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Keime im Wasserleitungsnetz sind zu hoch / Patienten sollen nicht duschen

Krankenhaus warnt vor Legionellen

Skeptischer Blick bei Vicky von Altrock mit ihrem zwei Tage alten Sohn Nikolas, doch Qualitätsmanager Peter Höxter scheint unbesorgt. In einigen Tagen sollen die Keimzahlen in den Wasserleitungen an der Wilhelmstraße wieder in Ordnung sein.

veröffentlicht am 18.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 21:21 Uhr

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Foto: Wal

Hameln (wul/hx). Im Krankenhaus an der Wilhelmstraße sind die rund 120 Patienten gestern von der Geschäftsführung schriftlich gebeten worden, vorerst nicht zu duschen. Grund ist eine erhöhte Anzahl von Legionellen, die das Landesgesundheitsamt bei seiner halbjährlichen Prüfung festgestellt habe, teilte Peter Höxter, Sprecher und Qualitätsmanager, am Nachmittag mit.

Zwar seien in Deutschland keine Grenzwerte festgelegt, doch der gemessene Wert von 10 000 Keimen pro 100 Milliliter liege deutlich über den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, so Höxter, „da spricht man schon von einer sehr hohen Belastung“. Bedenklich sei dieser Wert aber nur dann, wenn die Keime eingeatmet würden – wie es beim Duschen passieren könne. Grundsätzlich kämen Legionellen (Legionella pneumophila) überall vor und würden im Infektionsfall mit den üblichen körpereigenen Abwehrmechanismen meist unbemerkt und erfolgreich bekämpft. Allerdings sei hierbei die Anzahl der Keime und die persönliche Abwehrlage entscheidend, weshalb man im Krankenhaus besonders sensibel damit umgehe, erklärte der Sprecher.

Legionellenfilter werden eingebaut

Im ungünstigsten Fall können Legionellen die sogenannte Legionärskrankheit, eine schwere Lungenentzündung, hervorrufen, die mit besonderen Antibiotika behandelt werden muss. Laut Robert-Koch-Institut erkranken etwa 6000 Menschen in Deutschland jährlich an der sogenannten Legionellose. Übertragen werden Legionellen über Aerosole (feinste Wassertröpfchen), die beim Duschen oder in Klimaanlagen entstehen können. Das Trinken des Wassers hingegen sei unbedenklich. Auch „eine Mensch-zu-Mensch- Übertragung ist bisher nicht bekannt“, erklärt Höxter.

Nachdem der Geschäftsführer der Gesundheitseinrichtungen Hameln-Pyrmont, Marco Kempka, telefonisch von den Werten erfahren habe, seien die Patienten sofort informiert und nach Abstimmung mit Dr. Rolf Fleischer vom Gesundheitsamt aufgefordert worden, auf das Duschen bis zum Einbau von Legionellenfiltern zu verzichten. „Wir halten es für unsere Pflicht, neben der Ursachenforschung und dem Wiederherstellen der gewohnt guten Wasserqualität, unsere Patienten umfassend und frühzeitig zu informieren“, so Kempka. Damit die potenzielle Gefahr für die Patienten so schnell wie möglich gebannt ist und sie wieder duschen können, seien umgehend Legionellenfilter für die Duschköpfe bestellt und die Leitungen desinfiziert worden. Nach diesen Maßnahmen bestehe für die Patienten kein Grund zur Sorge, erklärte Höxter.

Als Ursache für die hohe Anzahl an Bakterien gilt stehendes oder kaum fließendes Wasser aus dem Rohrleitungsnetz in den weniger stark genutzten Gebäudeteilen. In diesen Leitungen können sich die Legionellen bei steigenden Umgebungstemperaturen gut vermehren und sich von dort aus verbreiten. Die Meldung von den höheren Werten sei überraschend gekommen, so Höxter, weil seit Jahren vorbeugend im Leitungsnetz des Gebäudeteils Wilhelmstraße das Wasser mit Chlordioxid desinfiziert werde. Der schriftliche Bericht mit den exakten Werten wird laut Höxter für heute erwartet. Danach könne der Ursache gezielt auf den Grund gegangen und Maßnahmen abeingeleitet werden.



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