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TV-Köche vermissen eine klare Linie in der Gastronomie / Aber auch Lob für frische Produkte

„Küchenchefs“ sollen den Bismarckturm retten

Hameln. Vor etwas mehr als einem Jahr haben Kathrin Lidel und ihr Mann Wolfgang das Restaurant am Bismarckturm übernommen. Doch die Gäste bleiben seither weitgehend aus. Und weder der aus Bayern stammende gelernte Koch – er ist zugleich Lebensmitteltechniker und Betriebswirt – noch seine Ehefrau können sich erklären, warum. Sie sind überzeugt, alles richtig gemacht zu haben, glauben, dass sie kochen können. Nur: Das Ausflugslokal in idyllischer Lage wird immer weniger Ziel von Gästen, es droht die Pleite. Jetzt sollen es die „Küchenchefs“ richten.

veröffentlicht am 20.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Kathrin Lidel und ihr Mann wissen, dass sie Hilfe brauchen. Deshalb haben sie sich beworben bei den TV-Köchen Ralf Zacherl, Martin Baudrexel und Mario Kotaska. „Vielleicht sind wir selbst ein bisschen betriebsblind“, räumt die 33-Jährige freimütig ein. Dass ihre Bewerbung angenommen worden ist, macht ihr Mut. Aber sie muss auch Kritik einstecken können, denn die Küchenchefs sind nicht zimperlich – sie machen den Gastronomen für ihre Sendung buchstäblich Feuer unterm Hintern. Nur 48 Stunden hat das Trio Zeit, um das krisengeschüttelte Restaurant vor dem Aus zu retten. Deshalb machen sie sich nach einem Testessen auch sofort an die Arbeit: Die zwei Köche am Bismarckturm bekommen Tipps und Tricks für eine gute Küche, die Speisekarte wird reduziert, einiges am Interieur verändert, die Werbetrommel gerührt – so lange, bis die TV-Köche zufrieden sind.

„Das Essen ist gut“, stellt Martin Baudrexel klar, auch wenn er ein paar kleine handwerkliche Fehler entdeckt hat. So ist der Rotkohl zu hart gewesen, sagt er, entschuldigt das aber zugleich damit, dass das Team diesmal nicht, wie sonst üblich, überraschend gekommen ist und deshalb keine aufgewärmten Reste vorgesetzt bekam. Viel wichtiger scheint ihm zu sein, dass die Lidels ihr Konzept – das eines guten bayrischen Wirtshauses – nicht stringent verfolgen. „Hier geht’s zu sehr in verschiedene Richtungen, von der Deko aus der feinen Küche bis hin zum Kronleuchter an der Decke“, moniert er. Auch müsse man dem Koch sagen, dass er seine Ansprüche zurückführen müsse – „hier versucht man zu viel, dafür ist der Laden zu riesig.“ Geradezu „toll“ im Vergleich zu anderen Restaurants mit gutbürgerlicher Küche findet Baudrexel aber, dass am Bismarckturm keine Fertigprodukte verwendet werden.

Dennoch: Auch die Tischdeko („irgendwie zusammengewürfelt“) stößt bei den Küchenchefs nicht auf Gegenliebe. Und der Name „Restaurant“, der solle doch bitteschön ganz getilgt werden zugunsten einer Bezeichnung wie Wirtshaus oder ähnlichem. Lidels, glaubt Baudrexel, haben es sich mit ihrem Lokal extra schwer gemacht, stehen mit einem Fuß in der Vergangenheit und haben auch „keinen Bezug zur Gegend“. Die klare Linie – das ist das, was die Fernsehköche von den Gastwirten einfordern und umgesetzt wissen wollen. Wobei „klare Linie“ in diesem Fall heißt: sich ganz auf Bayrisches zu spezialisieren. Baudrexel: „Das bayrische Konzept ist nämlich ein erfolgreiches Exportprodukt und überall beliebt, außer in Bayern.“

Heute Abend um 19 Uhr soll sich übrigens herausstellen, ob sich die harte Arbeit der letzten drei Tage gelohnt hat: Für 27 Euro können sich die Hamelner davon überzeugen, ob die Fernsehköche das passende Rezept für den Bismarckturm hatten. Wer an diesem Essen teilnehmen möchte, muss sich anmelden unter Telefon 05151/8222462. Und weil auch draußen im Biergarten gedeckt wird: warme Kleidung und Regensachen nicht vergessen! Ein Sendetermin für die Folge der Küchenchefs in Hameln wird vom produzierenden Sender VOX noch rechtzeitig bekannt gegeben.



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