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Verwaltung zieht Beschlussvorlage zurück

Kritik an Plänen zu Holz-Siegel

HAMELN. Vorerst wird wohl nicht mehr diskutiert, welches Gütesiegel künftig in Hamelns Stadtwald gilt. Am Ende der Diskussion im Umweltausschuss am Montag zog Hermann Aden im Namen der Verwaltung die Beschlussvorlage zurück. Zuvor hatte sich Hamelns Erster Stadtrat anhören müssen, dass die Verwaltung mit ihrem Vorstoß „inhaltlich schwierig und tendenziös“ gehandelt habe.

veröffentlicht am 07.08.2017 um 20:19 Uhr

Blick in den Klütwald: Derzeit hat das Holz aus den Hamelner Stadtwäldern eine PEFC-Zertifizierung. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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So hat es der Grüne Ratsherr Sven Kornfeld in Richtung Rathaus formuliert.

Es bleibt damit weiter offen, ob das Holz aus Hamelns Wäldern weiterhin wie bisher noch eine ganze Weile nach dem sogenannten PEFC-System zertifiziert bleibt oder möglicherweise doch noch einmal mit dem anspruchsvolleren FSC-Siegel (wir berichteten) gekennzeichnet wird. Mit der Beschlussvorlage, über die die Politiker gestern entscheiden sollten, sollte das FSC-Siegel jedoch schon heute für alle Zukunft ausgeschlossen werden. Kornfeld äußerte dementsprechend seine Verwunderung, dass die Verwaltung dem Ausschuss so einen Plan zur Abstimmung vorlegte. Die Vorlage gleiche eher einem politischen Antrag – und der solle schließlich besser auch aus den Reihen der Politiker kommen.

Aden entgegnete für die Verwaltung: „Wir sehen den finanziellen und personellen Aufwand, der durch die Audits auf uns zukommt.“

Aber die Politik sieht ganz offensichtlich „keine Notwendigkeit, das FSC-Siegel auszuschließen“, wie Bettina Schultze (SPD) ergänzte. „Wir sollten uns für die Zukunft keine Tür zuschlagen.“ Aus Sicht des FDP-Ratsherrn Hans Wilhelm Güsgen war die frühzeitige Beschlussvorlage vergleichbar mit dem Antrag „einen Hubschrauberlandeplatz im Bürgergarten“ durchzusetzen. Es gebe für die Verwaltung überhaupt keinen Anlass, eine Zertifizierung zum derzeitigen Zeitpunkt kategorisch auszuschließen.

Ralf Hermes sagte als beratendes Ausschussmitglied für das Hamelner Umweltzentrum: „Wir diskreditieren mit der Ablehnung ein Gütesiegel – und das ganz ohne Not.“ Seine Bitte an Aden: die Rücknahme der Beschlussvorlage. Das tat der Stadtrat schließlich.

Die Ausschussmitglieder der CDU/DU/UFB-Fraktion hätten der Beschlussvorlage, wäre es zur Abstimmung gekommen, zugestimmt. Die Argumente der Verwaltung sind sinnvoll, hieß es.

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