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Betriebsrat verhandelt über Sozialplan

Keine Hoffnung mehr für die Wesermühle

Hameln (CK). „Aurora mit dem Sonnenstern“ – wer die Telefonnummer der Kampffmeyer Mühlen GmbH anwählt, bekommt diese eingängige Melodie aufs Ohr. Doch der „Sonnenstern“ scheint im Sinkflug begriffen: Seit die in Hamburg ansässige Firmenzentrale angekündigt hat, den Standort Hameln im kommenden Jahr dichtzumachen (wir berichteten), tut sich offenbar nichts mehr.

veröffentlicht am 07.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 06:21 Uhr

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Kenner der Branche hatten Missmanagement und Fehlentscheidungen für den Niedergang der Hamelner Mühle verantwortlich gemacht, der ehemalige Mühlenchef und heutige Manager der VK Mühlen, Franz Engelking, hatte durchaus Fehler eingeräumt. Doch für Hameln mit seiner jahrhundertealten Mühlentradition scheint die negative Entscheidung unumgänglich zu sein.

Noch vor wenigen Wochen hatte der Rat der Stadt Hameln eine Resolution an die Hamburger Zentrale verabschiedet mit dem Ziel, die Wesermühlen in Hameln bestehen zu lassen. Das Ergebnis allerdings gibt wenig Anlass zu Hoffnung. „Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann steht in direktem Kontakt mit der Geschäftsleitung, und wir haben auch umgehend eine Reaktion aus Hamburg erhalten“, bestätigt Pressesprecher Thomas Wahmes. Allerdings gebe es keine Signale dahingehend, dass die Entscheidung – Schließung des Standortes Hameln – revidiert werden könnte. Im Übrigen sei zwischen den Gesprächspartnern Vertraulichkeit vereinbart worden.

„Wir haben der Oberbürgermeisterin angeboten, dass eine Ratsdelegation sie begleiten würde, falls sie sich auf den Weg nach Hamburg machen möchte“, sagt Ursula Wehrmann. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat und stellvertretende Sprecherin der Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen fordert aber zugleich: „Wir müssen realistisch bleiben und können lediglich an die Geschäftsleitung appellieren.“ Heute will sie in der Sitzung des Verwaltungsausschusses noch einmal nach dem Stand der Dinge fragen.

Die Anfrage aber dürfte sich vermutlich schon fast erledigt haben. Wie Pressesprecherin Dr. Antje Baumgarten aus Hamburg bestätigt, gibt es „absolut nichts Neues“ in Sachen Betriebsschließung in Hameln. Auch ein genauer Termin stehe bisher noch nicht fest. Ansonsten aber wollte sich die Unternehmenssprecherin nicht weiter äußern, teilte nur mit, dass „zu gegebener Zeit“ eine öffentliche Information erfolgen werde.

Wie Dirk Usadel, Betriebsrat der Hamelner Wesermühlen, gestern bestätigte, sind Vertreter der Arbeitnehmervertretung letzte Woche zu Gesprächen in Hamburg gewesen. „Da ist auch über Alternativen wie Lohnkürzungen um 10 bis 15 Prozent nachgedacht worden, aber das würde an der Unternehmensentscheidung nichts mehr ändern“, bedauert Usadel. Auch die im Wirtschaftsausschuss des Unternehmens erörterte Möglichkeit, die Hamelner Mühle in Eigenregie der Arbeitnehmer weiterzuführen, sei nicht realistisch gewesen.

Schon im September hatte es geheißen, dass es nicht gelungen sei, die Zukunftsfähigkeit des Werkes darzustellen. Damals hatte Usadel gesagt, Betriebsrat und Belegschaft würden weiter für den Standort kämpfen und alle Chancen suchen und – so gefunden – auch nutzen. Eine „übereilte Entscheidung“ müsse in jedem Fall vermieden werden. Mittlerweile hat sich das Blatt offenbar gewendet. Usadel: „Das Einzige, was uns als Arbeitnehmervertreter jetzt noch übrig bleibt, ist, mit der Geschäftsleitung über einen Interessenausgleich und auch über einen Sozialplan zu verhandeln.“

Die Kampffmeyer-Wesermühlen am Standort Hameln – vermutlich gibt es für ihren Erhalt keine Hoffnung mehr.

Foto: Dana



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