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... sie sollen nur noch bei freien Kapazitäten an Gymnasien aufgenommen werden

Kein Platz mehr für Schüler aus anderen Landkreisen?

HAMELN. Bekommen Schüler aus anderen Landkreisen bald keinen Schulplatz mehr in Hameln? Das könnte so kommen, denn die Stadtverwaltung rechnet aufgrund hoher Schülerzahlen mit Engpässen an den Gymnasien. Erstmals soll daher von der Möglichkeit Gebrauch gemacht werden, Kindern mit Wohnsitz in Hameln den Vorrang zu geben.

veröffentlicht am 05.04.2017 um 16:25 Uhr
aktualisiert am 05.04.2017 um 18:00 Uhr

Vor allem zum Albert-Einstein- (o.) und am Viktoria-Luise-Gymnasium gehen auch Kinder aus benachbarten Landkreisen. Weil zum kommenden Schuljahr mehr Kinder als im Vorjahr die Grundschule verlassen – allein in Hameln über 550 nach 514 im Vorjahr – re
Birte Hansen

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Birte Hansen Reporterin zur Autorenseite
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Die Aufnahmekriterien für die Hamelner Gymnasien werden sich für das kommende Schuljahr ändern – betroffen sind davon Schülerinnen und Schüler aus benachbarten Landkreisen. Bisher konnte beispielsweise ein Schulkind aus Hehlen – wie Sofie, die gerade „The Voice Kids“ gewonnen hat – auch ein Gymnasium in Hameln besuchen, obwohl es im Landkreis Holzminden lebt. Weil aber die Hamelner Stadtverwaltung aufgrund hoher Schülerzahlen mit Engpässen an den Gymnasien rechnet, soll erstmals von der Möglichkeit Gebrauch gemacht werden, Kindern mit Wohnsitz in Hameln den Vorrang zu geben. Anders als für die anderen Schulformen legt die Stadt Hameln gemäß Paragraf 10 ihrer Schulbezirkssatzung für die Gymnasien keine Schulbezirke fest. Für die übrigen Schulformen gilt das „gesamte Gebiet der Stadt Hameln“ als Schulbezirk. Nicht aber für die Gymnasien – in der Folge gehen heute pro Jahrgang zwischen 15 und 38 Schülerinnen und Schüler in die Hamelner Gymnasialklassen, die ihren Wohnsitz jedoch nicht im Landkreis Hameln-Pyrmont haben. Hauptsächlich kommen sie aus Bodenwerder und anderen Gemeinden des Landkreises Holzminden, sehr vereinzelt aus Springe. Diese Verteilung ist laut Verwaltung auch historisch bedingt, da Bodenwerder und andere Gemeinden bis zur Gebietsreform 1972 Hameln-Pyrmont zugeordnet waren.

Bislang seien immer alle Schüler, die sich an den Gymnasien angemeldet haben, aufgenommen worden, heißt es. Jetzt erklärt die zuständige Abteilung für Schulen, dass „erstmalig von der Tradition der Aufnahme der Schülerinnen und Schuler aus anderen Landkreisen an den Hamelner Gymnasien abgewichen“ werden muss, wenn tatsächlich mehr Gymnasialplätze angefragt würden als vorhanden sind. Im vergangenen Schuljahr sind 410 Kinder an den Hamelner Gymnasien eingeschult worden. 420 Plätze sind bei Beibehaltung der jeweiligen Zügigkeit vorhanden: drei Züge am Albert-Einstein-Gymnasium, fünf am Schiller und fünf bis sechs am Viktoria-Luise-Gymnasium.

Zwar könnte diese Zügigkeit erhöht werden, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung, doch „die zusätzlich erforderliche Raumkapazität könnte kurzfristig nur über eine Containerlösung“ gelöst werden – und langfristig durch einen Schulanbau. Für die Deckung der dadurch entstehenden Kosten wiederum könnte der eigentlich zuständige Schulträger nur dann anteilig herangezogen werden, wenn die Schule von „mindestens einem Viertel auswärtiger Schülerinnen und Schüler besucht würde“. Da das nicht der Fall ist, würde Hameln auf den Kosten sitzenbleiben.

Foto: Dana
  • Foto: Dana

Mit Verweis auf das Niedersächsische Schulgesetz will die Stadtverwaltung für das kommende Schuljahr erst dann Schüler aus anderen Landkreisen annehmen, wenn die Schulen über die Hamelner hinaus noch freie Kapazitäten haben. Zwei Ausnahmen soll es aber geben: Einzelne Kinder mit „besonderer nachgewiesener Eignung“ können in die Musikklasse des Vikilus aufgenommen werden, weil „das Gymnasium eines der wenigen Gymnasien in Niedersachsen mit einem Musikzweig ist“. Außerdem können Kinder, deren Geschwister ein Hamelner Gymnasium besuchen, die Aufnahme beantragen.

Die Schulleitungen der drei Gymnasien und der Stadtelternratssprecher haben dem neuen Verfahren laut Stadtverwaltung bereits zugestimmt. Auch der Landkreis Holzminden wurde laut Abteilungsleiter Andreas Breitkopf informiert. Heute werden die Politiker des zuständigen Ausschusses davon in Kenntnis gesetzt.


Info: Donnerstag um 16 Uhr tagt der Ausschuss für Familien, Kitas, Schulen und Sport öffentlich im Sitzungssaal des Rathauses.

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