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Am Montag beginnt die Bewerbungsphase für junge Lehrkräfte

Knapp bemessen: Neue Stellen an den Hamelner Gymnasien

Hameln (ll). 1200 Lehrerstellen schreibt das Niedersächsische Kultusministerium für das Schuljahr 2010/11 aus. „Diese 1200 Stellen sind ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung der Unterrichtsversorgung“, sagt Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU). Laut einer Studie des Allensbach-Instituts bekommt die niedersächsische Schulpolitik im bundesweiten Vergleich lediglich eine mittelmäßige Note: 4+. Hauptkritikpunkte der Befragten: zu große Klassen und zu viel Unterrichtsausfall.

veröffentlicht am 16.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 12:41 Uhr

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An den Hamelner allgemeinbildenden Gymnasien sind die Stellenplanungen für das kommende Schuljahr bereits voll im Gange. Ab Montag, 19. April, stehen die Planstellen im Internet zur Ansicht; bis zum 26. April läuft die Bewerbungsphase für Pädagogen, die ab dem 2. August ihren Dienst antreten.

Das Thema Unterrichtsversorgung lässt auch in Hameln immer wieder kritische Stimmen unter Schülern und Eltern aufkommen. Rainer Starke, Rektor des Hamelner Viktoria-Luise-Gymnasiums, spricht von einem „riesigen Lehrermangel im Bereich der Gymnasien“. Wie das Kultusministerium mitteilt, zählten an Gymnasien insbesondere die Fächer Latein, Spanisch, Musik, Kunst, Politik, Evangelische Religion, Mathematik, Chemie und Physik zu den Mangelfächern. Schulleiter Starke rechnet für das kommende Schuljahr mit zwei neuen Planstellen in den Fächern Kunst und Englisch oder Musik. Wenngleich er die Unterrichtsversorgung am Vikilu im Landesvergleich als „gut“ bewertet, bestehe für seine Schule zudem Stellenbedarf in den Fächern Mathe und Sport.

Mit einer Stelle im Mangelfach Kunst plant Schulleiter Wolfgang Weber vom Albert-Einstein-Gymnasium. „Zu kämpfen“ habe man mit der derzeitigen Situation, so der AEG-Rektor. Die Unterrichtsversorgung beziffert Weber zwar mit gut 98 Prozent, aber: „In der Realität sind nie alle Lehrkräfte da.“ Insbesondere stünden durch längerfristige Ausfälle viele Vertretungen an, die Personalengpässe hervorriefen. Deshalb rechnet Weber fest mit zwei „Feuerwehrstellen“ für kurzfristige Vertretungen. „Im Hinblick auf Fördermaßnahmen wird es aber eng“, sagt Wolfgang Weber.

Andreas Jungnitz, Schulleiter am Schiller-Gymnasium, plant mit drei Stellen für das neue Schuljahr. Lücken, die durch Pensionierungen entstanden sind, werde man schließen, „sofern alle Stellen besetzt werden können“, so Jungnitz. Eine der neuen Lehrkräfte ab Sommer kann am Schiller-Gymnasium im Mangelbereich Physik eingesetzt werden.

Von der Personaldichte ihrer Kollegen an den allgemeinbildenden Gymnasien können die Leiter der Hamelner Berufsbildenden Schulen derzeit nur träumen. Zurzeit liege die Unterrichtsversorgung bei maximal 90 Prozent, sagt Ingrid Dahmen, stellvertretende Leiterin des Fachgymnasiums Wirtschaft an der Handelslehranstalt. Fünf neue Stellen bei zwei Pensionierungen seien „bitter nötig“. Ähnlich ergeht es Rektor Wolfgang Hartmann von der Eugen-Reintjes-Schule, Fachbereich Technik, der drei Lehrkräfte in Pension schickt und dafür zwei neue Stellen erhält.

Komfortabler hingegen ist die Situation bei Gisela Grimme, Leiterin der Elisabeth-Selbert-Schule. Ihre Schule ist Teil des ProReKo-Modellprojekts und eine von 19 Schulen in Niedersachsen, die ihren Haushalt selbst budgetieren und eigenverantwortlich Stellen ausschreiben und Lehrer einstellen können. Eine 100-prozentige Versorgung habe sie zwar auch nicht, sagt Grimme. Die Eigenregie bringe allerdings „viel Sicherheit“ und „viel Spielraum“ für die Stellenplanung. Zur aktuellen Lage und in Anbetracht der vorwiegend erwachsenen Schüler an berufsbildenden Schulen sagt sie: „Von uns fahren eben keine Elternbusse nach Hannover.“

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