weather-image
23°

Bis zum Wochenende wird der Betrieb abgewickelt und stillgelegt

Keine Rettung für Autohaus Hild & Co.

Hameln. Schluss, aus, vorbei: Zum Wochenende wird das insolvente Autohaus Hild & Comp. GmbH dichtgemacht. Das über 80 Jahre alte Unternehmen an der Wehrberger Straße bricht unter der Last von etwas mehr als zwei Millionen Euro Verbindlichkeiten zusammen, nachdem auch die beiden letzten Übernahmeinteressenten abgesprungen sind.

veröffentlicht am 05.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 02:41 Uhr

270_008_6905792_hm301_Dana_0602.jpg

Autor:

von thomas thimm
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Bückeburger Rechtsanwalt Olaf Handschuh hatte seit dem Einreichen des Insolvenzantrages im November 2013 mit diversen Interessenten verhandelt – doch am Ende wollte niemand das Autohaus Hild weiterführen oder in irgendeiner Form in das angeschlagene Unternehmen einsteigen. Sämtliche Verhandlungen sind gescheitert. Die Gründe liegen für Handschuh auf der Hand: „Die Autobranche hat ein großes Absatzproblem in Deutschland. Hinzu kommt, dass Hameln für die Autohandelsbranche ein eher schwieriger Standort ist. Ein Autohändler muss hier 350 Neuwagen pro Jahr absetzen, um rentabel wirtschaften zu können. Die beiden letzten Interessenten haben dafür am Standort Hild keine Chance gesehen und sind deshalb abgesprungen.“ Die vermeintlichen Investoren seien zu dem Schluss gekommen, dass eine Fortführung des Geschäftsbetriebs von Hild „trotz des deutlichen Entgegenkommens von einzelnen Gläubigern zu risikobelastet ist“. Letztlich sei eben genau diese schwierige Lage der Autohandelsbranche auch die wesentliche Ursache für die Insolvenz der Firma Hild, sagte Handschuh gestern gegenüber unserer Zeitung.

Mit der Pleite von Hild & Co. verlieren 40 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Von den ursprünglich 49 Beschäftigten sind bislang lediglich die neun Azubis in andere Betriebe vermittelt worden. Die anderen stehen auf der Straße, bis zur vollständigen Abwicklung des Unternehmens arbeitet nur noch eine kleine Rumpfmannschaft. Wichtig für die Hild-Kunden: Erteilte Reparaturaufträge werden noch erledigt, die Herausgabe von eingelagerten Reifen soll nach Terminabsprache unter der Telefonnummer 05151/403090 erfolgen. Die Hild-Kunden werden gebeten, über diese Rufnummer einen Abholtermin zu vereinbaren. Im Zuge der mit dem Betriebsrat zu führenden Gespräche will Handschuh einen Sozialplan abschließen, „um die wirtschaftlichen Härten für die Mitarbeiter so weit wie möglich sozial abzufedern“.

Wenn das im Jahr 1932 gegründete Autohaus schließt und der Betrieb stillgelegt wird, dann werden alle mobilen Gegenstände wie etwa Fahrzeuge, Werkzeuge und Mobiliar versteigert, um die Summe der Verbindlichkeiten zu reduzieren. Die Immobilien an der Wehrberger Straße sind davon nicht betroffen, da diese einer unter anderem von den Familien Meyer und Hild betriebenen Vermietungsgesellschaft gehören, die von der Insolvenz nicht betroffen ist.

In früheren Jahrzehnten gab es in der Rattenfängerstadt noch einen markeninternen Konkurrenzkampf zweier VW- Händler, dem Autohaus Weser sowie Hild. Mit der Stilllegung von Hild wird Hameln nun zunächst einmal ohne VW-Vertragshändler auskommen müssen. Ob dieser Zustand länger andauern wird, ist unklar. Handschuh: „Es kommt eher selten vor, dass eine Stadt wie Hameln ohne VW-Autohaus bleibt. Ich gehe davon aus, dass VW in Hameln irgendetwas machen wird. Ich glaube nicht, dass der Konzern den Standort Hameln lange als weißen Fleck auf der VW-Landkarte lässt.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?