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Gewerbegrundstück an Hastenbecker Weg stößt auf Kritik

Keine andere Wahl als „kompromisslos zu asphaltieren“

HAMELN. Die Gewerbeansiedlung am Hastenbecker Weg verursacht Probleme: Asphalt soll verhindern, dass Regenwasser versickert und Schadstoffe aus dem Boden ins Grundwasser gelangen. Das 7000 Quadratmeter große Grundstück, dessen Boden verunreinigt ist, gehörte zuvor der Bahn.

veröffentlicht am 13.08.2017 um 16:16 Uhr
aktualisiert am 13.08.2017 um 17:00 Uhr

Am „Autozentrum Hameln“ gibt es keine Grünfläche. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Städtebaulich sei sie kein Vorzeigeprojekt, die Gewerbeansiedlung am Hastenbecker Weg. „In keiner Weise vertretbar“, bezeichnete Ralf Hermes jüngst im Umweltausschuss die Fläche, die aus seiner Sicht „kompromisslos mit Asphalt ausgegossen“ worden ist. Hermes vermisst die Bepflanzung. „Es darf nicht passieren, dass solche Flächen entstehen“, meinte er als Vertreter des Umweltzentrums Hameln.

Eine Antwort, warum es dort nach einer „Betonwüste“ aussieht, bekam Hermes im Ausschuss vergangene Woche nicht. Doch es gibt einen Grund für die vollständige sogenannte Versiegelung der Fläche.

„Ich hatte keine andere Wahl“, sagt Bauherr Frank Borris Baum auf Anfrage. Baum hat auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Ex-Bahn-Gelände am Hastenbecker Weg das „Autozentrum Hameln“ geschaffen. Seit 2015 haben sich dort neben Baums bestehendem Unternehmen eine Kfz-Werkstatt und -Prüfstelle, ein Autopflege-Service und ein Café angesiedelt. Bis dahin lag das Gelände, das Baum von der Deutschen Bahn erworben hat, seit dem Jahr 2007 brach.

Die grundsätzliche Regelung für Flächen dieser Art ist: Das städtische Bauamt hat eine sogenannte Grundflächenzahl von 0,6 festgelegt, das heißt: 60 Prozent der Grundstücksfläche dürfen überbaut werden. „Durch Garagen, Stellplätze und Zufahrten sowie untergeordnete Nebenanlagen darf dieser Prozentsatz bis auf maximal 80 Prozent ausgedehnt werden“, teilt das Rathaus mit.

Das besondere Problem an dieser Fläche ist – und deshalb ist es in diesem Fall anders: Bei dem ehemaligen Bahngrundstück liegen Bodenverunreinigungen vor, die Anlass dafür gegeben haben, dass Grundstück umfassend zu versiegeln, sagt eine Stadtsprecherin auf Nachfrage der Dewezet.

So solle verhindert werden, dass Regenwasser versickert und dadurch die Schadstoffe im Boden ins Grundwasser gelangen. Dies ist im Baugenehmigungsverfahren so geregelt worden, bestätigen Stadtverwaltung wie auch Bauherr Baum.

Baum will zumindest die Grundstücksgrenzen begrünen. An Ralf Hermes spricht er eine Einladung aus: Vielleicht mag er dabei helfen, „die bestmögliche Lösung für das Grundstück zu finden“, sagt Baum.

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