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Niedrigere Kosten für das neue Schulzentrum Nord? Architekt dämpft Erwartungen

Keine Schnäppchen-Lösung

Hameln. Es war nur ein Fünkchen Hoffnung, aber auch das erlischt bereits: die Hoffnung, darauf, dass der Architektenwettbewerb zum Schulzentrum Nord ein günstigeres Modell für die bauliche Vereinigung von Integrierter Gesamtschule (IGS) und Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) hervorbringen könnte. 21,2 Millionen Euro stehen als veranschlagte Kosten im Raum. „Das war als Hausnummer unsere Arbeitsgrundlage“, sagt Ulrich Zech, vom nun ausgewählten hannoverschen Architektenbüro Venneberg + Zech. Dass diese Kosten sinken werden, wie Stadtbaurat Hermann Aden hofft – daran glaubt der Architekt aus Hannover nicht.

veröffentlicht am 08.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Der Siegerentwurf fiel vergleichsweise bodenständig aus. „Für mich stand die Aufgabe großer Gebäudeteile nie zur Disposition“, sagt Zech. Denn: „Wenn die Kohle nicht da ist, helfen schöne Luftschlösser nicht weiter.“ Also werden die Gebäude von AEG, IGS und Sertürner-Realschule erhalten. Die „totale Trennung“, die „diametral entgegengesetzten“ Eingänge der Schulen jedoch – das soll weichen, erläutert Zech. Deshalb möchte er einen Verbindungsriegel vor das Ensemble setzen. Zwei Überlegungen hätten im Mittelpunkt gestanden: „Gib der Schule ein neues Gesicht!“ und „Markiere einen neuen Haupteingang!“, lauteten sie. So sollen sich die Gebäude künftig nicht mehr vor Blicken aus Richtung Basbergstraße verstecken, sondern stolz ihre gemeinsame markante neue Fassade präsentieren, diese zudem versehen mit dem weithin lesbaren Schriftzug „Schulzentrum Nord“. Hinter dem Haupteingang, zu dem seitlich eine Freitreppe führt, geben Glaswände den Blick auf ein grünes Atrium mit Bambuspflanzen frei. In dem gezackten Verbindungsbau mit dem auffälligen schwarzen Fahrstuhlschacht werden – so das Architekten-Konzept – „verbindende Räume“ untergebracht. Lehrerzimmer, die Verwaltung, die Räume der Oberstufe. Unten, im Souterrain mit Blick Richtung Stadt: die neue Mensa.

Umsonst gibt es das alles nicht. Doch es ginge auch noch um einiges teurer: Nur knapp auf dem zweiten Platz landete im Wettbewerb ein Modell, dass vor allem eins bedeutet hätte: viel Arbeit für Abrissunternehmen. Ein elegant-kompakter (weitgehender) Neubau sollte entstehen, so sahen es die zweitplatzierten Lima-Architekten aus Stuttgart vor.

„Dass es so viel Radikalität so weit nach vorne schafft, ist bemerkenswert“, kommentiert der gebürtige Hamelner Zech vorsichtig. Am Ende aber entschied sich die Jury, in der auch die Fraktionen des Rates vertreten waren, für die vergleichsweise pragmatische Variante. Doch Zech dämpft die Erwartungen: „Es ist nicht so, dass die Kosten nach unten gehen, nur weil nicht ein Entwurf gewonnen hat, der das Drei- oder Vierfache gekostet hätte.“ Die 21 Millionen seien als „grobe Hausnummer“ realistisch. „Man sollte nun nicht in der Bevölkerung den Eindruck erwecken, dass alles billiger wird.“ Stadtbaurat Aden hatte sich nach der Entscheidung der Jury entsprechend geäußert, jedoch eingeschränkt: Die Einsparungen würden „nicht gleich Millionen“ betragen. So seien im Gegensatz zum ersten Gutachten der Mosaik-Architekten im Siegerentwurf von Venneberg + Zech keine Arbeiten in die Tiefe vorgesehen, argumentiert Aden. Dafür – entgegnet Zech – könne er aber in dem Mosaik-Vorentwurf keinen Technikraum entdecken. Dabei sei doch etwa eine Wärmerückgewinnungsanlage in einem energetisch modernen Schulgebäude unerlässlich.

Noch allerdings fehlt der Spekulation über das Geld ein stabiles Fundament: „Wir haben die Kosten noch nicht gerechnet“, sagt Zech. Oberbürgermeister Claudio Griese hat gleich bei seinem Amtsantritt im November angekündigt, eine Kostengrenze für das städtische Mega-Projekt ziehen zu wollen.

Die Fassade des Schulzentrums Nord soll sich nach Vorstellung der Architekten Venneberg + Zech künftig „stolz“ präsentieren.

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