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Kreiskrankenhaus ergreift Sofortmaßnahmen gegen Legionellen

veröffentlicht am 19.05.2009 um 19:06 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (ni). Die Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses Hameln-Pyrmont hat gestern mit einem Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen auf die gefährliche Konzentration von Legionellen im Leitungsnetzt der Abteilung an der Wilhelmstraße reagiert. Bereits mittags waren die ersten Duschen auf den Stationen mit Legionellen-Filtern ausgestattet. Während die Patienten der Klinik gelassen auf die außergewöhnliche Situation reagieren, geht die Suche nach den Ursachen der plötzlichen Vermehrung der Bakterien weiter.Die ungewöhnlich hohe, und für Menschen mit geschwächtem Immunsystem durchaus gefährliche Konzentration von Legionellen im Wasser der Klinik war bei der jüngsten Kontrolle aufgefallen. Die Patienten wurden sofort informiert, aufgeklärt und gebeten, die Duschen – weil potenzielle Infektionsquellen – nicht zu benutzen. „Es gibt Schlimmeres“, reagierten die meisten Patienten gestern gelassen auf die außergewöhnliche Situation. „Wenn wir uns auf dem Flur treffen, reden wir über unsere Operationen und darüber wie die Heilung verläuft“, umschreibt Mareike Pypetz die Stimmung auf der Station. Die Legionellen oder gar Angst vor einer Anstecktung seien kein Thema. „Da vertraue ich denen hier vollkommen“, sagt Pypetz.

Eine Gefahr für die Patienten der Wilhelmstraße sieht auch Dr, Rolf Fleischer nicht. Der Leiter des Gesundheitsamtes hat das Wasser der Wilhelmstraße permanent im Auge: „Weil wir unserem maroden Netz nicht trauen, kontrollieren wir das Wasser laufend“. In den Bereichen der Klinik, in denen wenig Wasser verbraucht wird, werden wöchentlich Proben genommen; dort, wo es nahezu ständig fließt alle vier Wochen. Die Logik liegt in der Eigenart der Bakterien begründet: In geringer Anzahl und für den Menschen ungefährlich, sind sie in nahezu jedem Wasserstrahl enthalten. Sie können sich aber zu gesundheitsgefährdenden Mengen vermehren, wenn das Wasser lange in den Leitungen steht.
 Eine besondere Problematik der Abteilung an der Wilhemstraße könnte eine solche Ballung begünstigt haben: Im Zuge etlicher Umbauten und Umnutzungen der Gebäude wurden zahllose Wasserleitungen im Laufe der Jahrzehnte stillgelegt. „Da kam ein Stopfen drauf, und fertig“, so Fleischer. Von der Hauptleitung seien diese toten Arme jedoch nicht abgetrennt worden. Vermutlich könne sich das in ihnen stehende Wasser bei starken Druckschwankungen mit dem Wasser vermischen, das in den Zimmern und Bädern aus dem Hahn kommt.

Durch regelmäßige Spülungen des Leitungsnetzes sowie durch den Zusatz eines Desinfektionsmittels sei es bisher gelungen, die Legionellen in Schach zu halten. Eine abschließende Erklärung für den plötzlich extrem hohen Wert gibt noch nicht. „Wahrscheinlich hat eines der Sicherheitsrädchen nicht richtig funktioniert“, sagt Fleischer und zählt mögliche Ursachen auf: eine zu geringe Warmwasser-Temperatur, was die Vermehrung der Bakterien begünstigen würde; eine zu niedrige Dosierung des Desinfektionsmittels; „vielleicht“ eine Nachlässigkeit bei der Einhaltung des Spülprogramms.

 

 

 

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