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73 Kinder 2018 unversorgt?

Kitaplätze – so rechnet die Stadt

HAMELN. Hameln braucht eine neue Kindertagesstätte. Da ist sich die Stadtverwaltung sicher. Deshalb haben ihre Vertreter im Ausschuss für Familie, Kindertagesstätten, Schulen und Sport Zahlen vorgestellt, mit denen der Bedarf untermauert werden soll.

veröffentlicht am 12.11.2017 um 16:14 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 11:16 Uhr

Für Kinder über drei Jahren sind die Kitaplätze bereits knapp, bei den jüngeren langfristig wohl auch, erwartet die Stadtverwaltung. Foto: dpa
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Bei den Kindern ab drei Jahren gehen die Stadt Hameln und der Landkreis Hameln-Pyrmont im Jahr 2018 von 1732 Kindern aus drei Jahrgängen aus. 95 Prozent dieser Kinder werden nach Auffassung der Verwaltungen von ihren Eltern in Kindergärten angemeldet. Dem entsprechen 1645 Kinder, von denen 52 heilpädagogische Kindertagesstättenplätze in Anspruch nehmen werden.

Bleiben noch 1593 Kinder im Alter von über drei Jahren, die einen Kita-Platz suchen. Vorhanden seien für diese aber nur 1520 Plätze – was ein Defizit von 73 Plätzen ergibt.

Und eben daraus leitet die Stadtverwaltung den Bedarf für eine neue Kindertagesstätte (Kita) ab. Diese soll für gut fünf Millionen Euro auf dem ehemals britischen Kunstrasenplatz an der Süntelstraße in der Nordstadt entstehen (wir berichteten).

Anders stellt sich der Bedarf an Krippenplätzen für die unter Dreijährigen dar. Hier gehen Landkreis und Stadt im Jahr 2018 von 1521 Kindern aus drei Jahrgängen aus, von denen 532, also 35 Prozent, das Recht auf einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen werden. Vorhanden sind derzeit sogar 549 Plätze. Es besteht also ein Puffer von 17 Plätzen.

Wieso also noch an dem Konzept der Kindernester genannten Großtagespflegestellen festhalten, zumal bislang noch kein einziges zustande gekommen ist (wir berichteten)? „Weil der Puffer uns nur eine kurze Atempause lässt“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes auf Anfrage. Die Stadt gehe davon aus, dass im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklungen vor allem auch immer mehr junge Mütter wieder früher in ihren Beruf zurückkehren und damit deutlich mehr als die bisherigen 35 Prozent ihre unter dreijährigen Kinder in öffentlichen Betreuungseinrichtungen unterbringen wollen werden. „Deshalb rechnen wir langfristig mit einem Defizit“, sagt Wahmes. Dem wolle die Stadt jedoch frühzeitig Einhalt bieten. Zumal Kindernester „eine gute Möglichkeit“ seien, „Schwankungen aufzufangen“, wie Ulrike Cott, die Leiterin der Abteilung Kindertagesbetreuung, im Fachausschuss sagte.

„Wir müssen vorausschauend handeln, sonst müsste sich die Verwaltung von der Politik den Vorwurf gefallen lassen, den sich abzeichnenden und vorhandenen Bedarf an Betreuungsplätzen nicht zu berücksichtigen und entsprechend zu handeln“, führt Wahmes aus. „Deshalb sind wir gefordert, entsprechenden Vorschläge zu machen.“

Diese Vorschläge sehen – wie berichtet – eine zusätzliche Kita in der Nordstadt sowie weiterhin die Schaffung mehrerer Kindernester vor: zwei in der Nordstadt und jeweils eins am Basberg, in der Südstadt sowie in der Kernstadt. Weitere zwei Kindernester sollen in Holtensen entstehen.

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