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Langer Winter verzögert die alljährliche Wanderung der Amphibien

Kröten kommen nicht aus dem Quark

Hameln. Seit Anfang März warnen die Schilder „Achtung Krötenwanderung!“Doch aufgrund der Kälte haben sich im Bereich des Hamelner Stadtwaldes bislang nur wenig Kröten auf den Weg gemacht, weiß Christian Wiemeyer von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hameln. „Wir hatten tatsächlich Anfang März eine Nacht, in der die ersten Amphibien unterwegs waren, da haben wir am Amphibienschutzzaun an der Klütstraße tatsächlich am Morgen neun Erdkröten gefunden, aber das waren bislang auch die einzigen. Danach brach dann der Winter über uns hinein.“

veröffentlicht am 04.04.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

Eva Strohdeicher
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Und der passt den Kröten so gar nicht ins Konzept. Sie sind wechselwarme Tiere, haben keine konstante Körpertemperatur, sind bei Kälte weniger aktiv als bei Wärme und benötigen nachts deutliche Plusgrade, damit sie sich zur Wanderung in Bewegung setzen. Was sich sonst über mehrere Wochen erstreckt, wird sich in diesem Jahr wohl innerhalb weniger Tage ereignen, so der Vorsitzende des Naturschutzbundes Hameln-Pyrmont (Nabu), Hans Arend. „Wenn die Temperaturen etwas steigen und eventuell noch Regen dazukommt, dann laufen sie alle los, und dann geht das ganz schnell.“

Wenn die Kröten wandern, dann geht für die freiwilligen Helfer die Arbeit los. Arend appelliert an die Autofahrer „Fuß vom Gas!“ Zu hohe Geschwindigkeit sei nicht nur für die Kröten gefährlich. „Unsere Leute tragen extra gelbe Warnwesten mit Nabu-Aufdruck, damit sie für alle Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sind. Dennoch bekommen wir oft die Rückmeldung, dass die Autofahrer wenig Rücksicht auf die wandernden Kröten und die freiwilligen Helfer nehmen.“ Das Problem mit den flotten Fahrern ist auch bei der Stadt Hameln bekannt. Die Autofahrer müssten sogar nicht mal über eine Kröte fahren, um sie zu töten, betont Wiemeyer. Am Düth sei beispielsweise während der Krötenwanderungszeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde vorgesehen. Das sei tatsächlich eine wirksame Maßnahme, sagt der Fachmann. „Sobald man schneller über Amphibien hinwegfährt, selbst, wenn man die Tiere nicht mit dem Reifen erwischt, reicht der Luftdruck, also die entstandene Druckwelle, um das Tier zu töten.“

Es wirke sich nicht gerade positiv aus, dass die Kröten-Warnschilder nun schon seit Anfang März stehen, betont Wiemeyer. „Im Moment besteht eine leichte Gefahr darin, dass einfach ein Gewöhnungseffekt eintritt und die Schilder nicht mehr die Aufmerksamkeit erreichen, die seitens der Autofahrer nötig wäre.“ Normalerweise werden die Krötenwarnschilder und die damit verbundenen Durchfahrverbote am Wiehengrund und im Bereich der Heisenküche am 15. April wieder abgebaut, in diesem Jahr werden sie aber wohl länger stehen bleiben, da Nächte ohne Bodenfrost noch nicht in Sicht sind, gibt der Vorsitzende des Nabu Hameln-Pyrmont, Hans Arend, zu bedenken.



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