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Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet: Großer Zulauf in den Hamelner Fitnessstudios

Kilos stemmen, damit die Pfunde purzeln

Hameln. Während im Freien momentan das Wasser gefriert, beginnen drinnen die Tropfen erst richtig an zu laufen – als Schweißperlen all der Fitnessbeflissenen. Da trampeln Sportler auf das Parkett, auf Fahrradergometern wird so intensiv gestrampelt, als sei der Leibhaftige hinter den Sportlern her. Dem „kleinen Teufelchen in einem“ wird die Schuld an den kulinarischen Sünden der Feiertage gegeben. Und wie in jedem Jahr, meldet sich jetzt das „Engelchen“ und pocht auf sein Recht: Die guten Vorsätze – „im neuen Jahr wird alles anders“ – wollen umgesetzt werden. Die Fitnessstudios erleben einen Run auf Geräte und Kurse, nicht nur in diesen Tagen. In Deutschland sind fast sechs Millionen Menschen in solchen Studios sportlich aktiv. Allein im Jahr 2008 gab es bundesweit einen Zuwachs um 640 000 Mitglieder. Den Angaben der Betreiber zufolge, ist täglich fast jeder 40. Hamelner Gast in einer der gewerblichen Trainingseinrichtungen vor Ort.

veröffentlicht am 13.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

In Form bleiben – dafür bürden sich immer mehr Menschen in
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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„Entweder beginnt er was an einem Montag oder im neuen Jahr – so ist der Mensch gestrickt“, bringt Roland Schneider, Inhaber von „Life Sports“, den Fitness-Boom auf den Punkt und spricht von aktuell 30 Prozent Zuwachs an Mitgliedern. Mehr als 500 Trainingsbesessene pro Tag knechten an den Geräten auf dem Scharnhorstgelände. Einen ähnlichen Zulauf vermeldet Michael Zey von der „Sportbox“. „Ganz klar gehört der Januar neben dem Oktober zu unserer Hauptsaison“, spricht der stellvertretende Geschäftsführer von täglich 300 bis 400 Fitness- und Gesundheitskunden. Seit dem 1. Oktober hält sich dort Cornelia fit. „Gesponsert wird das vom Betrieb, der Firma Reintjes. Ein- bis zweimal die Woche trainiere ich nach einem ausgearbeiteten Trainingsplan die Stärkung der Rückenmuskulatur“, schildert die Neueinsteigerin. Schon länger dabei und wohl fit wie ein Turnschuh ist Fritz; man duzt sich im Studio, nennt sich beim Vornamen. „Heute habe ich 83 Tonnen Gewicht an neun Geräten bewegt und war 40 Minuten auf dem Ergometerfahrrad“, erzählt der 72-Jährige von seinem Eifer.

Die guten Vorsätze beleben auch die Sportgeräte von „Family-Fitness“ am Berliner Platz. „Im Trainingsverhalten bemerken wir einen Zuwachs von 30 Prozent“, sagt auch Geschäftsführer Jürgen Wehrhahn. Er hat in einen „Fettverbrennungszirkel“ investiert, den dritten Geräteparcours dieser Art im Hause. Speziell für Frauen gibt es ein Studio mit separatem Eingang. „Hier kann Frau unter sich sein“, erklärt Wehrhahn. Drei Vacuwalk-Geräte, Laufbänder mit Kapseln, auf denen der Mensch bauchabwärts im Unterdruck trainiert –, sollen für Fettverluste an den Problemzonen der Frauen und eine positive Hautbildveränderung sorgen. „Nach vier Wochen und 12 Anwendungen hatte ich 29 Zentimeter Umfangverlust“, vermeldet Sylvia von ihrem Abschmelzen an Oberschenken, Gesäß und Taille. Das Walken im Unterdruck empfindet die 46-jährige als sehr angenehm.

Ob „Aktiv schlank“, „Ehrlich abnehmen“ oder „Figur in Form“ – diverse Kurse versprechen ein Ziel: weg mit dem Fett und eine Gewichtsreduzierung von vier bis acht Kilogramm in acht Wochen. Unterschiedlich sind die Vorgehensweisen der Anbieter. So setzt Michael Zey von der Sportbox auf individuell abgestimmte Trainingspläne mit dosiertem Kraft- und mehr Ausdauertraining für Anfänger, Betreuung durch eine Diplom-Ökotrophologin und Musikunterstützung. Neben ärztlichem Rat erhalten die „Abspecker“ bei „Life Sports“ viel Informationen zur Ernährung. Pro Woche finden dort 70 Gruppenfitnesskurse wie Bodypump statt. „Es ist ganz klar auch eine Kopfsache. Wenn man sich nicht damit auseinandersetzt, passiert auch nichts“, benennt Stefan die eigene Motivation. „Weil ich am Ball geblieben bin, habe ich jetzt zehn Kilogramm weniger Gewicht“, sagt der 39-jährige Hamelner.

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Sylvia, Susanne und Özlem (v. li.) beim Walking – mit Hochdruck im Unterdruckgerät. Foto: fn

Bis 2020 werde sich der deutsche Gesundheitsmarkt auf 450 Milliarden Euro nahezu verdoppeln, prognostiziert der Industrieverband Fitness und Gesundheit. Schon heute würden von 100 Euro, die ein privater Haushalt für den Konsum ausgebe, 5 Euro für die Gesundheit investiert – dies sei mehr als in jedem anderen europäischen Land, heißt es. Distanziert zum „Fitnesswahn“ zeigt sich Karsten Wegener vom Krankengymnastikanbieter „Rehamed“: „Meist sind die zehn Kilo, die man bis Ostern verloren haben kann, am Jahresende wieder drauf.“ Der Gesundheitswissenschaftler vermisst nachhaltige Effekte, um mit den kleinen Schwächen umgehen zu können. Für die meisten Menschen hält der 46-jährige Physiotherapeut einseitiges Gerätetraining für eher langfristig schädlich und meint, dass „die falsch Trainierenden irgendwann bei uns landen“.



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