weather-image
22°
Wer ist für Hamelner Einfallstor zuständig?

Knochenhauer-Eck gibt trauriges Bild ab

HAMELN. Das Knochenhauer-Eck steht Hameln nicht gut zu Gesicht. Das war nicht immer so – und müsste wohl auch heute nicht der Fall sein. Schließlich ist das Knochenhauer-Eck an sich ein sehr idyllisches Sitzeck, gelegen direkt an einem der Einfallstore von Hameln. Allerdings ist der Platz am touristischen Weserradweg (von Hameln aus gesehen in Richtung Tündern) inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen. Und vor allem gibt es offenbar niemanden, der sich für die Pflege der Sitzecke in der Verantwortung sieht.

veröffentlicht am 16.07.2018 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 18:52 Uhr

Von der Aussicht auf Ohrberg, Weser und Klüt ist am Knochenhauer-Eck nur noch wenig bis gar nichts übrig. Foto: Dana
Philipp Killmann

Autor

Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von der Aussicht auf die Weser, die sich dort heute nur noch in den Wintermonaten bietet, ist jedenfalls nicht mehr viel zu sehen. Das Areal rings um die Sitzecke ist weitgehend zugewachsen, Äste und Büsche versperren den Großteil der Sicht auf den Fluss, den Ohrberg und den Klüt. Die Holzbänke sind zwar noch in ordentlichem Zustand. Die hölzerne Tischplatte in ihrer Mitte hat allerdings schon bessere Tage gesehen. Sie ist morsch, die Kanten sind stellenweise schon abgebrochen, die Oberfläche der Platte blättert immer mehr ab. Auch das Schild, das die Sitzecke als Knochenhauer-Eck ausweist, hat schon bessere Tage gesehen. Moos macht sich auf ihm breit. Ein Zustand sehr zum Verdruss von Hans-Joachim Dutschke senior.

Dutschke senior, selbst einstiger Obermeister der Fleischerinnung, war an der Entstehung des Knochenhauer-Ecks vor geraumer Zeit beteiligt. Wann genau das war, könne er gar nicht mehr sagen, vielleicht um 1990 herum. Nur so viel: Damals sei Fritz Reese Innungsobermeister gewesen. Im Verbund mit einigen Sponsoren hätten die Fleischer das Knochenhauer-Eck in Eigenleistung ins Leben gerufen. Die Wahl des Standorts sei kein Zufall gewesen, so Dutschke. Fritz Reese habe gewusst, dass es sich bei der angrenzenden „Kuhwiese“ vor Jahrhunderten um eine „Kultstätte“ gehandelt habe, an der nach dem Ausbruch einer Seuche etliche Tierkadaver begraben worden seien. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sei der Name Knochenhauer-Eck gewählt worden, eine veraltete Bezeichnung für Fleischer, schildert Dutschke senior, der in Tündern heute das Fleischermuseum betreibt, während sein Sohn, Obermeister der heutigen Bäcker- und Fleischerinnung Hameln-Pyrmont, den Familienbetrieb fortführt.

In einem vagen Deal mit der Stadt jedenfalls, in früheren Jahren nicht unüblich, hätten sich die Initiatoren des Knochenhauer-Ecks mit der Verwaltung darauf geeinigt, dass das Grünflächenamt gelegentlich nach dem Rechten sehe. Deals, die heute nicht mehr viel zählen. Die Zuständigkeiten müssen klar geregelt sein.

Teile des Mobiliars gammeln vor sich hin. Foto: Dana
  • Teile des Mobiliars gammeln vor sich hin. Foto: Dana

Fakt sei Dutschke zufolge aber: Bei der Innung selbst finde sich heute niemand mehr, der für so etwas Zeit und Geld opfere, so Dutschke senior. „Diese Bereitwilligkeit ist heute nicht mehr gegeben“, sagt Dutschke senior. Und in Anbetracht des Pflanzenbewuchses vor Ort liegt die Vermutung nahe, dass sich auch die Stadt nicht mehr in der Verantwortung sieht. Andererseits hat die Stadt erst vor einigen Jahren rings ums Knochenhauer-Eck mehrere Mülleimer aufstellen lassen, die auch regelmäßig geleert werden.

Hans-Joachim Dutschke senior würde sich wünschen, wenn die Stadt sich des Knochenhauerecks annehmen würde. Aber er sieht auch die Bürger an sich in der Pflicht, solche Plätze mehr zu achten, anstatt sie durch Vandalismus zu beschädigen.

Mein Standpunkt
Philipp Killmann
Von Philipp Killmann

Die Stadt schmückt sich gern – und zu Recht – mit dem Titel der Touristenstadt. Der Weserradweg trägt wesentlich zu diesem Titel bei. Deshalb sollte es sich die Stadt ruhig kosten lassen, das Knochenhauer-Eck am Einfallstor der Radfahrer in Schuss zu halten. Danken würden es ihr nicht nur die Touristen. Sondern auch die Hamelner.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt