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Kroatien besiegt Irland – ein Zeichen?

Hameln (ch). Pauline Atkinson hat sich extra ein Trikot ihres Neffen geliehen. In Kleeblattgrün mit roten Haaren und heller, sommersprossiger Haut erfüllt sie alle stereotypen Merkmale, die man im Ausland mit Iren assoziiert – perfekt, um ihr Land beim Dewezet-EM-Match würdig zu vertreten. Die fröhliche Irin blickt ohne Nervosität auf das bevorstehende Spiel Irland gegen Kroatien. „Es ist nur ein Spiel, Gewinnen ist nicht alles“, sagt sie mit Blick auf das EM-Fußballspiel ebenso wie auf ihren Kampf an der Torwand gegen Toni Dizdar, ihren kroatischen Gegner.

veröffentlicht am 09.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 05:41 Uhr

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Der junge Kroate ist weniger gelassen. Immer wieder wandert sein Blick nervös von Pauline Atkinson zum Fußballtor, das auf dem Media-Markt-Parkplatz aufgebaut ist. „Gegen eine Frau zu verlieren, das wäre voll peinlich“, findet er. Was er vor dem Tor an Optimismus vermissen lässt, macht er durch seine Einschätzung, wie weit es die kroatische Mannschaft im Turnier schaffen werde, wieder wett. „Sie kommen bis ins Halbfinale – mindestens“, ist er überzeugt. Die selbstbewusste Irin unterstützt „ihre Mannschaft“ zwar ebenfalls, doch über eine wage Hoffnung, die Iren könnten es eventuell bis ins Viertelfinale schaffen, geht ihr Optimismus nicht hinaus. „Wenn sie verlieren, aber die andere Mannschaft richtig gut gespielt hat, bin ich nicht traurig. Ich freue mich dann auch immer mit denen, die es verdient haben“, sagt sie. Seit 1988 lebt sie in Bad Pyrmont, damals wurde ihr Mann von seiner Firma in die Kurstadt versetzt. Vor ihrem kroatischen Gegner hat sie keine Angst. Das Tor hat sie bereits genau gemustert, weiß, wohin es zu schießen gilt, um die meisten Punkte zu bekommen, die Turnschuhe sind bereits angezogen – es kann losgehen. Kopf oder Zahl, eine Münze fliegt durch die Luft. Kopf: Dizdar beginnt.

Dreimal läuft er an, drei solide Schüsse. Die begehrten oberen Ecken hat er verfehlt, doch 39 Punkte sind zusammengekommen. Nicht schlecht für den Anfang. Doch zum Jubeln lässt sich Dizdar, der 1995 als Kriegsflüchtling nach Hameln gekommen ist, nicht hinreißen. Erst einmal abwarten, wie sich Atkinson schlägt. Als Zuschauer fiebert er mehr mit. Für das erste EM-Spiel der Kroaten am Sonntag, 10. Juni, ab20.45 Uhr, ist er bereits mit Freunden und Familie verabredet. „Dann ziehe ich auch ein Trikot an“, verrät er. Einen Tipp, wie das Match ausgehen wird, hat er auch: „drei zu eins für Kroatien“. Doch erst einmal gilt es, selbst das Spiel zu gewinnen, um für ein gutes Omen zu sorgen.

Mit großen Schritten schreitet Pauline Atkinson zum Abschusspunkt, legt den Ball auf den Boden, geht einen Schritt zurück und schießt. Wosch – langsam kullert der Ball ins Netz. Punkte gibt es dennoch. Und der nächste Schuss wird besser. 19 Punkte, da haben sich schon viele schlechter geschlagen. Früher hätte sie auf dem Feld mit improvisierten Toren gespielt, doch heute mangelt es an Trainingsmöglichkeiten. „Ich spiele nur zum Spaß bei Firmenfesten oder so“, sagt sie. Die Spiele der irischen Mannschaft wird sie zu Hause vor dem Fernseher verfolgen. Bei wichtigen Spielen sei sie gemeinsam mit ihrem Mann auch in ein Irish Pub nach Hannover gefahren, um dort in guter Stimmung ein Match zu schauen. Dass sie beim Torwandschießen am Ende unterlegen ist, nimmt sie gelassen. Dizdar ist erleichtert. „Der Bessere hat gewonnen, das war ein eindeutiges Zeichen für das Spiel“, sagt er mit neuer Siegessicherheit.

2 Bilder

Es gibt nicht nur Schwarz-Rot-Gold: Alle Nationen, die seit gestern um den Titel des Europameisters kämpfen, sind in Stadt und Landkreis vertreten. Die Dewezet bittet zur eigenen Fußball-EM – an die Spielkonsole, den Kickertisch oder die Torwand.

Pauline Atkinson (oben) trat bei der Dewezet-Fußball-Europameisterschaft für Irland, Toni Dizdar (unten) für Kroatien an.

Fotos: Wal



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