weather-image
21°

Leiterin des Kindergartens fordert Neubau anstelle von jahrelangen Sanierungsarbeiten

Kita in Tündern mit Asbest belastet

Tündern. Asbest-Alarm im Kindergarten von Tündern. Bei vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung der Nassräume der Kita waren Probebohrungen in den Räumen und auf dem Flur vorgenommen worden. Ihr Ergebnis: Der Putz der 44 Jahre alten Kindertagesstätte ist asbesthaltig.

veröffentlicht am 29.04.2016 um 16:49 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 08:40 Uhr

270_008_7865040_hm107_Kita_Tuendern_Wal_3004.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ungebundener Asbest gilt als krebserregend und darf deshalb nur von Spezialfirmen entsorgt werden. Eine am vergangenen Wochenende durchgeführte Luftraummessung hatte aber ein erfreuliches Ergebnis: Die Luft in der Kita ist nicht asbesthaltig – eine sofortige Schließung des Kindergartens ist damit vorerst nicht erforderlich.

Schäden an den Wänden der Kita und Risse in dem Gebäude sorgen bei den Eltern der Kinder aber für erhebliche Beunruhigung, weil die Kinder insbesondere an den brüchigen Stellen des Putzes mit dem gefährlichen Stoff in Berührung kommen könnten. Auf Facebook warf ein Elternteil der Stadt vor, sie erachte die Kinder in ihrem Haushaltsplan als „unwichtig“. Was jetzt von der Stadt vorgesehen sei, „ist für alle unverständlich“.

„Heizung marode – Elektrik mies“

Die Eltern der in der Kita untergebrachten Kinder wurden am Montag über die alarmierende Situation informiert – der Ortsrat hingegen nicht, wie er auf seiner jüngsten Sitzung beklagte. Kritik wurde auch daran geäußert, dass kein Vertreter der Bauabteilung der Stadt Hameln zu der Ortsratssitzung gekommen war, um die Fragen der Ortsratsmitglieder und der zahlreich erschienenen Eltern beantworten zu können, zumal es auch die Sanierung der Sporthalle in Tündern auf der Tagesordnung stand.

Die Kita-Leiterin Jessica Többens beklagte während der Ortsratssitzung nicht nur die Asbest-Gefahr im Alltagsbetrieb der Kita, sondern auch den schlechten Gesamtzustand der Einrichtung. Das Dach sei nach 44 Jahren ein Sanierungsfall. „Die Heizung ist marode und die Elektrik mies“, erklärte Jessica Többens, die den Kindergarten seit neun Jahren leitet. Sie stellte deshalb die Frage, ob es überhaupt Sinn mache, jetzt mit einzelnen Sanierungsmaßnahmen zu beginnen, denn auch der energetische Zustand sei aufgrund der teilweise alten Fenster und verzogenen Türen dringend zu verbessern. Bei der Renovierung der Sanitärräume müssten Putz und Fliesen bis auf den Rohbauzustand rückgebaut werden, um das asbesthaltige Material sicher entfernen zu können. Wenn dies während des laufenden Kita-Betriebs geschehen sollte, müsse die Spezialfirma Luftschleusen einsetzen, was die Kosten zusätzlich in die Höhe treiben werde. Bislang waren für die Sanierung dieser Objektbereiche rund 100 000 Euro in den Haushalt eingestellt worden, ein Betrag, der nach der Feststellung der Asbestbelastung bei Weitem nicht ausreichen dürfte. Die Kita-Leiterin empfahl der Stadt vor Einleitung der Sanierungsmaßnahmen, eine Wirtschaftlichkeitsstudie erstellen zu lassen, um zu untersuchen, ob wiederholte einzelne Sanierungsschritte während der nächsten 10 bis 15 Jahre auf Dauer nicht teurer seien als ein kompletter Neubau der Einrichtung. „Dann könnten wir auch die Krippe aus den Räumen der Grundschule zu uns holen“, erläuterte Többens weitere Gründe, die für einen Neubau sprächen. „Das hätte auch für die Schule Vorteile, weil die beiden von der Krippe genutzten Schulräume dann für die vom kommenden Schuljahr ausgeweitete Nachmittagsbetreuung zur Verfügung stünden“, erklärte sie.

Herbert Habenicht (FDP) bezeichnete Asbest „als eine üble Geschichte“ und stellte die Frage, was wohl noch zutage treten werde. „Hinter der Spitzhacke ist es dunkel“, warnte der Ratsherr und stellte im Sinn von Jessica Többens den Antrag, die Bauverwaltung solle in einer Synopse zeitnah sämtliche in Zukunft zu erwartenden Sanierungskosten für den stadteigenen Bau den Kosten eines Neubaus gegenüberstellen. Habenichts Antrag wurde vom Ortsrat einstimmig angenommen.

Zwei Wochen vor Ferienbeginn soll der zweite Bauabschnitt der Sanierung der Sporthalle mit Abbrucharbeiten begonnen werden. Auch hier geht es teilweise um asbestbelastete Materialien, aber auch um Brandschutzmaßnahmen mit Anpassung der Flucht- und Rettungswege. Zusätzlich stehen nach einer von Ortsbürgermeisterin Elke Meyer verlesenen Mitteilung der Verwaltung die Sanierung der Wasch- und Duschbereiche sowie allgemein erforderliche Maler- und Instandhaltungsarbeiten an, aber auch eine Erneuerung der Elektroinstallationen sowie die Modernisierung der Lüftungsanlagen, um sie den Erfordernissen des Brandschutzes anzupassen. Den Vereinen wird die Sporthalle bis zum Ende der Sommerferien deshalb nicht zur Verfügung stehen. Aber auch danach nur in begrenztem Rahmen mit „möglichst zwei zu nutzenden Umkleidebereichen“, wie es in der Mitteilung heißt. Die komplette Freigabe soll bis zum Ende Herbstferien erfolgen. Für die Jahre 2017 und 2018 ist nach diesen Plänen die Sanierung des Daches vorgesehen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?