. Während Lichter den Biskuitboden seiner Bananentorte mit dem irischen Sahnelikör tränkt, dementiert er: Nein, er habe keinen Promotionvertrag mit Baileys: „Aber jetzt wär’ ich reif dafür.“

Nur dem Sahnelikör (und etwas Espresso) sei Dank, dass der Spaßvogel seine Flugangst in den Griff bekam. Damals, als er es wagte, über den Tellerrand seines Heimatdorfes zu schielen und mit dem besten Kumpel den Sprung über den großen Teich wagte – nach Las Vegas. So zumindest war’s geplant. Dass sich die beiden Freunde, um nicht als Touristen aufzufallen, mit Hawaiihemd, Shorts, Socken und Strohhut zu Amis stylten, wäre eine flotte Idee gewesen, wenn sie nicht bei minus 19 Grad in Chicago hätten umsteigen müssen. Aber was für ein Spaß für „Eingeborenen“ in der Flughalle!

Auch der All-Inclusive-Abstecher in die DomRep mit der Gattin entpuppt sich bei Lichter nicht als Hit: Mit „Burnout“ ging’s hin, mit „Rücken“ zurück. Auch Krankheitsbilder verschieben sich mit der Zeit. Und kulinarische Vorlieben sowieso. Das fängt mit Kaffee-Spezialitäten an, von denen es längst so viele gibt, dass sie in einschlägigen Brasserien Karten von der Stärke des Kölner Telefonbuches füllen. Und hört mit dem Insider-Tipp für die supergeile Frittenbude oder den aphrodisierenden Zutaten fürs perfekte Liebesmahl noch lange nicht auf. Lichter macht keine Minute schlapp. Wortgewaltig, witzig, pointiert und amüsant zieht er durch die Küchen dieser Welt, serviert heitere Geschichten am laufenden Band, tischt internationale Kuriositäten auf, schmeißt ab und zu auch mal den Herd an – und einen Kalauer in die Menge. Was der Unterschied zwischen einer Bratpfanne und einer Frauenhand ist, will er wissen, und antwortet gleich: „Die Bratpfanne lässt Würstchen schrumpfen. Und die Frauenhand…“ – Gelächter im Saal – „…eignet sich nicht als Bratpfanne“, vollendet Lichter unbeirrt seinen Satz. Autsch. Darauf schnell noch einen Coffee „Togo“ – Prost, Afrika!

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Wenn Fernsehkoch Horst Lichter auftischt, kriegt jeder sein Fett ab. In der Rattenfänger- Halle schenkt der Entertainer ein – und teilt aus. Fotos: WB



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