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Landkreis förderte bislang junge Familien beim Hauskauf / Neues Programm setzt auf energetische Sanierung

Kein Zuschuss mehr für Altbauten

Hameln-Pyrmont. „Jung kauft Alt“ war im Juni 2013 vom Kreistag als ein mit 100 000 Euro ausgestattetes Programm aufgelegt worden, mit dem junge Familien dabei unterstützt werden sollten, bei Zuzug in den Landkreis ein altes Haus zu erwerben, wenn mindestens ein Teil des Ehepaares ein Rückkehrer in den Landkreis war. Je nach Kinderzahl gab es dabei pro Familie bis zu 10 000 Euro finanzielle Unterstützung. Insgesamt 14 Objekte wechselten mithilfe des Kreises auf diesem Weg bis zum Sommer 2014 den Besitzer. Jetzt plant der Landkreis ein neues Förderprogramm: „Hauskauf – Energetische Sanierung zahlt sich aus.“

veröffentlicht am 26.01.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Der Hintergrund der Überlegungen der Kreisverwaltung: Angesichts der Haushaltssituation des Landkreises „erscheint eine Weiterführung oder gar Aufstockung der Förderung nicht darstellbar“, wie es in der Begründung für eine Neuausrichtung der Förderung eines Immobilienerwerbs heißt. In Abstimmung mit der Klimaschutzagentur sei dabei der Gedanke entstanden, „die Stoßrichtung auf die energetische Sanierung von Wohnraum zu lenken“, denn beim Kauf einer alten Immobilie müsse „angesichts steigender Energiekosten die Energieeffizienz unbedingt im Blick gehalten werden“.

Ausgestattet mit 35 000 Euro Landkreisgeldern, will die Klimaschutzagentur dazu eine Informationsmappe entwickeln, die Aussagen zu Themen wie „Der Hauskauf: Zukunftssicher investieren“, „Energetische Sanierung: Darauf kommt es an“, „Fördermöglichkeiten und gesetzliche Sanierungspflichten“ sowie einen „Beratungskompass – Adressen und Angebot in Ihrer Nähe“ enthalten soll. Da die Klimaschutzagentur für die Erstellung der Informationsmappe nach Angaben ihres Geschäftsführers Tobias Timm keine Gelder benötigt, sollen die Mittel des Kreises für 500 jeweils zweistündige Beratungsgespräche mit den folgenden Inhalten zur Verfügung stehen: Bestandsaufnahme der energetischen Ist-Situation, Informationen über sinnvolle Modernisierungsmöglichkeiten und Einsparpotenziale wie Wärmedämmung, Fenstererneuerung, Erneuerung der Heizungsanlage, Einbau einer Solaranlage und Lüftungstechnik.

Im Kreisausschuss für Erneuerbare Energien, Umwelt und Wirtschaft stieß der Vorschlag der Verwaltung allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. Insbesondere Helmut Zeddies (FDP) wandte sich dagegen, das Programm nur zur Unterstützung eines Immobilienerwerbs aufzulegen. „Das Programm sollte jeder Bürger mit einem eigenen Haus in Anspruch nehmen können“, forderte Zeddies auf der jüngsten Ausschusssitzung. „Mit dem Programm wird kein einziger Hauskauf gefördert.“ Im Übrigen sei für ihn das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ wegen mangelnder Nachhaltigkeit gescheitert. Dafür erntete Zeddies deutlichen Widerspruch von Konstantin Grosch (SPD). Das Programm sei ein wichtiges Signal gewesen, mit dem viele Menschen erreicht worden seien. Unterstützung erhielt Zeddies in der Debatte durch Rolf Keller (CDU), der betonte, das neu entwickelte Konzept sei doch nichts anderes als das Programm „Mach Dein Haus fit“. Besser sei es, die Aktion „Jung kauft Alt“ fortzusetzen.

Dr. Helmut Burdorf (Grüne) forderte seinerseits, das Beratungsangebot bei jeder Art von Hauskauf zu machen und nicht nur im Falle eines Zuzugs. Dass das neue Programm Anreize zum Zuzug in den Kreis geben könne, wurde von Zeddies generell bezweifelt: „Das bringt uns doch keine Zuwanderung.“ Burdorfs Fraktionskollegin Britta Kellermann forderte als Bedingung für das preiswerte Beratungsangebot im Wert von 70 Euro eine Eingrenzung auf den Ersterwerb einer Immobilie oder bei einer Eigentümeränderung wie in einem Erbfall. Am Ende war sich der Ausschuss im Wesentlichen darüber einig, dass das von der Verwaltung vorgeschlagene Förderprogramm „Hauskauf – energetische Sanierung zahlt sich aus“ noch erheblich überarbeitet werden muss.



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