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Zugewachsene Auffangbecken und verlandete Teiche

Kritik am Lesertelefon: Schandflecke und Gefahr für Anwohner bei Waldbrand?

HAMELN. Der Zustand mancher Ecken in Hameln ist unseren Lesern ein Dorn im Auge – mehrere Anrufe am Lesertelefon drehen sich jedenfalls um diese Themen. Auch die verdreckten Bereiche in der Stadt stoßen sauer auf.

veröffentlicht am 27.10.2021 um 10:00 Uhr

Kerstin Hasewinkel

Autor

Ressortleiterin zur Autorenseite

So beklagt Renate Wolf die Situation am Auffangbecken beim Friedrich-Maurer-Weg. „Das ist ein Schandfleck“, meint sie. Früher sei der Bereich gepflegt gewesen, einmal im Jahr die Hecke geschnitten worden. Mittlerweile sei es lange her, dass dort jemand Arbeiten vorgenommen habe, alles sei zugewachsen, Sträuche und Bäume bei Sturm eine Gefahr. Auf Anfrage teilt die Stadt mit, dass dem Hinweis zeitnah nachgegangen wird, allerdings fällt das in den Zuständigkeitsbereich der Abwasserbetriebe. Janine Herrmann, Pressesprecherin der Stadt, erklärt, dass die Info bereits weitergegeben wurde.

Volker Schmidt fragt, warum die Stadt den Teich am Alten Hallenbad verlanden lässt. „Dort wurde Schilf angepflanzt – aus welchem Grund?“ Früher sei dort ein Eisvogel heimisch gewesen, der nun aber nicht mehr zu sehen sei. Dem Hamelner ist es ein Rätsel, warum der Teich derart verkommt – und das vor dem Hintergrund, dass in der heutigen Zeit Biotope eher gefördert würden. Der Zustand rund um den Teich war schon häufiger Kritikpunkt. Die Stadt habe sich entschlossen, diesen Bereich naturnah zu belassen, so Herrmann. „Daraus ergibt sich natürlich das Dilemma, dass es dort nie freie Sicht geben wird. Die Schilfhalme haben an dieser Stelle auch eine ökologische Funktion, um den Sauerstoffgehalt des Wassers zu verbessern“, so die Stadtsprecherin. Der Teich biete so Insekten und Wasservögeln ein Versteck. 2018 wurde die Teichpumpe erneuert und um eine Belüftung ergänzt, dadurch sei die Wasserqualität gestiegen und das Schilf habe sich entsprechend ausgebreitet. In der kalten Winterzeit, wenn weder auf Vögel noch Insekten allzu viel Rücksicht genommen werden muss, wird es einmal jährlich zurückgeschnitten, heißt es weiter.

Über Schmutz und Schlamm auf der Straße beklagt sich Friedhelm Jordan. Er ist Anwohner der Dr.-Winter-Straße, und die wird zurzeit wegen des Baugebiets am Baileypark von schweren Lkw befahren. „Mein Auto brauche ich im Moment nicht mehr zu waschen“, sagt der Hamelner und fragt, wer eigentlich dafür zuständig sei, dass die Straße zwischendurch auch mal gereinigt werde. Auch Schäden an der Straße selbst befürchtet Jordan langfristig durch die Dauerbelastung mit den schweren Fahrzeugen. Da stelle sich die Frage: „Wer kommt hinterher dafür auf?“ Klare Antwort der Stadt: Der Verursacher ist für die Beseitigung des Drecks zuständig. Je nachdem, wie groß die Verschmutzung nach Abschluss der Bauarbeiten ist, würden Lösungen gefunden. Straßenschäden, so die Stadtsprecherin, würden auch dort auftreten, „wo nicht unbedingt Bauarbeiten sind. Je nachdem wie alt die Straße (Untergrund und Fahrbahndecke) ist, werden dann Ausbesserungs- oder Sanierungsarbeiten fällig.“ Bisher würden die Straßen um den Baileypark aber der Belastung standhalten, „falls starke Schäden auftreten sollten, werden wir uns zum entsprechenden Zeitpunkt auseinandersetzen“. Eine pauschale Antwort sei nicht möglich, weil es unterschiedliche Besitzverhältnisse gibt und diese und auch die Schäden immer im jeweiligen Fall individuell geprüft werden müssen.

Sorgen um das Wohngebiet am Klütwald beziehungsweise Riepen macht sich Brigitte Halfter. Die Waldbrandgefahr steige bekanntlich – und nachdem sie in einem Bericht gesehen habe, wie rasend schnell Feuer sich verbreite, fragt sie sich ernsthaft, wie dann die Anwohner dort geschützt werden können. „Reicht das Löschwasser überhaupt? Die Riepenteiche sind im Sommer trocken. Auch die Pläne für das Freilufttheater im Klüt machen ihr mit Blick auf eben die Waldbrandgefahr Sorge. Die Hamelnerin meint, sich zu erinnern, dass die Grünen vorgeschlagen hatten, die Situation vor Ort zu analysieren.

Die Stadt möchte die Sorge entkräften und verweist auf die Brandschutzbestimmungen: Die Waldbühne unterhalb des Klütturms sei für maximal 250 Personen zugelassen – dies sei „keine Gefahr im Sinne einer erhöhten Brandlast oder dem Risiko einer unbeabsichtigten Brandentstehung“. Unmittelbar in der Nähe befinde sich eine Löschwasserentnahmestelle für die Feuerwehr, „die im Rahmen des Brandschutzkonzeptes für das Hotel/Restaurant ertüchtigt und überprüft wurde“. Die Waldbühne werde bei Betrieb ebenfalls mit Brandschutzkomponenten in Form von Feuerlöschern ausgestattet.

Die Feuerwehr Hameln sei personell und materiell sehr gut aufgestellt und übe regelmäßig Waldbrandszenarien. „Wir haben mit der Feuerwehr Vorkehrungen getroffen, um Waldbränden vorzubeugen. Der hohe Laubholzanteil in unseren Wäldern ist ein weiterer Schutz. Brandschneisen in den stehen gebliebenen toten Fichten sollen zudem Schlimmeres verhindern“, so die Sprecherin, die mit Blick auf die Grünen bestätigt, dass diese Fürsprecher für einen Brandschutzbedarfsplan (BSP) in der Stadt Hameln sind, der den gesamten Brandschutz in der Stadt Hameln beleuchten und dokumentieren würde. Darin enthalten wären auch die entsprechenden Feuerwehrfahrzeuge und deren Wasservorrat, um im Fall der Fälle einen Waldbrand im Klüt zu löschen.

Und dann kommt noch ein Denkanstoß einer Anruferin: „Warum gibt es in Hameln kein Carsharing?“ Das wäre doch angesichts der explodierenden Spritpreise und der Bemühungen für den Klimaschutz eine tolle Sache. Vor Jahren hatte es ein solches Angebot einmal gegeben – offensichtlich ist es mangels Nachfrage eingestellt worden.



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