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Mehr Platz für den Sportunterricht?

Kindergarten auf Kunstrasenplatz: Schulen melden Ansprüche an

HAMELN. Es regt sich mehr und mehr Widerstand gegen die Pläne der Verwaltung, auf dem derzeit ungenutzten Kunstrasen-Sportplatz an der Süntelstraße eine Kindertagesstätte zu errichten. Nach der Politik kritisieren nun auch die Schulen den möglichen Standort.

veröffentlicht am 10.11.2017 um 16:35 Uhr

Wird der Platz weiter als Sportplatz genutzt, erhöht sich der Kaufpreis, den die Bima verlangt. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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In einem Schreiben an die Politiker des zuständigen Fachausschusses regen unter anderem die Schulleiter der Pestalozzischule, des Albert-Einstein-Gymnasiums und der Integrierten Gesamtschule eindringlich an, „den Standort noch einmal gewissenhaft zu überdenken“. Aus Sicht der Schulen sei der Allwetterplatz, der zuletzt durch die britische Armee genutzt worden ist, dringend für den Schulsport nötig. Begründung: Auf dem daneben liegenden städtischen Sportplatz komme es in den Sommermonaten nicht selten zu Überbelegungen durch Schulklassen. Zeitweise würden sieben Hamelner Schulen Ansprüche auf die Sportplatznutzung anmelden. Durch den derzeit nicht genutzten, benachbarten Kunstrasenplatz könne „Entlastung geschaffen werden“, heißt es.

Der Bau einer Kita wäre für die Stadt die günstigste Lösung, den Sportplatz, der sich noch im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) befindet, zu nutzen. Die Bima ruft je nach künftiger Nutzungsart unterschiedliche Kaufpreise auf: Wird eine Kita gebaut, muss die Stadt 235 000 Euro überweisen. „Da es sich bei einer Nutzung als Kita um einen sozialen Zweck handelt, werden nach den Richtlinien der Bima höhere Abschläge gewährt gegenüber einer ,nur‘ öffentlichen Nutzung als Sportplatz“, erläutert Stadträtin Martina Kurth-Harms auf Anfrage. Sofern der Sportplatz dann öffentlich – ohne Gegenleistung in Form von Gebühren – genutzt würden, fielen schon 335 000 Euro an, erklärt sie Stadträtin wieter. Will die Stadt Gebühren für die Sportplatznutzung erheben, so müsste sie laut letztem Bima-Gutachten aus dem Jahr 2014 stattliche 670 000 Euro für den Kunstrasenplatz berappen. Um die Ex-Briten-Fläche wieder für den Sport benutzen zu können, wären Instandhaltungskosten von rund 30 000 Euro fällig.

Das Anliegen der Schulen sei der Verwaltung „auf die Füße gefallen“, sagte Kurth-Harms im Fachausschuss. Die Politik hat bislang noch keinen Beschluss gefasst, weil sie sich noch in den Beratungen für die Investitionen im kommenden Jahr befindet. Volker Brockmann (SPD) merkte indes auf die geplante Erweiterung des Bildungsstandorts Linsingenkaserne an, dass der Kunstrasenplatz „die einzige Fläche, wo sich noch Sport machen lässt“ sei. Maria Bergmann als Kreissportbundvorsitzende sagte: „Die Stadt tut gut daran, solche Plätze aufrechtzuerhalten.“

Die Schulleiter von AEG, IGS und Pestalozzischule regen in ihrem Schreiben an, eine Kindertagesstätte auf dem Areal der Linsingenkaserne zu bauen.

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