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Herrenloses Tier vom Rotenberg lässt sich nicht einfangen / Neuer Versuch soll erfolgreicher werden

Kein Schwein bei der Saujagd

Hameln. So eine schlechte Adresse ist die Gegend am Teutoburger Wald nun wirklich nicht, dass da keine Sau hin will. Doch die herrenlose Hängebauschwein-Dame vom Rotenberg lässt sich dort partout nicht hinbringen. Dabei war alles so generalstabsmäßig geplant: zunächst als vertrauensbildende Maßnahme und Zeichen der guten Absicht die Übergabe eines Gastgeschenks in Form eines Leckerlis. Dann der gezielte Schuss eines Betäubungspfeils in die kräftige Schweinelende. Vielleicht noch ein halbes Stündchen Wartezeit, bis das Schweinchen Schäfchen zählt und ins Reich der Träume fällt. Anschließend die Sau verladen, und Abmarsch.

veröffentlicht am 25.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 15:21 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Es hätte so gut klappen können – hätte. Doch Verladen hat am Ende des Tages das Hängebauchschwein vom Ravelin Camp nur seine Häscher. Es ist Samstag gegen 9 Uhr. Diana Lukas ist noch guter Dinge, dass ihr Hängebauchschwein Rosalie am Abend Gesellschaft haben wird. Lamas, Pferde, Hunde & Co. hat sie bereits auf ihrem Tierhof im lippischen Schlangen aufgenommen, nun soll sich Edith dazu gesellen. So soll das Schwein heißen, dass seit Wochen Mutterseelen allein auf dem aufgegebenen Übungsgelände sein Dasein fristet (wir berichteten). Tierarzt Dr. Fabian Engelke hat Betäubungspfeile am Mann, Michael Keulemann einen selbst gebackenen und herrlich duftenden Apfelkuchen als Gastgeschenk in der Hand und Christian-Georg Mohrahrend als Fachmann der Liegenschaften die nötige Ortskenntnis, als sich die drei Männer vorsichtig ins zwei Hektar große „Jagdrevier“ begeben. Aufnahmeteams von gleich zwei Fernsehsendern folgen dem Trio.

Plötzlich fängt die Erde am Rotenberg leicht an zu beben, Hufgetrampel ist zu hören. Im Schweinsgalopp rast die Sau aus einer der verlassenen Wellblechgaragen. Sie zeigt sich, die Edith. Für einen gezielten Schuss kam ihr Auftritt aber zu überraschend, auch die Kameras stehen noch nicht in Position. Als Volltreffer erweist sich dagegen der Apfelkuchen, der von Edith schmatzend weggefuttert wird;, wie ein Schwein halt. Den nächsten Treffer landet der Tierarzt: ein Narkosepfeil bohrt sich tief in den Hinterschinken. Doch so sehr sich Mohrahrend als Fachmann mit Liegenschaften auskennen mag – liegen will Edith partout nicht, die Sau bleibt standhaft.

Statt einer lockeren Schweinejagd beginnt nun ein Katz-und-Maus-Spiel. Edith scheint der Jagdgesellschaft zeigen zu wollen, was sie in den letzten Wochen auf dem militärischen Trainingsgelände gelernt hat. Den Übungshang geht es rauf und runter. Die Sau verkriecht sich unter einer Brücke, durchbricht mit ihren rund 100 Kilogramm Körpergewicht ein Gattertor und grunzt ihre Retter drohend an. Einfangen können sie das Tier nicht. Das muss dann auch Christian-Georg Mohrahrend nach stundenlanger Hatz vor den laufenden TV-Kameras eingestehen. „Die hat schon Unmutsäußerungen von sich gegeben, so grunz, grunz“, spricht der Bundesbeamte in die Mikrofone. Das Wohl des Tieres gehe vor, noch mehr stressen wolle man die Sau an diesem Tag nicht. Ein neuer Anlauf, Edith in ihr neues Zuhause bringen zu können, soll nun in Kürze erfolgen.

Der Plan von Diana Lukas, Michael Keulemann, Dr. Fabian Engelke und Christian-Georg Mohrahrend

(v. li.) scheitert. Sau Edith wird zwar getroffen, lässt sich ab nicht einfangen.fn



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