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Bislang keine der vier geplanten Tagespflegestellen umgesetzt

Kindernester – Idee für die Schublade?

HAMELN. Wie schwierig sich die Planung von Plätzen in Kindertagesstätten (Kita) gestaltet, zeichnet sich gerade besonders deutlich an den geplanten „Kindernestern“ ab. Schon vor einem Jahr hatte die Stadt geplant, vier Kindernester, also Großtagespflegestellen, für jeweils bis zu zehn Kindern einzurichten. Der Grund: Die Stadt könne sonst den Bedarf an Kita-Plätzen für unter Dreijährige nicht decken. Doch die Bilanz ein Jahr später besagt: Nicht eines der vier Kindernester ist in die Tat umgesetzt worden.

veröffentlicht am 06.11.2017 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 11:17 Uhr

Tagespflegestellen für jeweils bis zu zehn Kinder? Bisher wurde daraus nichts. Foto: dpa
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Das im Herbst 2016 vorgestellte Konzept sieht Kindernester am Basberg, in der Südstadt und – zweifach – in der Nordstadt vor, eben dort, wo der Bedarf an Betreuungsplätzen besonders groß sei. Gleichzeitig will die Stadtverwaltung jetzt eine Immobilie in der Kernstadt anmieten, um auch dort ein Kindernest einzurichten. Dies merkte Ulrike Cott, die Leiterin der Abteilung Kindertagesbetreuung, in der jüngsten Sitzung des Ortsrats Tündern an. Die Gespräche mit dem Eigentümer seien allerdings noch nicht abgeschlossen. Das Kindernest in der Kernstadt stellt eine Abweichung vom ursprünglichen Konzept dar.

Noch nicht vom Tisch seien auch zwei weitere Kindernester, die in der Zwischenzeit für Holtensen vorgesehen waren. In dem Sünteldorf hätte eigentlich bereits zum 1. August eines der beiden Kindernester an den Start gehen sollen. Aber dann hatten die Eltern doch nicht genug Kinder angemeldet, wie Cott auf Anfrage mitteilt. Und eben darin besteht das Problem bei der Planung von Kita-Plätzen: Zum einen können die Geburtenzahlen von Jahr zu Jahr stark schwanken, zum anderen melden viele Eltern ihre Kinder bei mehreren Kitas an, um sicherzugehen, am Ende einen Platz zu bekommen. Dabei entsteht mitunter der falsche Eindruck eines erhöhten Bedarfs. Trotzdem will die Stadtverwaltung an dem Konzept der Kindernester festhalten. „Wir beobachten die angedachten Standorte weiter“, sagt Cott.

Wir beobachten die angedachten Standorte weiter.

Ulrike Cott, Abteilungsleiterin Kindertagesbetreuung

Die Kindernester sollen das Kita-Angebot ergänzen. Hauptsächlich unter Dreijährige sollen dort untergebracht werden. Im Unterschied zu den Kitas werden die Kinder in den Kindernestern nicht von Erziehern, sondern von Sozialassistenten mit Pflegeerlaubnis betreut. Erst ab dem achten Kind muss auch ein Erzieher in die Betreuung mit einbezogen werden. Die Räume eines Kindernestes entsprechen denen einer Kita.

Ein Vorteil für die Stadt besteht darin, dass die Kindernester, die vom Landkreis mitfinanziert werden, sie weniger kosten als Kita-Plätze. Zahlt die Stadt für eine zehnköpfige Krippengruppe in einer Kita 49 000 Euro pro Jahr, sind es bei einem Kindernest mit zehn Kindern nur 31 000 Euro jährlich, in den Folgejahren sogar nur noch 21 000 Euro.

Doch die Stadt will auf Nummer sicher gehen. Parallel zu den Kindernestern treibt sie, wie berichtet, den Bau einer neuen Kita voran. An der Süntelstraße in der Nordstadt soll für rund fünf Millionen Euro eine neue Kita für bis zu 80 Kinder entstehen.

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