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Havarie am Hamelner Wehr / Bergeversuche bleiben erfolglos

Kranschiff mit Schieflage - Schlepper ziehen es frei

HAMELN. Auf der Weser ist am Dienstag eine Bergungsaktion angelaufen. Unweit der Pfortmühle lag ein Kranschiff auf Grund. Das 55 Meter lange Arbeitsschiff hatte sich bereits am Montagnachmittag festgefahren und lag parallel zum unteren Wehr auf einer Wehr-Vorbodenplatte. Aus eigener Kraft konnten die Maschinen der „Status Quo II“ das Schiff nichtfreibekommen. Schlepper des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Hann. Münden (WSA) waren am Dienstag stundenlang im Einsatz um den Havaristen vom Wehr zu ziehen.

veröffentlicht am 05.12.2017 um 18:10 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 19:49 Uhr

Die „Status Quo II“ hat leichte Schlagseite bekommen. Das Kranschiff lief am Montag auf eine Wehr-Vorbodenplatte auf. Schlepper versuchen das 55 Meter lange Schiff zurück in die Fahrrinne zu ziehen. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Am Fluss dröhnten nachmittags laute Dieselmotoren. Schiffsschrauben drehten sich mit voller Kraft. Weserwasser schäumte auf, Gischt strömte um das Kranschiff herum. Fachleute schätzen, dass derzeit rund 150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Weserarm fließen. Die gewaltigen Wassermassen drückten gegen Rumpf und so das gesamte Schiff gegen die Vorbodenplatte.

 Mithilfe der beiden jeweils 280 PS starken Schlepper „Werra“ und „Weser“ versuchten Helfer die „Status Quo II“vom Wehr zurück in die Fahrrinne des Weserarms zu ziehen. Ein weiteres Arbeitsschiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes lag flussaufwärts vor der Münsterbrücke. Vom Baggerschiff „Bodenwerder“ hatten Arbeiter ein langes Stahlseil bis zum Bug des Havaristen gespannt, wollten so die „Status Quo II“ sichern.

Ein vom WSA beauftragtes Unternehmen ist momentan dabei, das Wehr zu sanieren. Mit dem Schiff, auf dem ein Kran mit Laufschienenanlage montiert ist, sollten tonnenschwere Bigpacks von der Wehrkrone aufgenommen und abtransportiert werden. Die gefüllten Kunststoffsäcke wurden im September auf das Wehr gestellt. Bereits damals fuhr sich das Kranschiff im flachen Wasser des Weserarms auf einer Sandbank fest, konnte sich aber wieder aus eigener Kraft befreien.

Warum der Schiffsführer die Säcke oberhalb des Wehrs aufnehmen und verladen wollte, ist nicht bekannt. Die Baustelle sei auch über den unteren Teil des Weserarms per Schiff zu erreichen sein, hieß es vom WSA.

Am späten Nachmittag gelang es den Einsatzkräften, das havarierte Schiff zurück in die Fahrrinne zu ziehen. Wie Ralph Schwekendiek, Leiter der Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Hameln, mitteilte, habe man zunächst überlegt, mit einem in Minden liegenden Eisbrecher, einen weiteren Schlepper anzufordern. Das Schiff brauchte nach der Bergung nicht mehr die 70 Flusskilometer zurücklegen.

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