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Für 18 Kinder müssen Betreuungsplätze gefunden werden

Krippen-Notstand in Tündern

TÜNDERN. Für viele Familien mit Kindern im Krippenalter herrscht in Tündern der Notstand. 18 Kinder können keinen Betreuungsplatz ab dem 1. August bekommen. Und der Bedarf wird weiter steigen. Klar ist für den Ortsrat, dass eine Lösung in Tündern gefunden werden muss.

veröffentlicht am 08.03.2018 um 17:36 Uhr

Die Stadt Hameln sucht nach einem Platz für ein „Kindernest“ in Tündern – bisher vergeblich. Foto: dpa
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Für viele Familien mit Kindern im Krippenalter herrscht in Tündern der Notstand: „Ich musste 17 Familien mit 18 Kindern leider mitteilen, dass für ihre Kleinen im nächsten Krippenjahr ab dem 1. August kein Platz in unserer Krippe vorhanden ist“, berichtete die tündernsche Kita-Leiterin Jessica Többens dem Ortsrat am Mittwochabend, als es um das Thema Großtagespflegestelle in dem Hamelner Ortsteil ging. „In meinem Schreiben habe ich diese Familien auf Tageseltern hingewiesen, aber ich weiß, dass viele von ihnen, auf einen Krippenplatz angewiesen sind, weil die Möglichkeiten in Tündern weitgehend erschöpft sind. Das haben mir die Eltern im Vorfeld meiner Absage so mitgeteilt“, erklärte Jessica Többens auf Anfrage.

Genau so geht es auch Stephanie Heineking-Kutschera. „Wenn ich keinen Platz für mein jetzt noch nicht ganz zwei Jahre altes Kind bekomme, kann ich eine Stelle, die mir zugesagt worden ist, nicht antreten. Das wäre wirklich ärgerlich“, erklärte sie am Rande der Ortsratssitzung.

Und der Bedarf wird weiter steigen. Das zumindest konstatierte Herbert Habenicht (FDP). „Der dritte Bauabschnitt des Baugebiets ,Auf der Linkworth‘ läuft mit jungen Familien zu“, bestätigte auch Ortsbürgermeisterin Elke Meyer (SPD). Habenicht ergänzte: „Und junge Familien kaufen inzwischen auch Immobilien aus dem Bestand. Da findet gerade ein demografischer Wandel statt.“ Auch wenn es eine schlechte Nachricht sei, dass Krippenplätze in Tündern fehlten, „so ist es doch eine gute Nachricht, dass wir in Tündern wieder viele Kinder haben. Da muss es uns um die Zukunft der Grundschule nicht bange sein“, merkte das FDP-Ortsratsmitglied an.

Dass sich die Stadt in den vergangenen Monaten intensiv um Räume für eine Großtagespflegestelle nach dem Konzept „Kindernest“ bemüht habe, betonte während der Sitzung Ulrike Cott, die Abteilungsleiterin für Kindertagesbetreuung bei der Stadt. „Aber wir haben bislang keine geeigneten Räume finden können“, berichtete sie. „Meist stand uns dabei der Brandschutz im Weg, denn für eine Großtagespflegestelle ist zwingend ein zweiter Fluchtweg vorgeschrieben.“ Und der sei in Wohnungen, die in einem Obergeschoss lägen, in der Regel nicht vorhanden.

Zwar hörte sich der Vorschlag von Rolf Wissmann (CDU), eine Container-Lösung auf dem Freigelände der Kindertagesstätte ins Auge zu fassen, zunächst wie die ideale Lösung an. Ulrike Cott indes machte deutlich, dass dies aus zweierlei Gründen nicht möglich sei. Einerseits sei eine Container-Lösung zu teuer, vor allem aber könne sie als vorgegriffene Erweiterung der Kita interpretiert werden, was dazu führe, dass eine Förderung der Personalkosten durch das Land damit ausgeschlossen sei. Da für die maximal zehn Kinder in einer derartigen Einrichtung etwa 80 Quadratmeter Fläche benötigt werden, empfahl Eberhard Kreye (SPD), zu prüfen, ob nicht die vor Jahren geschlossene und jetzt leer stehende Apotheke in Tündern genutzt werden könne. Dort seien sicherlich keine großen Investitionen erforderlich.

Klar ist für den Ortsrat, dass eine Lösung in Tündern gefunden werden muss; dauernde Transporte nach Hameln seien viel zu aufwendig. Und so appellierte Ortsbürgermeisterin Elke Meyer an die Ortsratsmitglieder und anwesenden Bürger, nach Räumen Ausschau zu halten und sie der Stadt zu melden.

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