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Witte macht der Stadt den Vorwurf „zutiefst unehrlich“ zu sein

Kinderbuchmuseum im Hochzeitshaus? Ideengeber kritisiert Stadt

HAMELN. Hans Witte lässt sie nicht los, die Idee, mit einem Kinderbuchmuseum Menschen anzulocken. Und er hat bislang nicht lockergelassen: Wenn Kinderbuchmuseum, dann im Hochzeitshaus, lautet seine Devise – auf die jedoch keiner der Entscheider eingehen wollte und will. Im Ergebnis ist der pensionierte Lehrer auf die Hamelner Stadtverwaltung schlecht zu sprechen und wirft der Spitze vor, in ihrem Verhandlungsverhalten „zutiefst unehrlich“ zu sein.

veröffentlicht am 09.06.2017 um 17:12 Uhr

Hans Witte (li.) und seine Mitstreiter beim Projekt „Kinderbuchmuseum, Johanna Kunze und Dr. Dieter Alfter , im März vor dem Hochzeitshaus. Foto: Archiv/fn
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Warum Witte wütend ist, hat eine Vorgeschichte: Längst hatten er und seine Projektpartner das Konzept vom Kinderbuchmuseum der Politik vorstellen wollen. Dazu ist es, bis vor Kurzem, nicht gekommen. Witte spricht von „bewusster Boykottierung unseres Projekt-Entwurfs seitens der Verwaltung von November 2016 bis März 2017“. Anfang März dann präsentierten er, Dr. Dieter Alfter aus Bad Pyrmont und weitere Mitstreiter, das Konzept der Öffentlichkeit (wir berichteten).

Zu jenem Zeitpunkt hatte der Rat längst, im Jahr 2013, entschieden, dass fürs Hochzeitshaus andere Pläne verfolgt werden sollen. Witte jedoch blieb stets bei der Haltung, dass ein neuer Rat ja noch einmal anders entscheiden kann, wenn ein besserer Vorschlag auf den Tischen der Entscheider landet.

Zwei Monate später: Einen Tag, bevor am 23. Mai der Öffentlichkeit die Architektenentwürfe von Peter Nasarek für den Bürgersaal im Hochzeitshaus vorgestellt wurden, ist Hans Witte zusammen mit anderen ins Rathaus gekommen, um die Idee vom Kinderbuchmuseum zu erläutern. Oberbürgermeister Claudio Griese hatte dazu eingeladen. Zuhörer: Fraktionsspitzen, Verwaltungsspitze und, am Rande, Vertreter des Bürgervereins Hochzeitshaus, der den Architekten Nasarek engagiert hatte.

Zwei Tage später erfährt Witte aus der Dewezet, dass einen Tag nach seinem Besuch im Rathaus, Nasareks Pläne publik gemacht wurden. „Nun lesen wir heute, dass sowohl Herr Griese wie auch Herr Aden in einem gestrigen Pressetermin munter die Konzeption des Bürgervereins öffentlich erläutert haben“, schreibt Witte noch am selben Tag per Mail an das Vorzimmer des Oberbürgermeisters. Für Witte unverständlich, wie er der Dewezet sagt: „Warum lädt man uns noch ein, wenn schon einen Tag später andere Pläne präsentiert werden?“

An Griese schreibt Witte weiter: Der Presseartikel mache offenkundig, dass „unser Projektteam, das ja von Herrn Griese zu einer Präsentation unseres Konzepts am 22.5. eingeladen war, ausgetrickst worden ist“. OB Griese sieht das anders. Am selben Tag nimmt er per Mail Stellung, in der er Wittes Vorwurf „entschieden“ zurückweist. „Seitens der Politik und der Verwaltungsspitze ist auch am Montagabend deutlich gemacht worden, dass keine Möglichkeit für ein Kinderbuchmuseum im Hochzeitshaus gesehen wird“, so Griese. An Deutlichkeit habe es in dem Gespräch mit Witte nicht gemangelt, betont auch Thomas Wahmes, Pressesprecher der Stadtverwaltung.

Warum aber noch die Einladung, so kurz vor Toreschluss, und warum nicht schon viel früher? Wahmes verweist zum einen auf den alten Ratsbeschluss, zu dem das Kinderbuchmuseum nicht passt – der aber theoretisch hätte gekippt werden können –, zum anderen auf die Nachwirkungen der Kommunalwahl, die viel Zeit in Anspruch genommen haben. Im November habe sich erst der Rat konstituiert. , selbst der Haushalt sei erst im März verabschiedet worden. Da habe es vorher nicht gepasst, sagt Wahmes. Die Möglichkeit, das Kinderbuchmuseum den Fraktionsspitzen vorzustellen, habe man Witte trotzdem nicht verwehren wollen, „der OB will nicht die Instanz sein, die das abbügelt“, sagt Wahmes – zumal die Entscheidungshoheit eben beim Rat liegt. Dass am nächsten Tag, nach der Witteschen Präsentation, andere Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, hat, so Wahmes sinngemäß, in den Händen des Bürgervereins gelegen, der den Architekten beauftragt hat.

Witte und seinen Partnern sei aber bei dem Treffen im Rathaus von allen Seiten signalisiert worden, dass das Konzept für wertvoll erachtet werde und dass ein Kinderbuchmuseum eine Bereicherung für Hameln mit Strahlkraft sein könnte. Nur eben nicht im Hochzeitshaus. Ihm seien auch räumliche Alternativen aufgezeigt worden, sagt Wahmes. Doch die hat Witte von Beginn an kategorisch abgelehnt.

Die Zurückweisung der Projektidee für das Hochzeitshaus, wovon Griese in seiner Mail schreibt, ist bei Witte offenbar anders angekommen. In seiner Antwortmail formuliert Witte, dass „ich mein Angebot zurückziehe und mit den entsprechenden Personen nicht mehr verhandeln möchte“. Grieses Antwort: „Vielleicht sollten Sie nun endlich die Sach- und Faktenlage und die politische Beschlusslage bezüglich der Zukunft des Hochzeitshauses zur Kenntnis nehmen.



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