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Niederlage für Verwaltung und CDU

Kita auf Linsingen-Areal rückt näher

Noch einmal wollte Stadträtin Martina Harms am Donnerstag im Ausschuss das Ruder herumreißen, doch der Versuch misslang: Die Politik entschied sich für den Bau der Nordstadt-Kita auf dem Linsingen-Areal. Endgültig entscheidet der Rat am 20. Juni.

veröffentlicht am 31.05.2018 um 21:29 Uhr

In diesem Bereich der Linsingen-Kaserne gab es schon einmal eine Kita. Nach den Briten wurden sie für die Flüchtlingskinder genutzt. foto: wal
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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HAMELN. Mit sieben Ja-Stimmen und fünf Nein-Stimmen (alle von der CDU) wurde im Ausschuss für Familie, Kindertagesstätten, Schulen und Sport dem Antrag von SPD und Linken zugestimmt, die geplante Nordstadt-Kita nun auf dem Linsingen-Areal zu bauen und nicht, wie es die CDU und die Verwaltung gern hätten, auf dem Sportplatz Süntelstraße.

Harms wäre es lieber gewesen, die 4000 Quadratmeter für eine Kita auf dem Kasernen-Gelände nicht allzu fest einzuplanen, doch bei der Begründung blieb sie kryptisch: „Da ist Musike drin“, erklärte sie, und: „Da sind Entwicklungen...“. Doch viel mehr, als die Aussage, dass die Verwaltung „Angebote“ erreichen würde, und dass es eigene Projekte gäbe, war ihr nicht zu entlocken.

Als „Nebelkerze“ bezeichnete Daniel Wünsch von den Linken den Vorstoß, den Harms gerne in einen modifizierten Antrag gelenkt hätte. Der sah vor, „den Kita-Standort auf Basis der Projektentwicklung auf dem Linsingen-Gelände festzulegen“. Was übersetzt so viel heißt wie: Nicht festlegen, bevor man weiß, welche (attraktiveren) Nutzer sich dort ansiedeln wollen. Doch die Befürworter rochen Lunte und bestanden auf der Ursprungsfassung. Die Möglichkeit, „das alles noch mal von vorne losgeht“, wollte Anett Dreisvogt (Grüne) ausschließen.

Das will etlichen Redebeiträgen zufolge niemand. Dass man Politikverdrossenheit schüre mit dem politischen Hickhack, war zu hören.

An einer erneuten Schlammschlacht hinderte diese Tatsache jedoch weder Politiker noch Ausschussbeisitzer. Noch einmal wurde hervorgeholt, wer welchen Beschluss gekippt hat, wer umgekippt ist und wer Schuld darin ist, dass man nicht längst viel weiter sei. Erneut wurde die Wichtigkeit des Sportplatzes für die Schulen und die Vereine beschworen, vor allem von Maria Bergmann, Vorsitzende des Kreissportbunds. Sie betonte, von vielen Vereinen Rückmeldung bekommen zu haben, dass der Platz gebraucht werde.

Martina Harms nahm die Diskussion zum Anlass, noch einmal Zahlen auf den Tisch zu legen: Der Preis, den die Stadt für den Sportplatz an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zahlen müsste, liege bei 117 500 Euro, wenn eine Kita gebaut würde, bei 290 000 Euro, wenn der Platz für Schulsport und unentgeltlichem Vereinssport genutzt werde und bei 580 000 Euro, wenn ein Entgelt für die Nutzung anfiele.

Für den Sportplatz legte sich auch Herbert Habenicht (FDP) ins Zeug. Damit dieser erhalten bleibt, ist der Ratsherr sogar bereit, die Kita auf dem Linsingen-Gelände zu akzeptieren. Obwohl ihm das gar nicht passt, stimmte er am Ende für den Antrag, allerdings nicht ohne vorher noch mal an die Gruppe aus SPD/Grünen und Linken zu appellieren, „nicht sturköpfig“ zu sein. Auch Habenicht habe Angst, dass man sich mit der Kita auf dem Campus, den die CDU gern für die Erwachsenenbildung reservieren würde, etwas verbauen könnte.

Katharina Zabel, als Sprecherin für den Kita-Stadtelternrat im Ausschuss, treibt eine ganz andere Sorge um: Sollte sich der Bau der Kita durch die Wahl des Standorts etwa wieder nach hinten verschieben?

Dass endlich gebaut würde, dass es endlich losgeht, sei für die Eltern das Wichtigste. Ähnlich sieht es Birgit Albrecht (CDU). „Die Entscheidung für Linsingen bedeutet eine zeitliche Verzögerung“, glaubt sie.

Das letzte Wort in der Sache hat der Hamelner Stadtrat. Die Sitzung ist am 20. Juni.



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