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Arnd Kiso und Tochter Greta werden Zeugen des dramatischen Geschehens / Zehnjährige kommen mit dem Schrecken davon

Kinder brechen im Eis ein – Großalarm für Retter

Hameln. Als er Kinderstimmen hörte, hatte er gleich so ein ungutes Gefühl. Er wusste, dass das Eis auf Schlägers Teich zu dünn ist. Also ging Arnd Kiso (45), der in der Knabenburg wohnt, hinunter zum Weiher, um nach dem Rechten zu sehen. Tochter Greta (7) begleitete ihren Papa. „Guck mal, da sind ja Kinder auf dem Eis“, rief die Schülerin. Als ihr Vater genau hinschaute, stockte ihm der Atem: „Ein Junge war gerade eben im Eis eingebrochen. Sein Freund rief immer wieder: ,Komm da raus‘“, berichtet der Hamelner.

veröffentlicht am 02.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Arnd Kiso reagierte sofort – und richtig. Weil er wusste, dass in so einem Fall Minuten über Leben und Tod entscheiden, rannte er so schnell er konnte zurück zum Haus und rief seiner Ehefrau Dorte (41) zu: „Ruf sofort einen Rettungswagen. Da ist ein Kind im Teich!“ Dann schnappte sich der 45-Jährige eine Leiter und eilte dem Jungen zu Hilfe.

Der Notruf der Hamelnerin löste gestern um 15.58 Uhr einen Großeinsatz aus. Die Leitstelle „Weserbergland“ schickte Notarzt, Rettungsdienst und Rüstzug der Wachbereitschaft zum Basberg. Außerdem wurden die Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr und sämtliche Bootsführer alarmiert. Zwei Streifenwagen fuhren ebenfalls zum Unglücksort.

Als Arnd Kiso zum Teich zurückkehrte, sah er die Kinder nur noch von hinten. „Die Jungen sind, nass wie sie waren, mit Fahrrad und City-Roller weggefahren. Fußspuren zeigten, wo sich die Freunde ans Ufer hatten retten können. Polizeibeamten gelang es, die Schüler ausfindig zu machen. „Sie sind beide im Eis eingebrochen, hatten sich bereits trockene Kleidung angezogen und standen noch unter dem Eindruck des Geschehens“, sagt Polizeioberkommissar Boris Polzin. „Die Kollegen haben sie ermahnt. Die Zehnjährigen hätten wissen müssen, dass man nicht aufs Eis gehen darf. Gerade jetzt, wo es taut, besteht akute Lebensgefahr. Wir hoffen, dass ihnen das eine Lehre war und sie keinen Schnupfen bekommen.“

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Arnd Kiso ist froh, dass der Unfall glimpflich ausgegangen ist. „Hauptsache, den Kindern ist nichts passiert. Man kriegt ja doch einen Schreck, wenn man so etwas sieht.“

Polizist Polzin kümmerte sich liebevoll um die kleine Greta. Er lenkte das Mädchen so gut es ging ab. Die Grundschülerin durfte eine Polizeimütze aufsetzen und ein Auto mit der Kelle stoppen. „Ich hoffe, Greta kann das Erlebte gut verarbeiten. Sie wird Angst um die Jungen gehabt haben“, meinte Polzin, der selbst zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren hat.

Polizist Boris Polzin (links) und Retter am Schlägers Teich – dort sind gestern Nachmittag zwei Jungen im Eis eingebrochen. Arnd Kiso und seine Tochter Greta wurden Zeugen des Unglücks.

Fotos: ube

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