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Diakonische Einrichtung wird Mitte 2015 aufgegeben / Landkreis soll mit „Impuls“ einspringen

Kirche beendet das Kapitel Jugendwerkstatt

Hameln. Die Kirche will endgültig raus aus der Angelegenheit: Für den Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hameln-Pyrmont soll das Thema Jugendwerkstatt bald Geschichte sein. So beschloss es jetzt der Kirchenkreistag mit deutlicher Mehrheit. Zum 30. Juni 2015 wird das diakonische Projekt beendet. Impuls, die Weiterbildungsgesellschaft des Landkreises, soll künftig eine Jugendwerkstatt betreiben. Verbliebene Mitarbeiter der jetzigen Jugendwerkstatt Hameln (JWH) sollen dann bei Kirche, Kreis und Impuls untergebracht werden. Von fünf betroffenen Mitarbeitern spricht Superintendent Philipp Meyer, die übrigen – etwa zehn – seien ohnehin mit befristeten Verträgen ausgestattet.

veröffentlicht am 28.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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„Dieser Markt ist für uns nicht mehr zu beackern“, sagt Meyer im Gespräch mit der Dewezet. Die Angebote der Jugendwerkstatt seien schlicht zu teuer: „Wir zahlen zu gute Löhne.“ 30 Prozent mehr als bei der Konkurrenz verdienten die Mitarbeiter der JWH. Zudem sind Angebote im Bereich Jugendberufshilfe nicht mehr sonderlich gefragt. Ursache sei die demografische Entwicklung wie auch die anhaltend gute Wirtschaftslage. „Junge Menschen, die ein Minimum an Eignung vorweisen können, werden zurzeit in den Betrieben ausgebildet“, stellte Meyer in der Beschlussvorlage für den Kirchenkreistag fest. „Das ist gut für die jungen Menschen, zugleich aber ein gravierendes Problem für die Jugendwerkstatt.“

So waren in dem vor allem vom Landkreis geförderten Jugendarbeitslosenprojekt im vergangenen Jahr nur elf von 28 Plätzen dauerhaft besetzt. Für das kommende Jahr sah das Kreishaus sogar nur noch einen Bedarf von sieben Plätzen. Auch die Nachfrage nach den von der JWH für das Jobcenter durchgeführten Aktivierungsmaßnahmen sank deutlich.

Der Landkreis plant nun, die Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt einzustellen – Impuls soll übernehmen. Endgültig darüber entscheiden wird der Kreisausschuss am kommenden Dienstag.

Bereits 2012 hatte der Kirchenkreis einen gravierenden Umbau der Jugendwerkstatt in die Wege geleitet. Sie wurde auf etwa ein Drittel ihres vorherigen Umfangs reduziert. Doch die neue gemeinnützige GmbH schaffte die Wende in die schwarzen Zahlen nicht: Auch in diesem Jahr wird ein Defizit von etwa 50 000 Euro erwartet. Das sei zwar nur noch ein Zehntel des Umfangs der beiden Vorjahre, räumt Meyer ein, kalkuliert hatte man sich jedoch mit einem Plus. Und eine Besserung sei nicht in Sicht. Der Aufsichtsrat habe festgestellt, „dass es der Geschäftsführung nicht möglich war, für die kommenden Jahre ein tragfähiges Konzept für den Betrieb der Jugendwerkstatt Hameln vorzulegen“.

Für das bereits entstandene und sich bis zur Jahresmitte 2015 noch ansammelnde Minus will der Kirchenkreis noch aufkommen. Nach intensiver Diskussion stimmte die große Mehrheit der Mitglieder des Kirchenkreistages dafür – wie auch für das Ende der Jugendwerkstatt aus kirchlicher Sicht. Von 53 Stimmberechtigten votierten sechs mit Nein, fünf enthielten sich.

Ebenfalls an diesem Mittwoch hatte der Jugendhilfeausschuss des Landkreises beschlossen, dass die Jugendwerkstatt bis Mitte des kommenden Jahres noch einmal mit 20 000 Euro gefördert wird. Es soll die letzte Geldspritze des Kreises sein.



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