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Verrücktes Weihnachtswetter, kuriose Einsätze: Orkan „Dirk“ beschäftigt Feuerwehr und THW

Kommt ein Christbaum geflogen

Klein Berkel. Temperaturen wie im Frühling, dazu blühende Büsche und Bäume, aber auch Sturm wie im Herbst und Unwetter-Einsätze am Heiligen Abend – das Weihnachtswetter hat diesmal verrückt gespielt. Ursache war Orkantief „Dirk“, das mit einer Süd- bis Südwestströmung milde Meeresluft zu uns gelenkt hat. Die Wetterstation der Stadtwerke Hameln registrierte Heiligabend zwischen 17 Uhr und 18 Uhr bei Tündern einen Höchstwert von 12,6 Grad Celsius. Sturm- und Schauerböen sorgten allerdings für ungemütliches Festtagswetter. Kurios: An der Laubbreite in Klein Berkel kam am frühen Morgen des 24. Dezember ein großer Christbaum geflogen. Der zehn Meter lange Stamm einer Scheinzypresse war gegen 2 Uhr von einer heftigen Windböe abgeknickt worden und gegen das Einfamilienhaus des Ehepaares Wohlleben gestürzt. „Erst hat es mächtig gerumst, dann ist irgendetwas polternd vom Dach gerutscht“, erzählt Daniel Wohlleben. Der 30-Jährige dachte zunächst, ein Ziegel habe sich gelöst. Er schaute aus dem Fenster – und sah nur Grün. „Da wusste ich, dass ein Baum gegen unser Haus gefallen war.“ Die Feuerwehren Hameln und Klein Berkel und das Technische Hilfswerk rückten kurz darauf mit Drehleiter, Kran und Kettensägen an. Die Bergung war kompliziert, denn: Der tonnenschwere Stamm drückte gegen den Giebel; er stand unter Spannung wie ein Flitzbogen. Ein falscher Schnitt – und der Nadelbaum wäre auf den Balkon gefallen, hätte womöglich auch die Fassade beschädigt. „Wir mussten deshalb ganz behutsam vorgehen“, erklärt Hauptbrandmeister Bodo Kauert. Zunächst entfernten die Feuerwehrleute die Äste, um den Baumstamm weniger windanfällig und leichter zu machen. Weil der 15 Meter hohe Hauptstamm, von dem das Zehnmeterteil abgeknickt war, bedrohlich im Wind hin- und herschwankte, entschlossen sich die Helfer, die Konifere zu fällen. Der von der Feuerwehr hinzugezogene THW-Fachberater Andreas Weiher forderte eine Stunde später einen Kran des Technischen Hilfswerks Hameln an. Damit wurde der Stamm in Position gehalten, während Feuerwehrleute ihn von der Drehleiter aus in Stücke schnitten. Daniel Wohlleben verfolgte den nächtlichen Großeinsatz von der voll gesperrten Straße aus, seine hochschwangere Frau zog es vor, im Haus zu bleiben.

veröffentlicht am 27.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 14:12 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite


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