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Arbeitgeberverband und Kreishandwerker ziehen sich von dem Projekt zurück

Kein Haus der Wirtschaft in Hameln

HAMELN. In Hameln wird es kein Haus der Wirtschaft geben. Der Arbeitgeberverband AdU und die Kreishandwerkerschaft haben sich von dem geplanten Projekt verabschiedet. Die Verbände wollten ursprünglich gemeinsam mit der Stadt Hameln das Haus der Wirtschaft als Anlaufstelle für Verbände, Unternehmen und Investoren schaffen. Nach monatelangem politischen Gezänk in Teilen von Politik und Bevölkerung ist dieses Projekt nun vom Tisch.

veröffentlicht am 29.03.2017 um 17:32 Uhr

Was wird nun aus dem alten Wienerwald-Gebäude und dem Südzipfel des Hamelner Bürgergartens? Das Haus der Wirtschaft wird hier nicht gebaut. Foto: Dana
Thomas Thimm

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Thomas Thimm Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Letztlich das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht hat der politische Antrag von SPD, Grünen, Linken, Frischem Wind und Piraten im Stadtrat, der darauf abzielt, den Ratsbeschluss pro Haus der Wirtschaft vom August 2016 nun wieder zu kippen. AdU-Geschäftsführer Dieter Mefus sagt dazu: „Erst will der Rat das Haus der Wirtschaft, dann gibt es ein Bürgerbegehren dagegen, welches zwar scheitert – doch dann wollen große Teile des Rates die alte Entscheidung rückgängig machen. Bei so wenig Verlässlichkeit in der Ratspolitik können wir als Arbeitgeberverband doch kein Geld versenken.“ Mefus erklärt gegenüber der Dewezet: „Die Unwägbarkeiten der Ratspolitik lassen nach einhelliger Meinung des AdU und der Kreishandwerkerschaft keine Möglichkeit der unternehmerischen Umsetzbarkeit eines Hauses der Wirtschaft auf dem Wienerwald-Gelände zu.“ Da aber gerade bei unternehmerischen Fragen und auch Investorenanfragen eine räumliche Nähe zur Wirtschaftsförderung der Stadt Hameln und zum Rathaus der Stadt vonnöten sei, sei das Haus der Wirtschaft „an keiner anderen Stelle möglich“. Insofern stellt Mefus für den AdU fest: „Es gibt kein Haus der Wirtschaft, auch nicht an anderer Stelle.“

Es gibt kein Haus der Wirtschaft, auch nicht an anderer Stelle.

Dieter Mefus, Geschäftsführer Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland

Und auch die Handwerker haben die Nase voll von diesem Thema: Kreishandwerksmeister Hauke Wilhelm Bente sagt dazu: „Wir nehmen von dem Projekt Abstand. Im Endeffekt gab es bei uns im Vorstand ein eindeutiges Votum, sich aus dem Projekt zurückzuziehen.“ Dies sei umso bitterer, als dass die Idee von einem Haus der Wirtschaft grundsätzlich richtig sei. In anderen Städten wie zum Beispiel Osnabrück oder Lüneburg gibt es solche Einrichtungen, in denen Verbände wie Handwerkerschaften, die Industrie- und Handelskammer, Arbeitgeberverbände und andere gemeinsam für ihre Wirtschaftsregion aktiv sind. Dies gilt im Wirtschaftsministerium wie auch in den Rathäusern seit vielen Jahren als vorbildlich, weil nur so eine Kümmerer-Mentalität für zum Beispiel ansiedlungswillige Investoren entstehen kann. Bente sagt: „Grundsätzlich stehen wir hinter der Idee eines Hauses der Wirtschaft. Aber nun wird es keines geben in Hameln.“

Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese ist noch immer der Meinung, „dass ein Haus der Wirtschaft an diesem Standort uns gut zu Gesicht gestanden hätte“ – er kann allerdings auch „den Rückzug der Verbände angesichts der politischen Schwierigkeiten nachvollziehen“.

Dieter Mefus. Foto: Dana
  • Dieter Mefus. Foto: Dana

Damit sind nunmehr drei Anläufe gescheitert, in Hameln an dieser Stelle zu investieren: der Steuerberater Fritz-Eckhard Sticher hatte dort ein Geschäftshaus bauen wollen, der Baustoffhändler Peter Othmer ein Café am Ring, AdU und Kreishandwerkerschaft das Haus der Wirtschaft. Aus alledem ist nichts geworden. Griese will nun der Politik empfehlen, für das Gelände einen Bebauungsplan zu entwickeln. Klar ist aber: Jeder, der dort nun einen neuen Plan entwickelt, wird sich mit dem Vorkaufsrecht der Eigentümer des Bellevue-Centers und Hotels auseinandersetzen müssen.

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