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Mehrheit will Schulzentrum-Nord für 30 Millionen Euro – Für Meyer-Bergmann könnte es noch mehr werden

Keine Angst vor neuen Schulden

Hameln. Die Entscheidung, das Schulzentrum Nord für knapp 30 Millionen Euro umzubauen, scheint so gut wie durch. Der Grund für die positive Haltung zu der astronomischen Summe ist einfach: Ein Neubau auf der grünen Wiese wäre noch teurer. Rund 52 Millionen Euro müsste die Stadt dafür auf den Tisch legen.

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

Hameln. Die Entscheidung, das Schulzentrum Nord für knapp 30 Millionen Euro umzubauen, steht offenbar. Der Grund für die positive Haltung der meisten Politiker zu der astronomischen Summe ist simpel: Ein Neubau auf der grünen Wiese wäre noch teurer. Rund 52 Millionen Euro müsste die Stadt dafür auf den Tisch legen. Das besage das Gutachten, dass die von der Politik beauftragte Verwaltung in Auftrag gegeben hatte. Einige hatten das Ergebnis schon geahnt, dennoch: Dem Ruf, günstigere Alternativen nicht geprüft zu haben, wollte sich niemand aussetzen – schließlich geht es um enorm viel Geld.
 Auch wenn Bildung einen anderen Stellenwert habe: Die Sanierung der Fußgängerzone schlug mit „nur“ fünf Millionen Euro (mit Zuschuss) zu Buche – „und es gab damals einen Bürgerentscheid“, vergleicht Ursula Wehrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, die sich für das Wirtschaftlichkeitsgutachten eingesetzt hatte. Natürlich wolle man das Gutachten – die Vorlage wird fürs Wochenende erwartet – noch einmal prüfen, doch die von Stadtbaurat Hermann Aden („vorbehaltlich einer Prüfung durch die Verwaltung“) aufgerufenen 51,9 Millionen Euro kämen für die Grünen „nie in Betracht“, sagt sie.  Unglücklich sei, dass die Studie nicht untersuche, wie viel der Neubau der Integrierten Gesamtschule (IGS) allein kosten würde.
 Für diese Variante hat Aden selbst gerechnet: Aus dem Gutachten könne man im Verhältnis ableiten. Hinzu kämen die Ertüchtigung des Albert-Einstein-Gynmnasiums (plus zugehörige Nutzflächen), der Abriss der Sertürner-Realschule inklusive Entsorgung von asbesthaltigen Baustoffen, sodass am Ende für diese Variante 39 Millionen Euro – auch unter Vorbehalt – herauskämen.
 Auf eine ähnliche Summe kommt auch Wehrmann, wenn sie den Abriss mit einrechnet. Bliebe das Gebäude stehen, müsste unter anderem in Brandschutz, energetische Sanierung und Asbestentfernung investiert werden – auch nicht gerade günstig. Wichtig ist für Wehrmann, „dass wir uns in der kommenden Woche im Schulausschuss entscheiden, darauf haben die Eltern einen Anspruch“. Das sieht auch Peter Kurbjuweit von den Linken so: „Wir sollten möglichst bald starten mit dem Bau“. Auch er ist für den Basisentwurf für knapp 30 Millionen Euro.
 Vorausgesetzt, dass die Zahlen belastbar seien, sieht das auch Thomas Meyer-Hermann (CDU), Sprecher der schwarz-grünen Ratsmehrheit, ähnlich: „Es wäre unverantwortlich, so mit Steuergeldern umzugehen, die Frage nach einem Neubau stellt sich gar nicht.“ Auch er sei im Übrigen davon ausgegangen, dass die Solo-Variante für die IGS im Gutachten geprüft wird.
 Für einen anderen ist die Frage eines Neubaus der IGS noch nicht ganz vom Tisch: Kurt Meyer-Bergmann (SPD) rechnet vor, dass die Schülerzahlen steigen werden, wenn der freie Elternwille bezüglich der Schulwahl der Kinder zu Buche schlage. Sicher sei das Basismodell für knapp 30 Millionen das geringere Übel, doch man müsse das Gesamtkonzept für die Schulentwicklung in der Stadt im Auge behalten und fragen: „Was wird demnächst an zusätzlichen Räumen gebraucht, und wo kommt der künftige 13. Jahrgang (jetzt der 8.) unter? Welche Bau- beziehungsweise Sanierungsmaßnahmen kommen in den nächsten Jahren dazu? Sind 39 Millionen wirklich mehr als das, was noch an Bedarf da ist?“ Das alles müsse noch in der Fraktion besprochen werden, sagt Meyer-Bergmann. Dazu gehöre auch die Überlegung, welche Synergieeffekte sich durch einen gemeinsamen Bildungscampus mit Elisabeth-Selbert-Schule und Handelslehranstalt auf dem Gelände des Gundolph-Parks ergeben könnten.
 Auf die Frage, ob sich die Stadt eine erneute Planung leisten könne – sowohl in Bezug auf die Finanzen als auch auf die Geduld der Eltern – sagt Meyer-Bergmann: „Das ist zu prüfen. Man muss überlegen, ob man mit diesem Wissen in absehbarer Zeit nachbessern will oder lieber gleich in den sauren Apfel beißt und die Bauten nur in Resten stehen lässt.

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