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Arzt moniert Mangel an ausgewiesenen Parkplätzen / Schilder wegen Bauarbeiten zeitweise zugehängt

Knöllchen kassiert – trotz Behindertenstatus

Hameln (tis). „Behinderte werden behindert, auf Behindertenparkplätzen zu parken. Und Ausweichmöglichkeiten werden nicht ausgewiesen“, meint Prof. Dr. Eckard Fölsch verärgert. Er hat ein Strafmandat erhalten, als er mit seiner behinderten Frau zur Krankengymnastik in der Altstadt unterwegs war und auf einem vermeintlichen Behindertenparkplatz parkte. Die Stadt Hameln sei sich der schwierigen Situation bewusst und versuche, Behinderten so weit wie möglich entgegenzukommen, erklärt dagegen Stadtsprecher Thomas Wahmes. Er habe auch ein paar Tipps parat, die vielen Betroffenen vielleicht noch gar nicht bekannt seien, so Wahmes.

veröffentlicht am 12.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 05:41 Uhr

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Diese Tipps kannte wohl auch Prof. Fölsch nicht, als er mit seiner im Rollstuhl sitzenden Ehefrau zur Krankengymnastik in die Emmernstraße wollte. Und deshalb gab es auch das Knöllchen. „Für die rechte Seite dieser Straße besteht seit etwa einem Jahr absolutes Halteverbot wegen Bauarbeiten. Ich konnte daher mein Auto nicht wie bisher vor dem Praxiseingang abstellen“, erklärt der Facharzt. Er stellt deshalb seinen Pkw auf einem ihm bekannten Behindertenparkplatz an der Baustraße/Ecke Ritterstraße ab. Was Prof. Fölsch nicht beachtet – die Schilder, die das Parken dort erlauben, sind abgedeckt. Prompt findet er ein Knöllchen in Höhe von 15 Euro vor, als er zurückkehrt. Auf Nachfrage bei der Stadt erhält der Hamelner die Auskunft, dass dieser Platz wegen Bauarbeiten gesperrt worden sei und die Schilder deshalb mit Plastiksäcken zugehängt worden seien. „Ich kenne diesen Platz seit Jahren und konnte keinerlei Bauarbeiten erkennen. Auf die Frage, wo Behinderte dann parken sollen, erhielt ich keine Antwort“, sagt Prof. Fölsch erbost. Man habe ihm versprochen, den Vorgang zu prüfen. Stattdessen aber trifft eine Mahnung zur Zahlung ein. Eckhard Fölsch: „Einen Tag nach meinem Anruf waren die blauen Tüten wieder entfernt – bemerkenswert.“

Pressesprecher Thomas Wahmes erklärt: „Die Sperrung war notwendig geworden, weil die Stadtwerke die Neuetorstraße wegen umfangreicher Arbeiten sperren musste und der Parkraum für die Einfahrtsradien der Lkw benötigt wurde. Die Behindertenparkplätze wurden allerdings nicht ersatzlos gestrichen, sondern um rund 50 Meter in Richtung Emmernstraße verlegt, was auch so ausgeschildert war.“ Die Stadt habe großes Verständnis für Behinderte und für pflegende Angehörige. Man wisse um die schwierige Situation und versuche, Behinderten so weit wie möglich entgegenzukommen, wiederholt Wahmes.

Behinderten und ihren Begleitpersonen gibt er folgende Tipps: „Mit dem Behindertenausweis können nicht nur die eigens eingerichteten Behindertenparkplätze genutzt werden, sondern auch die im eingeschränkten Halteverbot – bis zu drei Stunden kann dort geparkt werden – sowie in den Bereichen, die mit Parkuhr oder Parkscheinautomat versehen sind. Und zwar ohne Gebühr oder Zeitbegrenzung.“ Außerdem sei das Parken im Anwohnerparkbereich (bis zu drei Stunden) und in verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb der dort gekennzeichneten Flächen erlaubt. „Das sind sehr weitreichende Regelungen, die es den Behinderten ermöglichen, fast überall einen Parkplatz zu finden“, meint der Stadtsprecher. Somit stehe Personen, die einen Behindertenparkausweis besitzen, über die Behindertenparkplätze hinaus, die im Übrigen um die gesamte Altstadt herum eingerichtet seien, weiterer Parkraum in erheblichem Umfang zur Verfügung.

Parkplätze für Behinderte sind in der Altstadt zwar ausgewiesen, die Schilder aber zeitweise wegen der Bauarbeiten in der Fußgängerzone zugehängt. Wer dort trotzdem parkt, riskiert ein Knöllchen: „Wo sollen Behinderte dann parken?“, fragt Professor Fölsch.

Foto: tis



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