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Björn Freitag präsentiert im Lalu, wie viel Freude gutes Essen bereiten kann

Kochen mit gutem Gewissen – und Spaß

HAMELN. „Essen gehört zum Leben, deshalb wird Kochen nie an Attraktivität verlieren“ – der Fernseh- und Sternekoch Björn Freitag ist da ganz zuversichtlich. Vor den Augen der Gäste im ausverkauften Lalu bereitet er am Freitag fünf vegetarische Gerichte und plaudert nebenbei mit seinem Publikum. Die Initiative zu dieser Show ging von der Klimaschutzagentur im Rahmen der Umwelttage aus. Doch warum gerade Kochen?

veröffentlicht am 09.09.2018 um 15:22 Uhr

Meike Fahle aus Ronnenberg ist mit auf der Bühne und hilft Björn Freitag (li.) und Beikoch Joel Anogolu (re.). Foto: hx

Autor:

Peter Höxter
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Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur erläutert: „Einkaufen und Kochen haben auch etwas mit dem Klima zu tun, ebenso, ob bio oder konventionelle Ware. Unsere Aufgabe als Klimaschutzagentur ist es, aufzuzeigen, wo CO2 zu sparen ist.“ Beim Auto sei das transparent, aber dass eine Avocado durch ihren Wasserverbrauch in wasserarmen Regionen und lange Transportwege einen unglaublichen CO2-Verbrauch generiere, wisse kaum jemand. Das sieht auch Freitag so, der die Avocado auch nicht als Lebens- sondern als Genussmittel bezeichnet.

In der Show mögen die Gäste dennoch nicht auf die Avocado verzichten, als er überlegt, sie beim Couscous mit Mandel wegzulassen. Der Sternekoch, der neben seinem Restaurant „Goldener Anker“ in Dorsten auch als Mannschaftskoch von Schalke 04 arbeiten, bekommt an diesem Abend auch Unterstützung. Zum Beispiel von Meike Fahle aus Ronnenberg; sie hilft beim Muskatkürbis, und lernt gemeinsam mit dem Publikum, wie einfach die Zubereitung sein kann. Koch Joel, den er aus seinem Restaurant mitgebracht hat, sorgt für die nötige Würze und passt auf, dass sein Chef nichts vergisst. Humorvolles Teamwork, kurzweilig moderiert von Radio-Aktiv-Geschäftsführer Hagen Wolf. Der kann sich eine Frage nicht verkneifen: „Würden Sie denn auch für Borussia Dortmund als Mannschaftskoch arbeiten? Spontane Antwort des Schalker Kochs: „Ein ganz klares Nein!“ An anderer Stelle ist er kompromissbereiter: „Man muss nicht immer ein Rezept haben, man kann auch ruhig mal frei Schnauze kochen.“

Inzwischen geht ihm der 11-jährige Marek zur Hand beim Herstellen von Feta im Blätterteig. Wie ein Profi wickelt er die Häppchen, gewürzt mit Zwiebellauch und Petersilie in mundgerechte Portionen, die das Publikum später verkosten darf. Auch Tipps für zuhause gibt es nebenbei viele. Ein Induktionsherd sei effizienter, da er die Temperatur unmittelbar erzeuge. Und man dürfe ruhig ganz billiges Rapsöl zum Braten nehmen, das sei temperaturbeständiger als kalt gepresstes teures Rapsöl. Apropos Öl, hier schöpft der Meister aus dem Vollen: Oliven-, Nuss-, Raps- oder Sesamöl, erstaunlich was alles gemischt werden kann, um innerhalb einer Minute ein Dressing zu zaubern. Wer Freitags Gerichte nachkochen möchte: Er hat auch Kochbücher veröffentlicht, aber Achtung: „Wenn ich ein Kochbuch schreibe und nicht so recht weiß, dann schreibe ich einfach immer 180 Grad“, sagt er schmunzelnd. Für den Geschmack sei es besser, regionale Waren zu verwenden und weitestgehend auf Industrieprodukte zu verzichten. Das sei oft sogar preiswerter und helfe vor allem mit, unnötige CO2-Emissionen zu vermeiden.

Für die Gäste ist es dieser Abend ein kulinarisches Fest mit viel Humor, hilfreichen Tipps für Küche und Umwelt – und so ganz ohne erhobenen Zeigefinger.



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