weather-image

St. Johannis und St. Martin werden eins – doch die Klein Berkeler wollen nicht „am Ohrberg“ heißen

Kirchenfusion: Streit um den neuen Namen

Klein Berkel. Bei der am kommenden Sonntag stattfindenden Gemeindeversammlung der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis in Klein Berkel geht es um „nichts weniger als die Zukunft“. So hat es Pastor Ulrich Wittmann im neuen Gemeindebrief formuliert, in dem er auf die Fusion seiner Gemeinde mit der von St. Martin in Ohr Bezug nimmt, die am Sonntag im Anschluss an eine Gemeindeversammlung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus unterschrieben werden soll.

veröffentlicht am 10.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:21 Uhr

270_008_7490601_hm303_Ohr_Wal_1010.jpg

Autor:

Christa Koch
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Doch es droht Ungemach: Es geht um den neuen Namen der dann vereinigten Kirchengemeinden. Auf Vorschlag des Kirchenvorstandes (fünf Mitglieder in Klein Berkel und zwei in Ohr plus Patron von Hake) soll die neue Gemeinde künftig „Ev.-luth. Kirchengemeinde am Ohrberg“ heißen. Doch das stößt in Klein Berkel auf heftigen Widerstand. Einer, der davon überhaupt nichts hält, ist Hans Wilhelm Güsgen. Der Vorsitzende des örtlichen Kulturrings hatte sich gleich nach Erscheinen des Juli-Gemeindebriefs, in dem der neue Namen erstmals auftaucht, mit Pastor Wittmann in Verbindung gesetzt, um seine Bedenken anzumelden und eine Umfrage unter den Gemeindegliedern vorgeschlagen.

„Er wollte sich noch mal bei mir melden, hat das aber nicht getan“, bedauert Güsgen. Gleiches gelte für Superintendent Philipp Meyer, den er Anfang September eingeschaltet habe. „Der wollte mit Wittmann sprechen und erbat sich drei Wochen Zeit. Doch auf meine Nachfrage am 4. Oktober hieß es: Fehlanzeige.“

Was Güsgen besonders erbost: Die Karten, mit denen die Gemeinde über den neuen Namen abstimmen kann, liegen lediglich in der Kirche aus und müssen bis zum morgigen Samstag abgegeben werden. Und sie seien psychologisch geschickt gemacht: Der neue Name groß und fett gedruckt, der Satz „Ich habe einen anderen guten Vorschlag“ nur klein darunter. Güsgen: „Mir stinkt es, dass der rund 3000-köpfigen Gemeinde der neue Name einfach so übergestülpt werden soll. Das hätte früher bekanntgegeben werden müssen. Hier wird Demokratie mit Füßen getreten!“

„Keiner will Kirchengemeinde am Ohrberg heißen!“ Davon ist auch Ingrid Merten überzeugt, die sich nach eigenen Angaben ein Stimmungsbild unter ihren Mitbürgern verschafft hat. Die Ehrenortsbürgermeisterin, die rund 20 Jahre die Geschicke des Ortes geleitet hatte, fragt sich, warum die Wahlkarten nicht, wie so vieles andere auch, dem Gemeindebrief beigelegt worden seien, statt den Klein Berkeler Wahlberechtigten den außerplanmäßigen Weg zur Kirche zuzumuten. „Hier geht es um das Demokratieverständnis unserer Kirche“, sagt sie.

Den Namensvorschlag selbst hält auch Ingrid Merten nicht für angemessen, schon, weil er wegen der vielen Neubaugebiete eine Zuordnung schwierig mache. „Außerdem ist der Name St. Johannis historisch gewachsen. Es gibt ihn seit dem 16. Jahrhundert.“ Auch nach der Fusion beider Gemeinden, so die streitbare Ehrenortsbürgermeisterin, möchte sich Klein Berkel jedenfalls als Herkunftsgemeinde im Namen wiederfinden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt