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Helfer befürchten: Nur ein kleiner Teil aller Bedürftigen meldet sich

Kreide-Tafel hilft 102 Schülern

Hameln (sto). Zur Einschulung hat Lea von ihrer Patentante einen nagelneuen Ranzen mit bunten Lillyfee-Motiven bekommen. Svenja hingegen möchte am liebsten gar nicht zur Schule: Sie fürchtet, dass die anderen Kinder sie auslachen wegen ihrer schäbigen dunkelbraunen Ledertasche. Für eine neue Schultasche hat ihre Mutter kein Geld. Um finanziell benachteiligten Kindern zu helfen, wurde vor einem Jahr die „Hamelner Kreide-Tafel“ ins Leben gerufen. „Mit unserem Projekt haben wir bisher 332 Schüler mit Ranzen und Arbeitsmaterial ausgestattet“, resümiert Nicola Kraus. Die Resonanz könnte jedoch größer sein, denn der Bedarf auf Unterstützung sei groß. „Ich denke, wir haben nur 10 bis 15 Prozent der finanziell schwachen Familien erreicht“, mutmaßt Nicola Kraus vom Kinderschutzbund. Die Hemmschwelle, sich als arm erkennen zu geben, sei sehr hoch. Besonders bei denen, die erstmalig die Hilfe der Kreide-Tafel in Anspruch nehmen. „Der Hauptgrund für die Zurückhaltung sind mangelnde Informationen“, glaubt Ursula Waltemathe von der Hamelner Tafel. Deren Kunden beispielsweise stehen der Kreide-Tafel mittlerweile offen gegenüber, werden sie doch bei der Abholung der Lebensmittel durch die Tafel-Helfer und die anderen Kunden dazu ermutigt, die Hilfe der Kreide-Tafel in Anspruch zu nehmen. Die Informationen werden hauptsächlich in den Medien und über die Schulen bekanntgegeben. Die Kreide-Tafel ist ein Projekt der Hamelner Tafel, des Kinderschutzbundes und der Diakonie Hameln-Pyrmont. Es wurde 2008 von Nicola Kraus und Ursula Waltemathe ins Leben gerufen. Die zehn Helfer arbeiten ehrenamtlich. Initialzündung zur Gründung waren Berichte über zunehmende Kinderarmut in Deutschland. „Da erst wurde mir richtig bewusst, dass sich die Kinderarmut praktisch vor der eigenen Haustür abspielt“, erinnert sich Nicola Kraus.

veröffentlicht am 02.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 07:41 Uhr

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