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Wenn der Wind nur mäßig weht ...

Kein Traumstart für Genossenschafts-Windrad

HAMELN. Es hätte besser laufen können im ersten Jahr – aber auch wesentlich schlechter. Knapp ein Jahr nach der Inbetriebnahme der Windkraftanlage bei Hilligsfeld durch die Energie-Genossenschaft Weserbergland (EnGeWe) kann eine erste Bilanz gezogen werden.

veröffentlicht am 30.12.2018 um 15:01 Uhr
aktualisiert am 30.12.2018 um 21:40 Uhr

Rund 200 Anteilseignern gehört das Windrad zwischen Hilligsfeld und Afferde. Die erste Bilanz blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Foto: fh
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Das Jahr ist zwar noch nicht ganz vorbei, doch den prognostizierten Jahresertrag von rund 7,8 Megawattstunden werden die Genossenschafter nicht mehr erreichen. „Rekorde können wir nicht erwarten“, fasst EnGeWe-Vorstand Reinhard Pigors das Jahresergebnis zusammen.

„Kein Beinbruch“, meint er. Alles liege „im Rahmen des Erwartbaren“. Die garantierte Rendite für Anteilseigner in Höhe von einem Prozent werde es ohnehin geben. Pigors geht davon aus, dass die Rendite nach endgültiger Abrechnung wohl durchaus noch etwas höher ausfallen könnte.

Das Windrad der EnGeWe ist im vergangenen Jahr als sogenannte „Bürger-Anlage“ an den Start gegangen. Zur Finanzierung der rund 5,4 Millionen Euro teuren Anlage hatten die rund 200 Anteilseigner zusammen 1,8 Millionen Euro in Form von Geschäftsguthaben und nachrangigen Darlehen beigesteuert. Investitionen, die in Niedrigzinszeiten den Genossen recht gute Renditeerwartungen versprach.

Wäre nun im ersten Jahr die Erwartung von 7,8 Megawattstunden, die sich laut Pigors an einem über 20 Jahre lang gemessenen Mittelwert orientiert, erreicht worden, hätte es laut EnGeWe-Vorstand vier Prozent Rendite gegeben. So viel wird es nun erst einmal nicht. Pigors meint: „Ich glaube, dass wir 80 Prozent der Prognose nicht übersteigen.“

Aber da gehe es der heimischen Genossenschaft genauso wie anderen Investoren der Windbranche. Überall sei das Jahr „unterdurchschnittlich“ gelaufen. „Es geht uns wie den anderen auch.“ Das lang anhaltende Hochdruckgebiet über die Sommermonate hinweg zieht Pigors in diesem Jahr als Hauptgrund heran: „Da ist traditionell nicht viel Wind dabei“, sagt Pigors.

Rechnerische zwei Prozent des Jahresertrages gehe dazu durch Abschaltzeiten in den Sommermonaten verloren. Bei bestimmten Wetterlagen, „in lauen Sommernächten zum Beispiel“, stehen die Rotoren der EnGeWe still – zum Schutz der Fledermäuse, die dann verstärkt aktiv sind. Dieses und nächstes Jahr gelten die Beschränkungen. Weil die Fledermausaktivitäten durch eine „Horchbox“ auf dem Windrad registriert werden, sollen nach zwei Jahren Betrieb gegebenenfalls neue Abschaltzeiten festgelegt werden.

Laut Pigors wird das Windrad bei Hilligsfeld wohl nicht das einzige Genossenschaftsprojekt bleiben. Die EnGeWe stehe finanziell gut da; deshalb gebe es Überlegungen weiter in die Windkraft zu investieren. Ein konkretes Projekt nannte Pigors nicht.

Doch zumindest auf Hamelner Gebiet müsste sich die EnGeWe, so wie andere potenzielle Investoren auch, wohl auf neue Vorranggebiete konzentrieren. Weil die für Windkraft ausgewiesenen Konzentrationsflächen in Hameln keinen Platz für neue Anlagen bieten, will die Stadtverwaltung nach eigenem Bekunden im kommenden Jahr die Planungen für weitere Vorrangebiete in Gang bringen.



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