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Werner Momsen sagt, was er denkt

Kluge Sticheleien vom Klappmaul

veröffentlicht am 17.09.2017 um 13:20 Uhr
aktualisiert am 17.09.2017 um 17:30 Uhr

Klappmaul Momsen mit Detlev Wutschik, der fast immer im Hintergrund bleibt. foto: hek

Autor:

Henner Kerl
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HAMELN. Detlef Wutschik bleibt fast immer im Hintergrund. Sein Vorgesetzter im wahrsten Sinne des Wortes ist Werner Momsen, angeblich Hamburgs und damit des Nordens größtes Klapp(er)maul. Dabei ist dieses ebenso ulkige wie haarsträubend naive Wesen gar keines aus unseren Reihen. „Ich bin aus Sondermüll geboren“, gibt Momsen ein wenig traurig zu. Denn er ist eine Puppe, hat Haut aus Polypropylen, Haare aus Polyacryl und einen Kopf, der aus nichts anderem als Schaumstoff besteht. Und dennoch kann er sein Publikum glänzend unterhalten. So wie am Freitagabend in der LaLu-Traumfabrik im Hefehof mit seinem Programm „Die Werner Momsen ihm seine Soloshow“

Werner Momsen ist auch dank seiner vielen Auftritte im NDR-Fernsehen zur Kultfigur geworden, und vor den Bauch seines Erfinders Detlef Wutschik gebunden, verziert mit Augen, Nase, Riesenmund und Brille sein wunderschön charmantes Halbwissen unters Publikum bringt, hat er die Lacher auf seine Seite.

Sein Auftritt in der Traumfabrik ist eine glänzend dargebotene Mischung aus Klein Erna und Philosophie. Die große Politik lässt Werner Momsen außen vor, er widmet sich vielmehr den Alltagsproblemen und -geschehnissen und nimmt sich dabei die Freiheit, ohne Rücksicht auf irgendetwas drauflos zu plappern und Dinge zu tun und zu sagen, die nur er sagen und tun darf.

Zum Glück, gesteht er, könne und dürfe er das, weil er mit seinem schwarz gekleideten und während seiner Märchenstunden vom Publikum kaum zu sehenden Anhängsel und Schützer untrennbar verbunden sei.

So sagt er, was er denkt, bevor er denkt. Ungebildet, aber leidenschaftlich und immer herzlich. Egal ob es um Schönheitswahn, Computer, Redefaulheit der Norddeutschen oder Navi und Videorekorder geht: Zumeist schüttelt er nach seinen pointierten Schlussfolgerungen den Schaumstoffkopf mit den Worten „Das ist auch bekloppt“.

Ein Beispiel seiner Alltagsgedanken: Die auch bei Senioren zunehmende Sucht, mit Smartphones sich selbst und alles, was da kreucht und kriecht, zu fotografieren. „Aber wann bitteschön “, fragt er, „wollen die sich das alles denn noch angucken?“

Als Klappmaul aus Hamburg zieht es ihn immer wieder an seine zwei Lieblingsorte: in den Baumarkt und auf das Kreuzfahrtschiff, und er nimmt alle ins Visier, die zwischen Farben und Werkzeug in Träumen schwelgen oder die, die auf dem Luxusliner vor allem eins wollen: keine der kostenlosen Mahlzeiten an Bord verpassen.

Und den Baumarkt-Fans serviert er sogar ein „Liebeslied für einen Dübel und eine Schraube“.

Momsen stichelt und erinnert in vielem an einen karnevalistischen Büttenredner. Ganz zur Freude seines Publikums im Hefehof. Zumal er immer charmant und liebenswert bleibt.

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