weather-image
12°

Moschee-Pläne scheitern am Geld / Gemeinden beraten: Kulturzentrum und Kindergarten im Gespräch

Kein Minarett an der Deisterstraße

Hameln. Entwürfe gab es bereits: für einen Neubau – verziert mit arabischen Schriftzeichen – oder einen Umbau des vorhandenen Gebäudes. Mittlerweile ist jedoch einiges an Zeit und auch ein Besitzerwechsel ins Land gegangen. Und obwohl noch nicht klar ist, was nun mit dem Areal Deisterstraße 48 passieren soll, zeichnet sich ab: Eine Moschee samt Minarett wird hier nicht entstehen.

veröffentlicht am 21.10.2013 um 16:59 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 21:41 Uhr

270_008_6680932_hm102_2210.jpg
Frank Henke

Autor

Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ursprünglich war dies der Plan von Omar El Charif, Vorsitzender des umstrittenen Vereins „Al Rahman für Integration“. Doch im August warf Charif hin. Der Verein löste sich auf – vor allem aufgrund interner Meinungsverschiedenheiten im Verein, wie der Hamelner damals erklärte. Altbau und Grund übergab Charif an Bilgin Onur, den Vorsitzenden der Islamischen Gemeinde in der Hunoldstraße. Die verschiedenen muslimischen Gemeinden sollten gemeinsam über die Nutzung des Gebäudes entscheiden, hieß es im Sommer.

Ein Treffen hätte bereits stattgefunden, meldet Onur jetzt. Ein weiteres sei für diesen Freitag geplant. Entschieden sei noch nichts. Was sich jedoch bereits abzeichnet: Eine „reine Moschee“ wird an der Deisterstraße nicht entstehen. „So groß sind die finanziellen Möglichkeiten nicht“, sagt Onur. Stattdessen wird nun gegrübelt, was mit dem Gebäude und dem 2200-Quadratmeter-Grundstück geschehen soll: eine Sanierung des Altbaus, ein Abriss, „oder, wenn das Geld nicht reicht: veräußern“, fasst der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde die Möglichkeiten zusammen.

Als Nutzung ist bisher offenbar vor allem ein islamisches Kulturzentrum mit Saal im Gespräch. Diese „Begegnungsstätte“ sollten „alle Gemeinden der unterschiedlichen Richtungen nutzen können“, so schwebt es Onur vor. „Es kann auch sein, dass es kein rein religiöses Kulturzentrum wird.“

Der Saal könnte dann an hohen Feiertagen wie Ramadan oder Opferfest auch zum Gebet genutzt werden. Denn zu diesen Daten würde es eng in den Moscheen. Über den Rest des Jahres aber herrsche weder am Thiewall noch an der Hunoldstraße Platznot, sagt Onur.

Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde spricht auch noch eine weitere denkbare Nutzung des Gebäudes an: Eltern hätten einen muslimischen Kindergarten vorgeschlagen. „Doch diese Idee ist noch nicht ausgereift.“

Es ist eine bemerkenswerte Runde, die nun über das mögliche Deisterstraßen-Projekt spricht. Neben der Islamischen Gemeinde Onurs sollen Vertreter der Türkischen Gemeinde der Thiewall-Moschee sowie der Türkisch-Islamischen Gemeinden aus Bad Pyrmont und Hessisch Oldendorf am Tisch sitzen. Und auch ein Vertreter des neu gegründeten Kulturvereins der Hamelner Aleviten wird teilnehmen – obwohl gemeinhin das Verhältnis der Aleviten zur islamischen Mehrheit der Sunniten stark belastet ist. „Ich habe da keine Vorbehalte“, versichert Bilgin Onur.

Aufseiten der Aleviten ist man dennoch vorsichtig: „Wir wissen, wie wir auf dieser Seite gesehen werden“, sagt die Erste Vorsitzende des Vereins, Gülbahar Candan. Zum nächsten Treffen gehen, sich „anhören, was gesagt wird“, werde ein Vertreter des Vereins aber dennoch.

Es bleibt beim Entwurf: Eine Moschee mit Minarett (unten ein Entwurf) wird an der Deisterstraße nicht entstehen. Über die weitere Nutzung des Areals sprechen nun Vertreter der verschiedenen muslimischen Gemeinden aus Hameln und Umgebung. Wal/pr



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt