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Prognose „beruhte auf 65 Euro pro Quadratmeter“

Kritik an Preisen für Hottenbergsfeld

HAMELN. Wenn die Stadt Hameln die Entwicklung des Baugebiets Hottenbergfelds nachzeichnet, führt sie oft eine Studie des Eduard-Pestel-Instituts aus Hannover ins Feld. Die darin vorgestellten Ergebnisse seien mit Grundlage für die Ratsentscheidung gewesen, das Baugebiet selbst zu vermarkten, hatte Stadtsprecher Thomas Wahmes vor einigen Tagen angemerkt. Jetzt meldet sich der ehemalige Vorstand des Pestel-Instituts, Dr. Klaus Peter Möller, zu Wort.

veröffentlicht am 02.03.2018 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 02.03.2018 um 21:10 Uhr

Gut 50 Baugrundstücke im Hottenbergsfeld sind noch immer frei. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Das Pestel-Institut hatte für Hameln seinerzeit einen erheblichen Bedarf an Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser gesehen. Für das Hottenbergsfeld hatten die Experten die Prognose ausgegeben, dass bis zum Jahr 2005 von den rund 200 Grundstücken 160 verkauft sein würden. Die Anzahl wurde bis heute nicht erreicht (wir berichteten). Dass sich die Prognose nicht bewahrheitet hat, liegt nach Möllers Schilderung an einem einfachen Umstand: am Preis.

Möller war nach eigenen Angaben Projektleiter der Untersuchung, die im Jahr 2003 vorgestellt worden sei. „Ich habe dem Planungsamt schon damals einen Preis von 65 Euro pro Quadratmeter vorgeschlagen“, erklärt Möller im Gespräch mit der Dewezet. Auf diesem Preis habe die Prognose hinsichtlich der Nachfrage und der schnellen Vermarktung beruht. In der Untersuchung sei außerdem die Konkurrenz zu Baulandpreisen in den zum Stadtgebiet gehörenden Dörfern erwähnt worden. Dort, so Möller, habe der Baulandpreis damals bei 45 Euro pro Quadratmeter gelegen. „Die Stadt wollte jedoch unbedingt einen Preis von 85 Euro durchsetzen“, erinnert sich Möller. Das Ergebnis sei die schleppende Vermarktung. Der Fachmann bleibt dabei: „Hätte die Stadt von vornherein 65 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, wäre das Baugebiet längst voll.“

Tatsächlich ist der ursprünglich geplante Preis von 85 Euro pro Quadratmeter im Hottenbergsfeld nach Auskunft der Stadt nie erzielt worden. Das erste Grundstück sei 2002 zu einem Quadratmeterpreis von 75 Euro verkauft worden, hatte Stadtsprecher Thomas Wahmes kürzlich gegenüber der Dewezet erklärt.

In Möllers Augen sei die Preisdifferenz von damals 40 Euro für Grundstücke im Umland einfach zu groß gewesen „für dieses fast zwei Kilometer von der Stadt abgehängte Gebiet mit seinen teilweise extremen Schräglagen“. Inzwischen liegt der Preis für jene Grundstücke am Hang bei 68 Euro und hat sich den von Pestel empfohlenen Wert angenähert. Werden bestimmte Maßnahmen ergriffen – Solarthermie, Pelletsheizung – zahlt ein Bauherr unterm Strich nur 61 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Für ein Grundstück im Haverbecker Baugebiet „Auf dem Berge“ ist ein Preis von etwa 75 Euro pro Quadratmeter veranschlagt.



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