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Fragen und Antworten zum (Problem-)Pflaster der Fußgängerzone

Kein Absatz ist auch keine Lösung

Hameln. Vor Silvester blieb eine 75-jährige Hamelnerin mit ihrem Schuh – und flachen Absätzen – an einer Fuge im Pflaster der Fußgängerzone hängen, stürzte und brach sich das Handgelenk. Was lehrt uns das? Wir haben die drängendsten Fragen und Antworten zum Hamelner Pflaster zusammengetragen.

veröffentlicht am 26.02.2016 um 15:42 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:36 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Warum überhaupt Fugen?

Für den Abstand zwischen den einzelnen Steinen in der Hamelner Fußgängerzone hat die Stadt eine Erklärung: Die edlen Natursteine dürfen nicht aneinanderstoßen, sonst bestehe die Gefahr, dass sie Schaden nehmen – „etwa, wenn ein Auto darüberfährt und die Steine mit starker Kraft aufeinanderstoßen“. Die Breite der Fugen allerdings entspreche der Norm, „1,5 Zentimeter“, heißt es aus dem Rathaus. Dass sie stellenweise – wir haben nachgemessen – breiter sind, müsse „behoben werden“.

Warum werden die Fugen nicht mit Mörtel verfüllt?

Bei der Planung der Fußgängerzone habe sich die Stadt bewusst gegen „einen starren Pflasteraufbau und eine Verfugung mit Mörtel“ entschieden, da dieser an nicht gewünschten Stellen zu Rissen und zu Problemen wie Straßenaufbrüchen geführt hätte. Stattdessen entschied man sich für ein Material namens Oolith, das im Steinbruch Segelhorst abgebaut wird. Dieses wurde zwischen die Fugen gestreut – doch mit der Zeit sackt es immer wieder ab. Wird das Pflaster stark beansprucht, läuft dieser Prozess noch schneller. Dies sei aber von Anfang an bekannt gewesen.

Warum sind manche Bereiche in der Fußgängerzone trotzdem mit Mörtel verfugt?

In manchen Bereichen – vor dem Backwerk oder vor Arko in der Osterstraße beispielsweise – liegen Keller oder Gebäudefundamente direkt unter dem Pflaster. Dort darf kein Regenwasser versickern – deshalb wurden die Fugen dort mit Mörtel verfüllt. An anderen Stellen, vor dem Hochzeitshaus zum Beispiel, befindet sich Technik unter dem Pflaster. Diese Bereiche sind nicht nur wasserfest verfugt, sondern auch so gestaltet, dass man sie im Wartungs- oder Reparaturfall einfach entfernen kann.

Sind schon einmal Rechnungen für kaputt gelaufene Schuhe im Briefkasten der Stadt gelandet?

Die Antwort der Stadt Hameln auf diese Frage fällt knapp aus: „Nein, sind sie nicht.“

Wer kommt für Schäden auf, die beim Gang durch die Fußgängerzone entstanden sind – abgebrochene Absätze, verbogene Räder an Kinderwagen etc.?

Für Schäden haftet, teilt die Stadt mit, „allgemein jemand, der eine Pflichtverletzung, zum Beispiel die Verletzung von Verkehrssicherungspflichten, verursacht hat“. Die Stadt Hameln komme ihren Verkehrssicherungspflichten allerdings im gebotenen Umfang nach, „sodass bereits dem Grunde nach eine Haftung ausscheidet“. Auch wenn also nachgewiesen wird, dass Schäden etwa an Schuhen, Kinderwagen oder Rollatoren durch das Pflaster der Fußgängerzone verursacht wurden, „reicht das für eine Haftung nicht aus“, heißt es aus dem Rathaus.



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