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Investor hat schon lange Interesse

Kaufen, sanieren, erhalten: Plan für den Wienerwald steht

HAMELN. Schon vor zwei Jahren hat Dr. Klaus Boettcher damit geliebäugelt, den ehemaligen Wienerwald am Bürgergarten in irgendeiner Weiser weiter zu nutzen. Zu Anfang habe allerdings nur die „Vision“ gestanden, wie er am Abend der Entscheidung am Telefon erzählt.

veröffentlicht am 02.11.2017 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 02.11.2017 um 19:54 Uhr

Blick von außen in das Gebäude: Die Investoren wollen den ehemaligen Wienerwald von innen grundlegend renovieren. Foto: dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Später wurden die Vorstellungen, die er gemeinsam mit seinem Mitinvestor Karol Günther entwickelt hatte, konkreter. Der Wienerwald war „ein Projekt, das wächst“, sagt Boettcher. Seit Mittwoch steht fest: Klaus Boettcher, der Zahnarzt aus Klein Berkel, und Karol Günther, Hamelner Bauunternehmer und Fachmann für Gebäudemodernisierung, wollen das Wienerwald-Grundstück samt Gebäude kaufen und das ehemalige Restaurant künftig wieder als solches nutzen. Der Verwaltungsausschuss der Stadt hatte den Investoren einstimmig den Zuschlag erteilt.

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Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat Karol Günther und Dr. Klaus Boettcher den Zuschlag für die Nutzung des Wienerwalds gegeben. Die Investoren wollen Grundstück und Gebäude erwerben. Doch zunächst ist die Stadt am Zug. Der Weg sei durchs Gesetz vorgegeben, heißt es im Rathaus. Die weiteren Schritte:

  • Die Verwaltung erarbeitet zunächst einen Kaufvertrag für den Wienerwald. Ist dieser ausgearbeitet, werden Käufer und Verkäufer ihre Unterschriften darunter setzen. Es folgt die notarielle Beglaubigung.
  • Der „Abschluss eines wirksamen Kaufvertrags“ muss laut Stadt allen „Vorkaufsberechtigten“ einzeln vorgelegt werden. Innerhalb einer gesetzten Frist können die Eigentümer dann reagieren, also Kaufinteresse zeigen.
  • Hat niemand den „Vorkaufsfall“ angemeldet, wird der unterzeichnete Kaufvertrag zwischen den Investoren und der Stadt wirksam. Erst im letzten Schritt folgt die Eintragung ins Grundbuch.

Nach der Komplettrenovierung, die die neuen Besitzer zumindest im Inneren vorhaben, soll wieder ein Café oder Restaurant in den ehemaligen Wienerwald einziehen. Als „Ensemble“ will Boettcher das aufgehübschte Gebäude, Bürgergarten und Radio-Aktiv-Pavillons verstanden wissen – an einer exponierten Stelle der Stadt, die auch für viele Touristen die erste Hamelner Ansicht bietet. Wie das gastronomische Angebot künftig ganz genau aussehen wird, das wissen Boettcher und Günther noch nicht. „Da sind wir noch in der Findungsphase“, sagt Boettcher.

Fest steht: Es gibt mindestens einen heißen Kandidaten für den Betrieb des Restaurants. Zahnarzt Boettcher und Bauunternehmer Günther selbst werden ganz sicher nicht am Tresen des Hauses am Ring oder gar in der Küche stehen. „Wir haben ja unsere Berufe.“

Nachdem sich nun die Nachnutzung der ehemaligen Hähnchenbraterei abzeichnet, wird im Hamelner Rathaus an der Übergabe gearbeitet (siehe Kasten). Unterschrieben ist ein Kaufvertrag zwar noch nicht, doch was im Hinblick auf die Vorkaufsrechte von mehr als 100 Eigentümern auf die Stadt zukommt, bezeichnet ein Sprecher als „immensen Aufwand“. Die Politik hatte überraschend einstimmig für Günthers und Boettchers Angebot gestimmt – den Hamelner Investoren wurde der Vorzug vor drei weiteren Bewerbungen zur Wienerwald-Nachnutzung gegeben.

Insbesondere aus Sicht der Gruppe aus SPD, Linken und Grünen im Rat sowie der Fraktion Frischer Wind/Piraten dürfte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nun das erfüllen, für was sie sich vehement – auch mit einem am Ende gescheiterten Bürgerbegehren – eingesetzt hatten: der Erhalt des fast 70 Jahre alten Gebäudes. Dafür seien nun die „Weichen gestellt“, sagt Gruppenchef Wilfried Binder, mit einem „schlüssigen Konzept“. Das bestätigt auch CDU/DU/UFB-Fraktionschef Thomas Meyer-Hermann: Boettcher und Günther hätten ein „sehr gutes Angebot“ abgegeben.

Ein von der rot-rot-grünen Ratsgruppe favorisiertes inklusives Café im ehemaligen Wienerwald sei damit verworfen. „Das ist vom Tisch“, meint er, betont aber weiterhin, dass es „mit Sicherheit Potenzial dafür“ gibt. „Weiteres liegt jetzt beim Investor“, so Binder. Der Gruppensprecher rechnet nicht damit, dass jemand der rund 100 Eigentümer des Bellevue-Center das Vorkaufsrecht in Anspruch nehmen wird. „Es war ja genug Zeit dafür, sich einzubringen“, sagt er.

Derjenige, der die Vorkaufsoption zieht, müsste sich an die gleichen Bedingungen halten wie die Investoren, die den Zuschlag bekommen haben: Der Wienerwald muss gekauft, saniert und auf jeden Fall erhalten werden.

Wienerwald - Eine Chronologie

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