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Viele Städte bieten flächendeckenden Gratiszugang ins Internet an – in Hameln kein Thema

Kein LAN für lau

Hameln. „Grootmoeder, dat is mooi in Hameln.“ Einer Niederländerin gefällt es in der Rattenfängerstadt so gut, dass sie der daheimgebliebenen Oma ihre Eindrücke gleich via Smartphone mailen muss: „Großmutter, es ist toll in Hameln.“ Vorm Hochzeitshaus bestaunt ein Mann den Weser-Renaissancebau und informiert sich zeitgleich im Internet, woher das Gebäude seinen außergewöhnlichen Namen hat. Und welcher Fußballfan nutzt nicht die Gelegenheit, das Halbzeitergebnis seines Lieblingsvereins abzurufen, während die Partnerin beim Einkauf ins zwölfte Paar Schuhe schlüpft.

veröffentlicht am 19.09.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 02:41 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Über die Mobilfunknetze ist die Verbindung zum World Wide Web nahezu überall möglich. Darüber hinaus gibt es in mehreren Städten Hotspots, über die großflächig und kostenlos im Internet gesurft werden kann. Großstädte wie Hamburg, Düsseldorf oder Berlin waren Vorreiter, allmählich ziehen auch kleinere Städte nach. Seit kurzem gibt es auch im Zentrum der 115 000 Einwohner zählenden Stadt Pforzheim ein flächendeckendes, für jeden offenes und kostenloses, WLAN-Netzwerk. In der Schmuck-Stadt haben regionale Unternehmen und Träger der öffentlichen Hand einen Verein gegründet, über den die für den Aufbau nötige Investitionssumme von annähernd 300 000 Euro gestemmt wurde. Ein regionaler Internet-Anbieter, der mit Aufbau und Betrieb des WLAN-Netzes beauftragt wurde, übernahm die Betreiber-Haftung. Einmal anmelden und schon kommt man mit Tablet-PC, Smartphone oder Laptop ins World Wide Web. Die Pforzheimer verfolgen übrigens kein wirtschaftliches Ziel mit ihrem „PF-WLAN“ – die Badener wollen für ihre Stadt werben und in die Attraktivität ihres Standortes investieren.

Wird auch die Rattenfängerstadt ihre Zugkraft steigern und die Altstadt zum Surfparadies für Touristen und Einheimische ausbauen? Noch sind Gratis-Internetverbindungen in Hamelns guter Stube nur an einigen Hotspots, deren Nutzung meist von Gastronomiebetrieben angeboten wird, möglich. „Mir ist nicht bekannt, dass es bei uns solche Überlegungen gibt“, ist von Thomas Wahmes auf Anfrage zu erfahren, ob man sich im Rathaus Gedanken über ein freies WLAN-Netz in der Innenstadt gemacht habe. „Aber querstellen würde sich da sicherlich keiner“, ergänzt der Pressesprecher.

Bei der Hamelner Marketing und Tourismus GmbH könnte man sich mit dem Gedanken an einen Gratis-Netzzugang in der Rattenfängerstadt anfreunden. „Ich fände das interessant“, sagt Geschäftsführer Harald Wanger. Der HMT-Chef begrüßt es, dass Hamelner Hotels bereits ihren Gästen einen kostenlosen WLAN-Zugang anbieten. Um ein solches Projekt auch in Hameln umzusetzen, bedarf es laut Wanger der Mitwirkung einiger Unternehmen. Das wird auch bei den Hamelner Stadtwerken so gesehen. „Die Finanzierung eines derartig komplexen Netzes ließe sich in der Praxis nur umsetzen, sollten sich hierzu finanzkräftige, regionale Unternehmen zusammenschließen“, teilt Nicole Schilawa vom Energieversorger mit, der derzeitig kein kostenloses WLAN in der Hamelner City offerieren kann. „Die Errichtung eines WLAN-Mesh-Netzwerks mit weiträumigen technischen Installationen ist eine umfangreiche Herausforderung, deren Wirtschaftlichkeit kaum zu gewährleisten ist“, heißt es bei den Stadtwerken.

Da bleiben den Hamelnern weiter nur die Mobilfunknetze, um unterwegs „reinzukommen“. Oder die Suche nach zugänglichen Netzwerken, um auch beim Bummeln online sein zu können. Restaurationsbetriebe und Filialen von Kommunikationsunternehmen bieten ihren Kunden ihr lokales WLAN an. So konnte die Dewezet im Verlauf eines Altstadtrundgangs bei Kabel Deutschland, Papa Hemmingway, Subway, Mobilcom Debitel und im Relax-Coffeeshop lokale Netzwerke finden, in die sich Kunden nach Erhalt der Zugangsdaten einwählen können. Und diese Liste wird sicherlich nicht vollständig sein.

Wer sich in Hamelns Innenstadt im Internet informieren will, muss das über seinen Mobilfunkanbieter tun. Ein kostenloses WLAN-Netz gibt es nicht.fn



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