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Wie angekündigt: Landkreis lässt über 100 Bäume auf Kasernengelände fällen

Kritik an Abholzung kommt zu spät

HAMELN. Eigentlich hätten die Fraktionen der Grünen und Linken noch ein paar Fragen an den Landkreis und die Stadt Hameln gehabt, bevor die 100 Bäume auf dem Gelände der ehemaligen Linsingen-Kaserne gefällt werden. Zu spät: Denn die Bäume wurden bereits zu Wochenbeginn gefällt.

veröffentlicht am 12.02.2019 um 17:53 Uhr
aktualisiert am 12.02.2019 um 20:10 Uhr

Baumstämme liegen gestapelt auf dem Linsingen-Gelände. Foto: Wal
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Ebenso ergeht es dem ehemaligen BUND-Vorsitzenden Ralf Hermes und Thomas Haeckel vom British German Club Hameln. Doch die Realität hat die Zweifler überholt: Die besagten Bäume sind bereits gestern und vorgestern der Motorsäge zum Opfer gefallen.

Ein Bericht der Dewezet über die bevorstehende Fällung hatte die Politiker, Bürger und Naturschützer letzte Woche aufgeschreckt: Sie fragen sich, wie die Entscheidung der Baumfällung zustande gekommen, ob ein Baumgutachter zurate gezogen wurde und wer am Entscheidungsprozess beteiligt war. Und sie wollen wissen, wann und wo Nachpflanzungen geplant sind. Tatsächlich war aber schon länger bekannt, dass die Bäume gefällt werden sollen. Die Dewezet stellte die städtischen Pläne zum Wettbewerb für einen Quartierspark vor fast genau einem Jahr vor. Im Ausschreibungstext hieß es, dass die Bäume, die sich dort befinden, wo der Park entstehen soll, „möglichst erhalten bleiben und in die künftige Quartiersnutzung integriert werden“ sollen.

Thomas Haeckel hält es dennoch für unnötig, die Bäume zu fällen, solange es keine konkreten Pläne zu Wegen, Straßen und Gebäudestandorten gibt. Der Landkreis stehe mit seinen Ausschreibungen für einen Generalunternehmer noch ganz am Anfang und die Stadt müsse erst einmal Investoren anwerben und vertraglich binden, argumentiert er.

Aus dem Kreishaus hieß es am Dienstagabend auf Anfrage, dass die Fällungen „eine notwendige vorbereitende Maßnahme für den im Sommer 2019 beginnenden Rückbau der Gebäude“ seien. Aufgrund des gesetzlichen Fäll- und Schnittverbots ab dem 1. März hätten die Arbeiten noch in diesem Monat erfolgen müssen. Bis dato standen insgesamt 212 Bäume auf dem gesamten Gelände. Vor allem der entlang der äußeren Einfassungsmauern weitestgehend geschlossene Kranz aus alten und älteren Bäumen sei sowohl von Landkreis Hameln-Pyrmont, Stadt Hameln und der GSW als auch von der Baumsachverständigen als besonders erhaltenswert eingestuft worden, teilte eine Kreissprecherin mit. Auch einzelne Bäume im Bereich des geplanten Quartierparks seien nicht gefällt worden. Was Nachplanzungen betrifft, werde es im Bereich des Quartierparks neue Bäume geben, auch im Zuge der weiteren Schulbauplanungen werde ein Freiflächenkonzept entwickelt, darin enthalten seien weitere Baumpflanzungen.



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