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Literatur und mehr: Fünfte Spätlesenacht lockt zahlreiche Besucher

Krimispannung – und dazu Flammkuchen

Hameln. Zum fünften Mal lud die Hamelner Spätlesenacht zum abendlichen literarischen Stadtbummel. Und fünf war auch die Zahl der Stationen: die Buchhandlungen Matthias und von Blum, die Stadtbücherei, Radio Aktiv und die Vinothek „Vin & Vini“ waren mit von der Partie. Wir bummelten mit.

veröffentlicht am 15.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Start in die Lesenacht um 19.50 Uhr in der Buchhandlung von Blum. Das Geschäft mit angeschlossenem Café an der Emmernstraße ist rappelvoll. „Texte und Töne von der grünen Insel“ ist das Programm überschrieben. Die heimische Band Tone Fish gibt gerade „Wiskey in the jar“ zum Besten – das passt. Die Stimmung ist gut, das Publikum wippt mit und unterhält sich leise. Wären nicht die vielen Bücher, so könnte man meinen, in einen irischen Pub eingetreten zu sein. Kaum hat die Band ausgespielt, steht Ilka Voß am Rednerpult. Sie wechselt sich bei den Lesungen mit Gastgeberin Cornelie von Blum ab. Voß liest aus Frank McCourts Roman „Die Asche meiner Mutter“. Die Fußwipper von eben lauschen nun andächtig. Voss beherrscht ihr Lese-Handwerk. Sie erzählt vom schweren Arbeiterleben in Irland. Von dem Sohn, der versucht, seinen Vater zu verstehen, als dieser verlangt, dass er und seine Brüder für Irland in den Kampf ziehen sollen. Ute Salmen ist einer der Gäste „Die Mischung hier ist gut“, lobt die pensionierte Lehrerin. „So ein Angebot wie die Lesenacht gibt es nicht alle Tage.“

20.20 Uhr – nur noch zehn Minuten, dann ist der erste Teil der Lesenacht in der Hamelner Stadtbücherei auch schon vorbei. Von neugierigen Straßenblicken kann diese Veranstaltung nicht profitieren, denn sie findet im Obergeschoss statt. Auf Tuchfühlung mit dicken Romanen und aktuellen Taschenbüchern, wie eben bei von Blum, kann der Gast hier auch nicht gehen. Aber dafür ist im abgegrenzten Konferenzraum sehr viel Platz. Hier scheinen die Kapazitäten an den extra zurecht gestellten Tischen für Gäste unbegrenzt zu sein. Klaviermusik (Joel Enß von der Jugendmusikschule) und „tierische“ Lesungen aus der „Literaturschmiede“ Hessisch Oldendorf (Bärbel Waßmuth, Monika Faust, Gaby Lingen, Annette Hensel und Anja Förster), haben sich hier schon fleißig abgewechselt. Den Abschluss machte Uwe Förster mit Heinz Erhards vergnüglichem Gedicht von der Made.

Bei „Vin & Vini“ sind „Ohren und Gaumenschmaus“ für diese Lesenacht angekündigt. Für die Ohren sind vor allem die beiden Autorinnen Nané Lénard und Andrea Gerecke zuständig. Für den Gaumen Gerhard Bauer. In einer Viertelstunde, um 21 Uhr, soll es offiziell los gehen. Für die letzten Gäste werden noch Stühle herangeschafft. Auch hier sind irgendwann die Aufnahmekapazitäten erschöpft. Bevor das Programm beginnt, werden die Bestellungen beim Wirt aufgeben. Einen Tisch ganz vorne am Geschehen ergattert haben Heike Lührig und Nicole Pöschel. Sie holen gerne ihre Trophäen der Lesenacht aus der vergangenen Stunde hervor. Es sind frisch signierte Bücher aus der Buchhandlung Matthias. „Das sind spannende Skandinavienkrimis von Ulrike Gerold und Wolfram Hänsel“, erzählen die Freundinnen. „Die Autoren schreiben gemeinsam als ,Freda Wolff‘ und haben das so gut vorgetragen – da wollten wir gar nicht, dass sie aufhören.“

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Tote im Friesennerz – und Ermittlungen

in der Handballszene

Die Krimis, die nun den Gästen in der Osterstraße vorgelesen werden, sind in den CW Niemeyer Buchverlagen erschienen. Zwischendurch gibt es Gitarrenmusik von Achim Lakatsch. „Der Musiker hat lange in Irland gelebt“, kündigt ihn Verlagschef Carsten Holzendorff an. Als Erstes liest Andrea Gerecke. Wie sie selbst ist auch ihr Romankommissar aus Berlin in die Provinz ausgewandert. Es geht in die Handballszene, die Ehefrau eines Trainers ist das Opfer. „Bei ihnen ist der Lack ab, sie müssen ihn freigeben“, liest Gerecke. Denn die junge Handballerin Jennifer ist schrecklich verliebt in ihren Trainer.

Bei Nané Lénard ist es mittlerweile das achte Buch. Ob Oma Pusch wohl mit Freundin Rita etwas zur Lösung des Rätsels um die beiden Toten in Regenmänteln beisteuern kann? In „FriesenNerz“, Lénards neuem Ostfriesenkrimi steht’s – er erscheint im März.

Bei „Vin & Vini“ ist übrigens auch Ute Salmen wieder anzutreffen, sie genießt bei der Lesung gerade einen Flammkuchen – „Ohren und Gaumenschmaus“ eben.

Irisch ging es in der Buchhandlung von Blum zu – musikalisch wie literarisch.

Trophäen einer Lesenacht: Heike Lührig (li.) und Nicole Pöschel präsentieren signierte Romane von Freda Wolff.Fotos: git

Nané Lénard (li.) und Andrea Gerecke lasen aus ihren neuen Büchern bei „Vin & Vini“.



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